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Stadtgeflüster: Den Heißhunger auf Zucker besiegt

Wie sie es geschafft haben, auf Zucker zu verzichten, beschreiben Andrea Ballschuh (rechts) und Fabienne Bill in ihrem Buch. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Wie sie es geschafft haben, auf Zucker zu verzichten, beschreiben Andrea Ballschuh (rechts) und Fabienne Bill in ihrem Buch.

Fast jeder kennt das: Abends auf dem Sofa überfällt einen plötzlich dieser Heißhunger auf Schokolade. Dabei hat man doch tagsüber schon zuckerreiche Riegel gegen den Stress im Job verdrückt. Auch TV-Moderatorin Andrea Ballschuh („Hallo Hessen“) verspürte diese unbändige Lust auf die kalorienreichen „Fallen“. „Ich war eine Gefangene meiner süßen Gelüste. Erst als ein Arzt bei mir eine Fettleber feststellte, eine Folge meines Zuckerkonsums, begann ich konsequent auf Industriezucker zu verzichteten“, erklärte die Mainzerin bei einer Lesung in der Buchhandlung Hugendubel über die Schock-Diagnose.

Unterstützt von einem Mental-Coach und ihrer lieben Freundin Fabienne Bill begann die Moderatorin mit einem Experiment: 90 Tage ohne Zucker – um sich so von ihrer Sucht nach Süßem zu befreien. Kuchen, Brot, die geliebte Nuss-Nougat-Creme und Fertigsuppen waren tabu. „Mein allergrößtes Erfolgserlebnis war der Besuch der ,Goldenen Kamera’ 2016. Bei der After-Show-Party gab es ein riesiges Dessertbuffet. Früher hätte ich mich darauf gestürzt und von allem probiert, bis mir der Bauch wehgetan hätte. Dieses Mal konnte ich allerdings ganz einfach widerstehen“, erinnert sich Andrea Ballschuh.

Nach der erfolgreichen Challenge setzten sich die Freundinnen zusammen und schrieben den Ratgeber „Zucker is(s) nicht!“, worin sie ihre 90-Tage-Erfahrungen weitergeben und Experten zu Wort kommen lassen, etwa, wo sich überall Zucker versteckt. Vom Trend der zuckerfreien Ernährung profitierend schossen die Verkaufszahlen durch die Decke. „Dritte Auflage nach nur zwei Monaten“, freut sich Ballschuh. Auch nach dem „Entzug“ blieb sie konsequent: „Man will es danach ohnehin nicht mehr so süß, und wenn ich heute eingeladen bin, bringe ich mir selbstgebackene Muffins ohne Industriezucker mit.“

Offen sprach die Moderatorin jetzt in Frankfurt vor dem überwiegend weiblichem Publikum, wie sich ihre Sucht auswirkte: „Zu viel Zucker macht auf Dauer schlaff, müde und antriebslos. Bei mir kamen Blähungen und dadurch ein dicker Bauch hinzu, so schlimm, dass ich manchmal gefragt wurde, ob ich wieder schwanger sei.“ Der süße Feind lauere auch dort, wo man ihn kaum vermute. „Smoothies haben meist zu viel Fructose. Und Lebensmittel ,ohne Zucker’ enthalten eben doch oft Zucker.“

Wer dauerhaft eine Dosis von rund 25 Gramm Zucker täglich überschreite, erhöhe sein Diabetes-Risiko, so die Autorinnen. Um aber „Nachmittagsteilchen“ und überhaupt dem süßen Stoff abzuschwören, müsse der Kopf mitmachen, denn das starke Verlangen sei in Psyche und erlernten Gewohnheiten verwurzelt: „Es gibt Glaubenssätze aus der Kindheit, etwa Schokolade als Belohnung oder Trost. Mit unserem Buch wollen wir helfen, diese zu bearbeiten.“

Für die Substitution, den gesünderen Ersatz, geben die Autorinnen Rezepte an die Hand, vom Müsliriegel bis zur Mousse au Chocolat aus Avocado und Kakaopulver. Nie wieder Zucker? „Es geht nur um weniger Zucker, nicht um den Komplettverzicht“, betont Andrea Ballschuh. Ihr hat die Ernährungsumstellung sehr geholfen – die Fettleber jedenfalls ist mittlerweile schon passé.

(fai)

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