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Evangelische Dekanate Dreieich und Rodgau: Fusion: "Es wird viele Diskussionen geben"

Aus den beiden evangelischen Dekanaten Rodgau und Dreieich wird im Jahr 2021 ein gemeinsames Dekanat. Damit werden nach vielen Jahrzehnten die evangelischen Christen in Götzenhain und Dietzenbach wieder Teil eines gemeinsamen Kirchenkreises – zusammen mit mehr als 25 weiteren evangelischen Kirchengemeinden von Langen bis Seligenstadt, die den Kreis Offenbach und die Hanauer Stadtteile südlich des Mains abbilden. Unsere Reporterin Nicole Jost hat zur geplanten Fusion mit Dekan Carsten Tag und Präses Bernhard Rücker (beide Rodgau) sowie Dekan Reinhard Zincke und Präses Frauke Grundmann-Kleiner ( beide Dreieich) gesprochen.
Dekan Carsten Tag sieht bei der Fusion die größte Herausforderung in der Planung der Pfarrstellen. Dekan Carsten Tag sieht bei der Fusion die größte Herausforderung in der Planung der Pfarrstellen.
Dreieich. 

Warum müssen die Dekanate Dreieich und Rodgau fusionieren? Wer hat die Entscheidung getroffen, Herr Zincke?

REINHARD ZINCKE: Der Gesetzgeber, das heißt unsere Landessynode, hat beschlossen, dass generell die Zahl der Dekanate verringert wird. Es wird dabei auch der Versuch unternommen, die Dekanate den Größen der politischen Kreise anzupassen. Wir hätten gut noch einige Jahre mit den alten Grenzen leben können. Unsere Dekanate sind im Grunde groß genug für eigene Strukturen.

Was wird das für Folgen für die Kirchenmitglieder in den betroffenen Dekanaten haben?

Ein Apfelbaum als Zeichen des Zusammenwachsens

„Als evangelische Christen und Christinnen in der Region des Kreises Offenbach wollen die’s schon jetzt fruchtbar machen“, so die beiden Dekane Pfarrer Carsten Tag (evangelisches Dekanat Rodgau)

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CARSTEN TAG: Wir hoffen, dass diese Veränderungen für die Gemeindemitglieder keine Auswirkungen haben. Es betrifft vor allem die Pfarrerinnen und Pfarrer und die Kirchenvorstände.

Werden die Mitglieder die beiden Anlaufstellen in Langen (Dekanat Dreieich) und Dietzenbach (Dekanat Rodgau) weiterhin behalten?

BERNHARD RÜCKER: Darüber ist noch keine Entscheidung gefällt worden.

Welche Folgen hat es für die Mitarbeiter und die beiden Dekane?

FRAUKE GRUNDMANN-KLEINER: Zunächst einmal werden alle Mitarbeiter übernommen. Erst bei einem Ausscheiden oder einer Ruhestandsversetzung werden Stellen, wenn nötig, reduziert.

Haben Sie bislang auch schon zusammengearbeitet?

Dekan Reinhard Zincke findet, dass die Kirche gar nicht so unattraktiv ist, wie sie immer gesehen wird. Bild-Zoom
Dekan Reinhard Zincke findet, dass die Kirche gar nicht so unattraktiv ist, wie sie immer gesehen wird.

RÜCKER: Ja, es gibt eine lange Tradition der Zusammenarbeit. In den Bereichen Erwachsenen- und Familienbildung, Notfallseelsorge, gesellschaftliche Verantwortung und Ökumene gestalten wir die Projekte schon lange gemeinsam und „teilen“ uns die Mitarbeiter.

Und welche Aufgaben gilt es bis zur Fusion 2021 noch zu bewältigen?

ZINCKE: In den einzelnen Arbeitsbereichen wie beispielsweise Kinder- und Jugendarbeit oder Kirchenmusik müssen die Konzepte aufeinander abgestimmt werden. Darüber hinaus müssen wir entscheiden, wo der Sitz des zukünftigen Dekanats sein wird und wie es heißen soll.

Welche Schwierigkeiten sehen Sie?

TAG: Die größte Herausforderung ist die Planung der Pfarrstellen bis 2025. Hier wird es in beiden Dekanaten Reduzierungen geben. Der genaue Umfang wird auf der nächsten Tagung der Landessynode entschieden. Wir sind aufgefordert, in zwei Jahren einen gemeinsamen Plan vorzulegen, der dann von unseren Synoden beschlossen wird. Hier wird es sicherlich viele Diskussionen geben.

Welche Aufgaben werden leicht zu erledigen sein?

GRUNDMANN-KLEINER: In den bestehenden gemeinsamen Arbeitsfeldern wird es schnell gehen, sich auf Konzepte zu einigen.

Wie wollen Sie die Kirche attraktiver für die Jugend machen?

ZINCKE: Ich glaube, sie ist gar nicht so unattraktiv, wie sie immer gesehen wird. Es gibt eine große Zahl von Jugendlichen, die nach der Konfirmation vor allem als Mitarbeiter im Konfirmandenunterricht aktiv bleiben, sich in der Arbeit mit Kindern engagieren oder in Musikgruppen mitspielen. Nach der Berufsausbildung gibt es meist einen Bruch in der Beziehung zur Kirche. Hier müssen wir unsere Konzepte weiterentwickeln, gerade was den Kontakt zu Singles angeht.

Was sehen Sie als größte zukünftige Herausforderung der Kirche an?

TAG: Es gibt jetzt schon einen Spagat zwischen den vielen Möglichkeiten, die wir als Kirche haben, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Aber durch den Rückgang der Mitglieder haben wir weniger Ressourcen, vor allem personelle und räumliche, um darauf adäquat reagieren zu können.

Wie steht das fusionierte Dekanat zum Thema Ökumene?

ZINCKE: Hier werden wir die gute Kooperation fortführen, die wir auch jetzt schon haben. Auf Kreisebene wird beispielsweise die Notfallseelsorge von der evangelischen und katholischen Kirche getragen.

Wer hatte die schöne Idee, die bisherige Dekanatsgrenze mit einer Streuobstwiese zu bepflanzen?

ZINCKE: Mein Kollege Carsten Tag. Und die beiden Dekanatssynodalvorstände haben diese Aktion sehr gerne aufgegriffen und unterstützt.

Wer wird die Bäume künftig pflegen und wer wird ernten?

TAG: Der Götzenhainer Obst- und Gartenbauverein wird den Baumschnitt vornehmen. Und Stefan Heck mit seiner Firma Hecks Gartengestaltung wird die Fläche mehrmals im Jahr mulchen und gießen, ernten werden die Mitarbeiter des Langener Konfirmandenunterrichts, um daraus den Petrusschoppen zu keltern.

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