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Bau verzögert sich weiter: Riederwaldtunnel: Eine unendliche Geschichte

Von Der Bau des Riederwaldtunnels verschiebt sich auf Ende 2019. Nichts Neues, wieder und wieder verzögere sich der Bau – auch in Zukunft, sagen Bürgerinitiativen. Das Ministerium betont, die Planung werde „endlich vernünftig zu Ende gebracht“.
Mit Trommeln und Transparenten protestieren Demonstranten vor dem Gebäude von Hessen Mobil. Bilder > Foto: Heike Lyding Mit Trommeln und Transparenten protestieren Demonstranten vor dem Gebäude von Hessen Mobil.
Riederwald. 

Ein kleines Grüppchen von rund 20 Personen demonstriert vor dem Service-Zentrum der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil in der Borsigallee 4. Sie halten Transparente hoch, ein Teilnehmer hat eine Pauke mitgebracht und trommelt. „Vertreter mehrerer Bürgerinitiativen sind da“, sagt Friedhelm Ardelt-Theeck, Sprecher des Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUA) und zeigt in die Runde: Einige, wie er selbst, der von der Bürgerinitiative (BI) Nordend kommt, wie Inge Wendel aus dem Riederwald oder Walter Schmidt aus Seckbach kämpfen schon seit Jahren gegen den Bau und Ausbau von A 661 und Riederwaldtunnel und für besseren Schutz der Bürger.

Druck auf den Minister

Nun wollen sie Hessens Landtagsabgeordnete dazu bewegen, Druck auf Verkehrsministers Tarek al-Wazir (Grüne) auszuüben. Er müsse den laufenden Bau des Autobahndreiecks Erlenbruch stoppen, das den geplanten Riederwaldtunnel mit der Ostumgehung A 661 verbinden soll. Der Ausbau der A 661 sei illegal, weil der Planfeststellungsbeschluss im Nachhinein ungültig sei (wir berichteten). Letzteres sieht das Ministerium anders. Nun sammelt das Aktionsbündnis Unterschriften und ruft für Samstag, 6. Mai, zur großen Demo auf. „Die Aktion heute ist nur ein kleiner Protest. Viele müssen ja wochentags arbeiten, ich eigentlich auch“, erklärt Ardelt-Theeck.

Doch die Kritik geht weiter, wie Rainer Frey, Sprecher der BI Riederwald, unserer Zeitung per E-Mail erklärt. „Der Tunnelbau kommt wohl zwei Jahre später, geht aus einem Schreiben des Ministeriums an eines unserer Mitglieder hervor.“ Hessen Mobil bereite ein Planänderungsverfahren mit öffentlicher Auslegung der Unterlagen im Herbst 2017 vor, stehe in dem Schreiben. Als Baubeginn des Tunnels nenne das Ministerium „Ende 2019/Anfang 2020“. Immer wieder werde der Tunnelbau verschoben, sagt Frey. Wegen schlechter Planung. „Dabei wäre es nötig, dass nun der große Wurf kommt, der alle Bedenken ausräumt.“

Termine verschoben

Auch unter al-Wazir setze sich das Verschieben des Baubeginns fort, kritisiert auch Ardelt-Theeck. Im September 2015 habe der Minister eine neue Verkehrsuntersuchung angekündigt. „Die benötigt eigentlich ein Jahr, nun sind anderthalb vergangenen, ohne das sie vorliegt.“ Auch das angekündigte Planänderungsverfahren beginne in diesem Jahr sicher nicht.

Ja, der Minister habe 2015 angekündigt, der Tunnelbau beginne erst 2018, sagt al-Wazirs Sprecher Marco Kreuter. Und ja, es stimme, dass das Ministerium heute von einem Baubeginn 2019 ausgehe – wenn niemand gegen die Planänderung klagt. Eine Dynamik daraus ableiten, dass sich der Autobahnbau wieder ein ums andere Jahr verschiebe, will Kreuter aber nicht. Stattdessen erinnert er daran, dass es darum gehe, die Planung „gerichtsfest“ zu machen. Weil die Bevölkerungsprognosen für Frankfurt nach oben korrigiert wurden, sei ein neues Verkehrsgutachten nötig. Das Planungsteam wurde vergrößert, um „endlich das seit 1979 laufende Verfahren vernünftig zu Ende zu bringen“. Und Vorarbeiten begännen schon 2017.

Kommt nun also der von AUA geforderte „große Wurf“? Ardelt-Theeck bezweifelt das. Das Ministerium habe im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans den Ausbau der A 661 auf sechs Spuren auf „weiterer Bedarf“ zurückstufen lassen. Das sei ein Trick, den Hessen Mobil bereits beim inzwischen gekippten Alleentunnel probiert habe, um ihn nicht in die Verkehrsberechnungen für Riederwaldtunnel und A 661 einbeziehen zu müssen. Ardelt-Theeck: „Dann wäre nämlich herausgekommen, dass die Autobahn nicht leistungsfähig ist“ – was zu Staus führe. Analog könne das Land bei der neuen Prognose mit weniger Verkehr rechnen, wenn die A 661 nicht ausgebaut wird. Das sei „Trickserei“.

Der Ausbau der A 661 werde natürlich bei der neuen Verkehrsprognose einbezogen, sagt hingegen Heiko Schmitt, Leiter des Planungsteams für den Riederwaldtunnel bei Hessen Mobil. „Die Verkehrsuntersuchung bezieht ja das ganze Umfeld ein.“ Neben dem Verkehr im Tunnel, auf der A 66 und A 661 auch jenen auf den umliegenden Straßen. „Dabei ergibt sich, ob die A 661 leistungsfähig ist.“ Schmitt betont, dass im Herbst nicht nur das Planänderungsverfahren beginne: Noch vor den Sommerferien lege Hessen Mobil auch das neue Verkehrsgutachten sowie das in Riederwald lange erwartete Konzept zum Lärmschutz während das Tunnelbaus vor.

 

Am Samstag, 6. Mai, beginnt die Demo des Aktionsbündnisses um 12 Uhr an der Seckbacher Lärmschutzgalerie über der A 661, zwischen Berger Straße und Heinz-Herbert-Karry-Straße. Durch Bornheim führt der Weg zur Tunnelbaustelle.

 

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