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Infrastruktur: Brücken kaputt: Staus drohen in Frankfurt

Von Autofahrer müssen sich auf weitere Staus in der Stadt einstellen. Gestern begannen die Bauarbeiten am Nordwestkreuz. Auch am Westkreuz wird gearbeitet. Und im Sommer wird die Hochstraße über den Ratswegkreisel erneuert. Alle Brückenbauwerke sind marode.
Foto: Maik Reuß
Frankfurt. 

Autobahnbrücken sind marode, deutschlandweit. Tausende der rund 40 000 Brücken und 50 000 Brückenabschnitte der Autobahnen und Bundesstraßen müssen repariert werden. Dramatisches Beispiel ist die Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz, die komplett neugebaut wird. Lange Staus waren bisher für Pendler zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen die Folge.

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Die Brücken, meist errichtet in den 60er und 70er Jahren, bröseln. Grund: Es fahren viel mehr Lastwagen als damals angenommen, deren zulässiges Gesamtgewicht hat sich von 24 auf 44 Tonnen pro Fahrzeug, die Achslasten von 7 auf 11,5 Tonnen erhöht. Das lässt Brücken verschleißen. Laut Hessen Mobil, der Landesbehörde, die in Hessen für die Betreuung der Autobahnen zuständig ist, spielt auch der Streusalz-Einsatz ab den 70er Jahren eine Rolle. An den Bauwerken sind gravierende Schäden aufgetreten. So am Nordwestkreuz: Bei der Überprüfung des 47 Jahre alten Bauwerks wurden zahlreiche Beschädigungen festgestellt. Spurrillen, Asphaltschäden, altersbedingte Schäden an der Bauwerksabdichtung sowie schadhafte Asphalt- und Bauwerksfugen stellten die Experten fest. Zurückzuführen sei dies auf das hohe Verkehrsaufkommen. Außerdem ist Tausalz in den Beton eingedrungen. Zudem wurden Schäden an den Übergangskonstruktionen festgestellt. Diese sind nötig, um Längenänderungen wegen Temperaturschwankungen auszugleichen.

Aufschub unmöglich

Aufschub sei nicht möglich, es müsse kurzfristig repariert werden, teilt Hessen Mobil mit. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen gestern. Bis Mitte Dezember wird die Fahrbahn in Richtung Wiesbaden mit der Parallelspur instand gesetzt. Nach der Winterpause nächsten Jahres wird die Brückenhälfte in Fahrtrichtung Frankfurt bis Mitte Dezember 2019 repariert. Laut Hessen Mobil sind die Arbeiten an der Brückenunterseite ab dem Jahr 2020 geplant. Dann wird es auch auf der A 5 zu Behinderungen kommen.

Während der Bauarbeiten, aufgeteilt in sieben Phasen, werden alle Fahrstreifen aufrechterhalten, um Staus zu minimieren. Doch wird der Verkehr – abhängig von der jeweiligen Bauphase – einspurig oder zweispurig auf die Gegenfahrbahn verlegt. Daher ist mit Verzögerungen und im Berufsverkehr auch mit Staus zu rechnen. Die Baukosten belaufen sich auf rund vier Millionen Euro.

Seit Wochen schon laufen die Vorbereitungen der Brückenerneuerung über die Nidda – und dabei ist das Westkreuz betroffen. „Zurzeit wird eine Ersatzbrücke gebaut“, sagt eine Sprecherin von Hessen Mobil. So will die Behörde den Verkehrsinfarkt verhindern. Die Reparatur des Westkreuzes beginne erst, wenn die Ersatzbrücke fertig ist; einen Zeit- und einen Arbeitsplan könne sie daher noch nicht nennen. Dort sind vier Niddabrücken marode. Sie müssten „dringend“ verstärkt werden, so Hessen Mobil, um den Verkehr auf der A 648 sowie auf der Verbindungsrampe zur A 5 aufrechterhalten zu können.

Materialversagen droht

Untersuchungen an den bestehenden Bauwerken hätten ergeben, dass es zu einem Materialversagen des eingesetzten Stahlbetons kommen kann. Der hier verbaute Spannstahl ist korrosionsgefährdet – es könnte zu Spannungsrissen kommen; und dann bröselt die Brücke. Das Bauverfahren sieht vor, bei den Brücken der A 648 über die Nidda eine sogenannte Notunterstützung anzubringen, um die Bauwerke bis zur eigentlichen Sanierung zu sichern. Die alte Verbindung zur A 5 kann nicht bestehen bleiben – sie wird abgerissen und neu errichtet. Hier wie an allen Baustellen drohen Staus.

Im Sommer beginnt an einer dritten Autobahnkonstruktion in Frankfurt der Bau: An der A 661 im Osten der Stadt. Die Hochstraße über den Ratsweg wird auf 300 Metern Länge repariert. „Dabei bleiben alle Fahrspuren offen“, sagt die Sprecherin. Betroffen ist die Unterführung der B 8 und der Bahn. An der Anschlussstelle Frankfurt-Ost werden die Übergangskonstruktionen erneuert. Dabei handelt es sich um Puffer zwischen den Stelzen der Hochstraße und der eigentlichen Fahrbahn. Diese Bauarbeiten, versprach Hessen Mobil, sollten noch im laufenden Jahr beendet werden.

Eine weitere Autobahnbaustelle gibt es seit Langem am Frankfurter Kreuz. Hier wird die S-Bahn-Trasse zu Gateway Gardens gebaut. Staus drohen auch auf der A 66 zwischen Kelkheim und Eschborn. Hier wird eine Fahrspur gesperrt – zum Glück aber nur während der Sommerferien.

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