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Film-Blog: Thank God It's goEast!

Von Vorhang auf, Leinwand frei für die schönste Kino-Zeit des Jahres. Hier kommt: Filmkunst, wie sie selten auf deutschen Leinwänden zu sehen ist. Wiesbaden blickt zum 18. Mal nach Osten und – keiner da. Sind schon alle hier.
Foto: Peter R. Fischer

Mehr als 100 der schärfsten, ungewöhnlichsten, berührendsten aktuellen Produktionen aus Mittel- und Osteuropa, dazu wahre Entdeckungen, Lieblinge und Sonderlinge europäischer Filmkunst samt ihren Macherinnen und Machern erobern eine Woche lang von Mittwoch, 18., bis Dienstag, 24. April, die hessische Landeshauptstadt.

Grandioses Wetter und eine Stadt im  goEast-Fieber erwarteten Filmgäste und Besucher/innen, die zur Eröffnung anreisten.

Um 19 Uhr gab eine besondere Premiere den Startschuss: Erstmals begrüßte die neue Festivalleiterin Heleen Gerritsen das Publikum im vollen Saal der Caligari FilmBühne und eröffnete die 18. Festivalausgabe. 

Was ist 2018 los im Kino der östlichen Nachbarländer?

„Der mittel- und osteuropäische Film steht sehr gut da“, sagt Heleen Gerritsen und meint damit zum einen die zahlreichen Festival- und Awarderfolge mittel- und osteuropäischer Produktionen, wie zuletzt etwa Ildikó Enyedis KÖRPER UND SEELE, aber auch die außerordentlich lebhafte Koproduktionstätigkeit zwischen Ländern der Region, die gegenüber der politischen Lage ein ganz anderes Bild abgibt.

Die neue goEast-Festivalleiterin Heleen Gerritsen. Bild-Zoom Foto: Peter R. Fischer
Die neue goEast-Festivalleiterin Heleen Gerritsen.

Exemplarisch dafür ist der dokumentarische Episodenfilm OKKUPATION 1968, zu sehen als internationale Premiere am Samstag im Caligari. In fünf Kurzfilmen verschiedener Regisseur/innen nimmt er unerwartete Perspektiven zum Prager Frühling vor 50 Jahren ein, einem Schwerpunktthema der diesjährigen Festivalausgabe. Der slowakische Hauptproduzent des Films, Peter Kerekes, ist Mitglied der diesjährigen goEast Jury um Jurypräsidentin Ildikó Enyedi und ließ sich mit seinen Kolleg/innen Gennady Kofmann, Elena Tikhonova und Mateusz Kosciukiewicz die Eröffnung nicht entgehen.

Ein weiteres Jubiläum prägt das Kinojahr 2018 bei goEast: die 100-jährige Unabhängigkeit

der baltischen Staaten. Anlass für einen gründlichen Blick in die reiche Filmgeschichte von Estland, Lettland und Litauen. Dass das „kleine Estland“ etwa unerhört „große Animation“ produziert, ist weltbekannt – und doch ein Geheimtipp. Davon überzeugen kann man sich im gleichnamigen Filmprogramm und den Symposiumsvorträgen zu NUKUFILM & CO., für mich schon jetzt ein persönliches Highlight.

Auftakt und Lust auf mehr!

Popcornkino sucht man bei goEast vergebens, aber Genre- und Erfolgsfilme von „nebenan“ kommen trotzdem nicht zu kurz. Die neue Festivalsektion Bioskop (nach einem frühen Filmvorführgerät) verspricht ein Panoptikum aktueller Kinotrends. Vorfreude machte während der Eröffnung Jan Švankmajers Kurzanimation ET CETERA (1966) mit retrofuturistischem Elektrosoundtrack. Als Deutschlandpremiere ist im „Bioskop“ am Samstag die neueste Horrorkomödie des Altmeisters, INSEKTEN, zu sehen.

Darsteller und Jurymitglied Mateusz Kosciukiewicz im Filmgespräch mit Heleen Gerritsen Bild-Zoom Foto: Peter R. Fischer
Darsteller und Jurymitglied Mateusz Kosciukiewicz im Filmgespräch mit Heleen Gerritsen

Und dann der Eröffnungsknaller FRATZE: der aktuelle Film der Polin Malgorzata Szumowska, einer alten goEast Bekannten, der das Porträt 2014 gewidmet war. Auch 2015 eröffnete sie schon einmal das Festival, mit BODY. Wie in praktisch allen ihren Filmen ist auch in FRATZE der Körper ein Ort der Auseinandersetzung mit der Welt. Einer Welt, die den Anblick des „Fremden“ nicht erträgt. Den Mann, der im Film durch einen Unfall „sein Gesicht verliert“, verkörpert Darsteller und Jurymitglied Mateusz Kosciukiewicz als Teil eines herausragenden Casts. Das anschließende Q&A mit Kosciukiewicz ließ viele Themen und Fragen zu Film und Europa anklingen, von denen ganz sicher die nächsten Tage noch die Rede sein wird.

Ob im abendlichen „goEast Salon“ mit Filmschaffenden, im goEast Festivalblog, oder aber in der ein- oder anderen Filmbesprechung, die die goEast-Nachwuchskritiker des Filmkritik-Workshops schon in der Pipeline haben - schaut rein, goEast is on!

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