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Frankfurter CDU-Abgeordnete: Bettina Wiesmann richtet sich eine kleine Wohnung am Prenzlauer Berg ein

Von Für die neu gewählte Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann bedeutet das Mandat auch eine Heimkehr. Die 50-Jährige ist nämlich gebürtig aus Berlin.
Bettina Wiesmann während des Studiums in Pittsburgh, 1994-95. Bilder > Bettina Wiesmann während des Studiums in Pittsburgh, 1994-95.
Frankfurt. 

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann hat noch mehr als einen Koffer in Berlin: Dort leben zahlreiche Verwandte, ihr Vater wohnt in Zehlendorf. Sie ist während der Kalten Krieges auf der „verteidigten Insel der Freiheit“, wie John F. Kennedy in seiner berühmten Rede Berlin nannte, aufgewachsen.

„Ich weiß noch was der 13. August 1961 (der Tag des Mauerbaus), bedeutet“, sagt sie. Dem Viermächtestatus der geteilten Stadt habe sie es auch zu verdanken gehabt, das kombinierte Abitur und Baccalauréat am Französischen Gymnasium in Berlin-Tiergarten abgelegen zu können. Mit dieser zweisprachigen Schulbildung studierte sie Politikwissenschaften in Paris und London sowie in Pittsburgh mit internationalen Abschlüssen. Nach dem Studium arbeitete sie von 1990 bis 1992 als Referentin bei der Bundes-CDU in Bonn, unter anderem zuständig für Außenpolitik bei Generalsekretär Volker Rühe. Kontakte zu CDU-Bundespolitikern aus dieser Zeit hat sie nicht mehr. „Das ist über 25 Jahre her“, sagt sie. Ab 1993 war sie als Unternehmensberaterin für Banken, Versicherungen und den öffentlichen Sektor bei McKinsey in Frankfurt. Der Vertrag ruht. Seit 2009 ist sie Landtagsabgeordnete in Wiesbaden.

Ein Klavier muss her

Für ihre Tätigkeit im Bundestag hat sie sich nun eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung am Prenzlauer Berg gemietet, die sie selbst möblieren will. Der Prenzlauer Berg ist das kinderreichste Viertel in Deutschland. Sie sieht darin Parallelen zum Nordend, in dem sie wohnt und in dem ebenfalls sehr viele Familien mit Kindern leben. Wiesmann und ihr Mann, ein Unternehmensberater, haben vier Töchter im Alter von zehn, 13, 17 und 19 Jahren. Bei der Betreuung der Kinder wird sich ihrer Ansicht nach nicht viel ändern, denn: „Mein Leben war schon vorher vielfältig aushäusig.“ Gleichwohl habe sie nun mehr Logistik nötig, was immer ein Zeitfresser sei. Sie habe nun einen anderen Rhythmus mit 22 Sitzungswochen von Montag bis Freitag. Im Landtag sei sie zudem am Abend immer nach Hause gekommen.

Per Rad in den Bundestag

Ihr Landtagsmandat wird sie Ende Oktober aufgeben. In Wiesbaden wurde sie bereits verabschiedet und erhielt eine kleine Schreibtischuhr mit dem hessischen Löwen als Geschenk. Vermutlich soll sie das Raubtier daran erinnern, sich für die hessischen Interessen in Berlin einzusetzen.

Ihr Mann bleibe in Frankfurt, und die beiden Großen seien „gerne gesehene Unterstützerinnen und sie mögen ihre kleinen Schwestern“, versichert Wiesmann. Für die beiden Großen ist die Großstadt Berlin attraktiv und aufregend. „Ich hoffe natürlich auf Besuch in Berlin“, sagt Wiesmann.

Ihre Wohnung am Prenzlauer Berg wird ihr als Rückzugsraum zum Parlamentsbetrieb dienen. Wichtig sind ihr ein Schreibtisch und ein Klavier. Denn sie musiziert gerne mit ihrer Familie; ein Hobby, das in ihrer Zeit als Landtagsabgeordnete etwas gelitten hat, wie sie bei einer Podiumsdiskussion der FNP verriet. An ihrem Berliner Domizil schätzt sie, dass sie mit dem Fahrrad bequem nach Berlin-Mitte gelangen kann. Die Wohnung ihres Vaters in Zehlendorf dagegen sei doch „zu weit draußen, aber ich sehe ihn jetzt öfter“, freut sie sich auf die kommende Zeit in Berlin.

Im Bundestag will sie sich weiter in der Familienpolitik engagieren. Im Landtag war sie Sprecherin der CDU-Fraktion zu diesem Thema. Doch sieh hofft auch, bei internationalen Themen zum Zuge zu kommen, „so dass ich mich bei unseren europäischen Nachbarn tummeln kann“.

Wiesmann ist nicht der einzige Neuling im Reichstagsgebäude. Ebenfalls neu in der Berlin sind die beiden über die Landesliste in den Bundestag eingezogenen Abgeordneten Nicola Beer (FDP) und Achim Kessler (Linke).

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