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Stadtgalerie: Farbenfrohe Eindrücke eines vom Krieg gebeutelten Landes

„Syrien, Kunst und Flucht“ heißt eine neue Ausstellung in der Stadtgalerie. Künstler, die aus Syrien geflüchtet sind, haben Eindrücke ihrer Heimat auf Leinwand festgehalten.
Maya Rahou braucht Menschen um sich – auch bei ihrem künstlerischen Schaffen. Sie zeigt Porträts. Foto: Leo F. Postl Maya Rahou braucht Menschen um sich – auch bei ihrem künstlerischen Schaffen. Sie zeigt Porträts.
Neu-Isenburg. 

Ahmad Karno, ein aus Syrien geflüchteter Künstler, hat seine „heimatlichen Eindrücke“ in mehreren Kunstwerken darzustellen versucht. „Syrien ist so schön, man muss viele Bilder machen, um alle unterschiedlichen Schönheiten zu zeigen. Hier sind nur ein paar davon“, betont Karno, der seit vier Jahren in Nürnberg lebt. Eines seiner Lieblingskunstwerke ist jenes aus einer Mischung von Realität und Abstraktion: Menschen vor einer Stadt-Silhouette, darüber ein „Farbenfeuerwerk“. Hier hinterfragt er den Betrachter nach der Ursache des Feuerwerks. Seine anderen Werke zeigen „Mond über meiner Heimat“ oder auch das symbolisierte „Warten“.

Gefühl von Freiheit

Ganz anders sieht die Verbindung von Maya Rahou zu ihrer Heimat aus. „Ich brauche Menschen um mich und die gab es in meiner Heimat immer und überall – da war ein Vertrauen in Menschen, welches man in der Fremde nicht immer findet“, beschreibt die Künstlerin ihre Intensionen zu ihren Porträts. Rahou hat in Syrien Kunst studiert und als Grafikerin gearbeitet, seit gut einem Jahr hat sie bei Aschaffenburg eine vertraute Anlaufstelle gefunden. „Ich mag nicht gerne allein sein und brauche das Gefühl von Freiheit“, nennt sie die Gründe für das Verlassen ihres Heimatlandes.

Viele der in Deutschland und Europa lebenden Künstlern aus Syrien haben sich unter dem Netzwerk von Jabbar Abdullah zusammen gefunden. „Künstler finden immer eine Möglichkeit, um in Kontakt zu kommen, ich gebe ihnen nur eine Hilfestellung“, erklärt Abdullah.

Eine Annäherung

Nach einer ersten Ausstellung von Kunstwerken syrischer Künstler im vergangenen Jahr im Museum „Haus zum Löwen“, folgt nun eine größere in der Stadtgalerie Neu-Isenburg. Zu ihnen gehört auch Khawla Alabdullah, die ihren Master in Wandmalerei an der Universität Damaskus abgeschlossen und in den Jahren 2012 und 2013 als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität in Aleppo gearbeitet hat. Ihr Kunstwerk, ein Körper-Porträt einer jungen Frau mit einem Schlüssel an einer Kette in der Hand nennt sie „Geburt“.

Ahmad Naffori wurde 1989 in Damaskus geboren und legte sein Studium der Bildenden Kunst und Musik an der dortigen Universität ab. Nach einer längeren Station in Wien hat Naffori nun in Amsterdam Fuß gefasst, wo der Maler, Musiker und Komponist in Claudia Willmitzer nicht nur eine künstlerische Partnerin gefunden hat. Wie gut die beiden auch musikalisch harmonieren, belegten sie mit ihrer einstimmenden und begleitenden Musik,, bei der Vernissage der Ausstellung „Syrien, Kunst und Flucht“.

Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel zeigte sich von der Farbigkeit der Kunstwerke überrascht. „Flucht verbinden wir immer mit dunklen Stimmungen und düsteren Landschaften – und hier zeigen die Künstler richtig farbenfrohe Kunstwerke“, so Hunkel. „Durch ihre Kunst schaffen die Künstler auch eine Annäherung an das von Krieg und Leid betroffene Syrien und ihre Kunst ist auch Mittler zwischen den Menschen“, betonte das Neu-Isenburger Stadtoberhaupt und freute sich eine so zeitaktuelle Kunstausstellung in der Hugenottenstadt präsentieren zu können.

(lp)

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