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Wlan: In Usingen gibt’s freies Internet

Von An Allerheiligen gehen die Usinger dieses Jahr nicht nur auf den Friedhof – sondern auch kostenlos ins Internet. Denn am 1. November schaltet die Stadt das WLAN für die Innenstadt frei. Komplett kostenlos. Und ohne Beschränkung. Na ja. Fast.
Die Stadt hat bereits den Auftrag für freies WLAN erteilt. Bald soll jeder Bürger kostenlos surfen können. Karikatur: Heinrich Schwarze-Blanke Die Stadt hat bereits den Auftrag für freies WLAN erteilt. Bald soll jeder Bürger kostenlos surfen können. Karikatur: Heinrich Schwarze-Blanke
Usingen. 

Das Zauberwort in Usingen lautet ab 1. November „free-key“. Denn nach dem Beschluss der Stadtverordneten hat die Stadtverwaltung zügig gearbeitet und kann bereits mit Beginn des kommenden Monats ihre Bürger ins Internet lotsen. Kostenlos und ohne Zeit- oder Datenmengenbeschränkung. Lediglich Seiten mit Gewalt oder Pornos sind gesperrt. Die Sperrung von Seiten kann von den Kommunen auch individuell abgesprochen werden. Zudem hat free-key recht kräftige Filter vorgeschaltet, die auch gefährliche Inhalte stoppt. Nebenbei: Das Haftungsrisiko liegt ebenfalls beim Unternehmen, falls ein Nutzer das WLAN-System missbraucht.

Das Unternehmen free-key mit Sitz in Stuttgart, eigentlich aus Österreich, hat das Geschäft mit der Stadt abgeschlossen. Die Installation des ganzen Netzes selbst kostet einmalig rund 18 000 Euro, danach fallen nur noch die jährlichen Kosten für die Datenleitung an – pro Gerät etwa 100 Euro.

Von denen wird es gleich mehrere geben, damit es in der ganzen Innenstadt funkt. Los geht’s am Bauamt, weiter über die Gaststätte Adler Restaurant Pompei zum Eiscafé und Forum bis zur Stadtbücherei in der Hugenottenkirche. Überall dort sind Router installiert, die den Zugang ermöglichen.

Werbung finanziert

Das Unternehmen selbst holt sich seine Kosten über Werbung rein. Denn die Begrüßungsseite ist natürlich mit entsprechenden Marketing-Ecken versehen. Dort könnten auch Usinger Unternehmen Angebote machen, was aber deren Sache ist und die vom Stuttgarter Unternehmen, die Stadt ist bei der Vermarktung außen vor.

Wer also ab 1. November durch die Innenstadt schlendert und sein Smartphone nutzt, findet dieses Netz. Eine einmalige Registrierung ist nötig, danach wählt sich das Gerät immer automatisch ins WLAN der Stadt ein. Aber: Wer nun als Anwohner glaubt, sein eigene Netz abschalten zu können, irrt. „Das WLAN des Unternehmens wird nicht so stark sein, dass es durch Mauern dringt“, sagte Karin Mansouri vom Ehrenamtsbüro, die gemeinsam mit Reiner Greve aus dem Jugendamt das Projekt begleitet. Stärker als ein privater Sender allemal, aber es wird nur unter freiem Himmel richtig funktionieren.

Hat die Stadt keine Sorge, es könnte wegen den Strahlen bei Bürgern Ängste oder Proteste geben? „Jedes private Netz sendet mehr Strahlen ab als dieses. Dann müsste ja jeder sein eigenes WLAN abschaffen“, sagte Bürgermeister Steffen Wernard.

Ausbau möglich

Schauen wir doch mal in die Zukunft: Soll das Netz noch ausgebaut werden, vielleicht auch in den Stadtteilen? „Im Moment ist daran erst mal nicht gedacht. Aber vorstellbar ist es natürlich, dass wir noch stark frequentierte Bereiche versorgen“, sagte Greve. Vielleicht im Schlossgarten und am Hattsteinweiher. Die Ortsteile seien problematisch, dort kämen auch nur die Dorfgemeinschaftshäuser in Betracht. „Die Besucherzahl ist aber in der Usinger Innenstadt weitaus größer und damit auch für die Firma interessant“, sagte Wernard.

Bei weiteren Installationen müssten auch die Kosten beachtet werden. „Es geht ja nicht nur darum, einen Sender zu installieren. Da muss viel mehr beachtet werden. Bei Forum etwa können wir den Sender nicht einfach an die Fassade schrauben, da würde sich der Besitzer bedanken. Zudem sollte eine Telefonleitung vorhanden sein“, betonte Greve.

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