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Freizeit- und Erholungszentrum: Heute beginnt die Badesaison am beliebten Waldsee

Von Das mit 900 Metern Strand größte Freizeit- und Erholungszentrum des Rhein-Main-Gebiets ist von heute an wieder geöffnet. Gelegenheit, zurückzublicken auf die Anfänge des Naherholungsmagneten in den frühen 1970er Jahren – mit exklusiven Aufnahmen des 2011 verstorbenen Pressefotografen Peter Trognitz aus dem Langener Stadtarchiv.
Badeglück der 1970er Jahre: Das Langener Stadtarchiv bewahrt die Bilder des verstorbenen Fotografen Peter Trognitz aus dieser Zeit auf. Badeglück der 1970er Jahre: Das Langener Stadtarchiv bewahrt die Bilder des verstorbenen Fotografen Peter Trognitz aus dieser Zeit auf.
Langen. 

Mehrere Generationen haben die Badefreuden am Langener Waldsee lieben gelernt und wollen sie nicht mehr missen. Da scheint eine Zeitreise zurück in das Jahr 1972 reizvoll, als der Waldsee am 17. Mai feierlich und mit großem Medienrummel als neues Aushängeschild der Rhein-Main-Region vom damaligen Sozialminister Horst Schmidt eröffnet wurde. Wasserratten hatten den See zwar schon lange davor genutzt; von nun aber waren Schwimmen, Planschen und Sonnenanbeten ganz legal und mit dem Komfort eines ausgebauten Strandbades möglich.

Army-Soldaten und Rocker

Die Frühphase des Freizeitparadieses, genauer den Sommer 1977, verknüpft der Langener Bäderchef Joachim Kolbe (56) bis heute mit besonderen Erinnerungen: „Wir sind damals als 15-Jährige mit dem Mofa oder dem Bonanza-Fahrrad an den See gefahren und haben da unsere ersten Hippie-Erfahrungen gemacht.“

Er beschreibt den Strand als Treffpunkt von Menschen unterschiedlichster Couleur, als Schmelztigel von Jugendszene und Subkulturen. „Viele Amerikaner von der Air Base trafen wir da. Und alte Rocker, die in der Mitte des Sees eine Insel besetzt hatten.“ Kolbe schwärmt von einem „libertären Zentrum: Wenn aus meiner pubertären Sicht Freiheit irgendwo gelebt wurde, dann passierte es in diesen Sommern am Waldsee.“

Dieses Flair habe sich der Ort in seinen Augen noch lange bewahrt: „Ob es die Techno-Leute, die Schwulenszene oder die FKK-Bewegung waren – es gibt eigentlich nichts, was der Waldsee nicht über die Jahre erlebt und gesehen hat.“ Darin sieht Kolbe eine Art sozialen Zauber, den sich das Gewässer über fast 50 Jahre hinweg bewahrt habe: „Alle gesellschaftlichen Schichten haben dort ihren Platz gefunden. Bis heute gebe es ein Nebeneinander der unterschiedlichsten Milieus und finanzieller Möglichkeiten: Segler, Surfer, Angler. Alte Besucher, die FKK, und neue, die Party machen wollen. Camping-Freunde, die für die gesamte Saison ihr Zelt aufschlagen. Papas und Mamas, die übers Wochenende mit ihren Kindern kommen. „Alle sind sie willkommen,“ so Joachim Kolbe.

Den Charme der frühen Waldsee-Jahre hat der 2011 verstorbene Pressefotograf Peter Trognitz eingefangen, dessen Fotos das Langener Stadtarchiv zur Verfügung stellt. Seine Witwe Irene Trognitz erinnert sich gegenüber dieser Zeitung, wie „ich damals noch die Bildunterschriften am Küchentisch auf meiner Schreibmaschine tippte.“ Ihr Mann habe einen besonderen Blick für die Landschaften und die Menschen sowie ein Gespür für den richtigen Moment gehabt.

Kostbare Erinnerungen

Der Waldsee sei ihm Jagdrevier für seine im heimischen Labor entwickelten Schnappschüsse gewesen. Das Gewässer wusste das Ehepaar Trognitz schon zu schätzen, „als es eigentlich nur eine Kiesgrube war. Unser Sohn Martin war noch klein und spielte im Sand. Wir kamen oft hierher, natürlich immer mit unserem Sonnenschirm.“

Die gebürtige Schlesierin Irene Trognitz kam 1954 als kleines Kind nach Langen, wo sich später ihr aus Thüringen stammender Mann in das hübsche 15-jährige Schulmädchen mit dem Pferdeschwanz verliebte. „Ich vermisse ihn“, sagt Irene Trognitz und fügt hinzu: „Aber es gibt viele schöne gemeinsame Erinnerungen“. Die ausgelassenen Stunden am Langener Waldsee gehören dazu.

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