Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... 17°C
1 Kommentar

Frankfurter Schulen: Erstmals mietet die Stadt ein früheres Bürogebäude an und richtet darin Klassenzimmer ein

Von Die Neue Gymnasiale Oberstufe kommt ihrem künftigen Standort im Gallus ein Stück näher: Für die nächsten Jahre zieht sie nach Bockenheim. Das schafft Platz für zwei weitere Schulen.
Das ehemalige Bürogebäude in der Voltastraße: Hier wird die Gymnasiale Oberstufe untergebracht. Foto: Leonhard Hamerski Das ehemalige Bürogebäude in der Voltastraße: Hier wird die Gymnasiale Oberstufe untergebracht.
Frankfurt. 

Wenn in Sachen Schule mal eine Entscheidung fällt, dann geht alles schnell. So auch jetzt: Gestern hat der Magistrat den Mietvertrag für ein Gebäude an der Voltastraße in Bockenheim abgesegnet, schon in einem halben Jahr soll dort die Neue Gymnasiale Oberstufe den Unterricht aufnehmen.

„Ein paar Umbauten müssen wir natürlich machen, die Verkabelung muss erneuert, Fachräume müssen eingebaut werden, aber im Prinzip ist das Gebäude sofort nutzbar“, versichert Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Tatsächlich beherbergte das frühere Bürogebäude an der Volta-, Ecke Kuhwaldstraße bereits eine Schule: Erst war dort die private Mundanis-Schule ansässig, dann übernahm die „Erasmus Frankfurter Stadtschule“, die darin zuletzt neben ihrer Grundschule auch noch die fünfte Klasse des neu gegründeten Gymnasiums beschulte. Im Sommer war die Privatschule ins Ostend gezogen, hat dort die Räume der „School of Finance“ übernommen – und so in Bockenheim Platz für die Stadt gemacht.

Gut eineinhalb Millionen Euro wird es diese nun trotzdem noch kosten, das Gebäude für ihre Zwecke umzubauen und mit den nötigen Fachräumen auszustatten. Die Höhe der Miete bezeichnen die städtischen Verhandlungsführer als „fair und angemessen“.

IGS Riedberg wird gebaut

Mit dem Mietvertrag, über den diesmal auch die Stadtverordneten befinden werden, können laut Weber noch weitere Raumprobleme gelöst werden: „Wenn die Gymnasiale Oberstufe vom Riedberg nach Bockenheim umgezogen ist, können wir dort die Container abbauen und mit dem Neubau für die IGS Riedberg beginnen. Die Container werden wiederum im Rebstock neu aufgebaut, so dass dort im Sommer ein weiteres Gymnasium starten kann“, kündigte die Stadträtin an.

Alix Puhl, Vorsitzende des Stadtelternbeirates, weiß sogar noch zwei weitere Schulen, denen mit dem angekündigten Umzug der offiziell zur Max-Beckmann-Schule gehörenden Oberstufe geholfen ist: „Damit gibt es eine gut erreichbare weiterführende Schule, auf der die Kinder der beiden neuen Gesamtschulen in Niederrad und Sachsenhausen das Abitur machen könnten.“ Für die 2013 eröffnete Oberstufe sei es zudem wichtig, in ihrem Quartier anzukommen. „Die Schule braucht Kontakte in ihrem Stadtteil, etwa um Betriebe für Praktika zu gewinnen. Das ging vom Riedberg aus schlecht“, gibt Puhl zu bedenken.

Wichtig ist die neue Adresse zuallererst aber fürs Oberstufengymnasium selbst. Dafür nimmt die Schulleitung, die in die Verhandlungen zum Mietvertrag mit einbezogen war, auch in Kauf, dass sie mit ihren 500 Schülern im ersten Quartal 2018, also im laufenden Schuljahr umziehen soll. Es wird ohnehin nicht der letzte Umzug sein, denn nach wie vor besteht der Plan, im Gallus einen „Bildungscampus“ zu errichten und für die Neue Gymnasiale Oberstufe unweit der Paul-Hindemith- und der Hellerhofschule ein Gebäude zu errichten. „Dafür hat die sogenannte Planungsphase Null begonnen, dazu gehören Bedarfsermittlung und Bürgerbeteiligung. Wir brauchen also noch fünf, sechs Jahre bis der Neubau steht“, sagte Weber.

Der Mietvertrag für die Voltastraße ist allerdings für mindestens zehn, bei Bedarf sogar zwanzig Jahre abgeschlossen. „Wir werden das Gebäude nach dem Auszug der Oberstufe für Auslagerungen oder Neugründungen nutzen“, so Weber. Zufrieden sei sie, dass nun für insgesamt drei Schulen die Zukunft zumindest mittelfristig geklärt sei.

Büros zu Klassenräumen

Die Integrierte Gesamtschule Riedberg, die es erst seit diesem Sommer gibt und in einem provisorischen Bau aus Holzcontainern logiert, weiß nun, dass ihr versprochener Neubau wirklich kommt. Zudem können Stadt und Land die Planungen für ein weiteres Gymnasium schneller vorantreiben, da nun feststeht, dass die Schule am Tag der geplanten Eröffnung auch ein Dach über dem Kopf haben wird.

Das sollte auch für eine weitere Integrierte Gesamtschule gelten, die ebenfalls zum nächsten Schuljahr neu starten soll. „Auch hier sind wir in Verhandlungen über ein Bestandsgebäude“, verriet Weber. Sie hoffe auf einen baldigen Vertragsabschluss.

„Die Anmietung des ursprünglich für Bürozwecke errichteten Gebäudes zeigt, dass auch durch die Umnutzung von Gebäuden privater Bauherren kurzfristig zusätzliche Schulflächen gewonnen werden können. In Anbetracht des hohen Bedarfs an Schulgebäuden sollten wir diese Möglichkeit häufiger nutzen“, erklärte dazu der für Liegenschaften zuständige Stadtrat Jan Schneider (CDU). Das setzt allerdings voraus, dass sich das auch Immobilieneigentümer vorstellen können und der Stadt Gebäude anbieten.

Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse