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Gymnasiallehrer sollen an Grundschulen wechseln: Lehrermangel: Schulamt zieht alle Register

Von 100 Lehrerstellen sind zum Schuljahresanfang in Hessen unbesetzt – und auch der Hochtaunuskreis ist von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. Von Lehrermangel sei hier aber keine Rede, betont das zuständige Staatliche Schulamt in Friedberg.
Dr. Rosemarie Zur Heiden Dr. Rosemarie Zur Heiden
Hochtaunus. 

100 Lehrerstellen in Hessen unbesetzt? Was Kultusminister Alexander Lorz (CDU) da am Donnerstag verkündete, dürfte auch Eltern im Taunus aufhorchen lassen. Die gute Nachricht daher gleich vorweg: Im Taunus ist die Situation nicht so schwierig wie in anderen Regionen Hessens. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärt die Leiterin des zuständigen Staatlichen Schulamts für den Hochtaunus- und den Wetteraukreis, Dr. Rosemarie Zur Heiden, nämlich: „Es ist in der Tat zwar so, dass es derzeit wenig Bewerber gibt, aber ich kann sagen, dass meine Dezernenten seit März daran gearbeitet haben, um alle Stellen mit qualifizierten Lehrern zu besetzen.“

Referendare übernommen

Jedem Referendar sei sofort eine Stelle angeboten worden – und „wir haben alle guten eingestellt“. Der ganze Unterricht sei abgedeckt, die Rangliste „abgegrast“, denn da stehe niemand mehr drauf. Alle Einstellungsmöglichkeiten mit Bewerbern für den Hochtaunuskreis seien mithin ausgeschöpft worden. Zur Erklärung: Besagte Rangliste wird von der Zentralstelle Personalmanagement Lehrkräfte in Darmstadt koordiniert. Sie organisiert die Einstellung von Lehrern in den hessischen Schuldienst – grob zusammengefasst, entsprechend ihrer Noten.

„Meine Mitarbeiter haben wirklich alle Register gezogen“, sagt Zur Heiden. „Eine ist zum Beispiel gebürtige Bayerin und rief bei einem Kandidaten aus Bayern an. Vielleicht lag es am gleichen Dialekt – Tatsache ist, dass der junge Mann künftig im Usinger Land an einer Grundschule tätig sein wird und eben nicht in Bayern“, sagt Zur Heiden lachend.

Auch den Pool an Vertretungslehrern habe man angezapft und darüber hinaus auch Gymnasiallehrern – von denen es derzeit ausreichend gibt – eröffnet, dass sie sich über bestimmte Qualifikationsmaßnahmen für eine Stelle in einer Grundschule qualifizieren könnten. „Über die pädagogische und die fachliche Kompetenz verfügen sie nach Erstem und Zweitem Staatsexamen und Referendariat natürlich ohnehin, aber für die Grundschule sind noch einmal eigene Kompetenzen gefragt, daher die Fortbildung“, erklärt Zur Heiden. In der Vergangenheit habe man das auch schon vertretungsweise gemacht, etwa für den Sport oder Religionsunterricht.

„Wir werden also kein Problem mit der Abdeckung des Unterrichts an unseren Grundschulen haben“, betont Zur Heiden. Und das zweite Halbjahr habe man mit Blick auf anstehende Pensionierungen auch schon im Hinterkopf.

Mehr Schüler im Kreis

Insgesamt werden im neuen Schuljahr 9153 Mädchen und Jungen eine Grundschule im Hochtaunuskreis besuchen. 254 mehr als im vergangenen Jahr. Am Dienstag werden 2150 Erstklässler eingeschult.

Öffentliche allgemeinbildende Schulen besuchen 24 328 Schülerinnen und Schüler im Kreis, 313 mehr als im Vorjahr. Gerade an den weiterführenden Schulen sieht Zur Heiden eine organisatorische Herausforderung für das Schulamt: „Die Kunst wird darin bestehen,die Lehrer richtig an die Schulen zu verteilen. Manche haben zu viele Lehrer – das hängt mit dem Wechsel von G 8 und G 9 zusammen – und da müssen wir umverteilen.“ Aber natürlich müsse das bedacht geschehen. Zur Heiden: „Es wäre nicht sinnvoll, jemanden nach Büdingen zu versetzen, der in Emmershausen wohnt.“

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