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Dekanat Dreieich: Hilfe für die Ärmsten in Bangladesch

Mit „Ein Leben lang genug Reis“ sollen arme Familien in Bangladesch auf lange Sicht in die Lage versetzt werden, sich selbst zu ernähren. Das evangelische Dekanat Dreieich sammelt in diesem Jahr für das Projekt.
Mütter müssen in Bangladesch oft allein ums Überleben der Familie kämpfen. Sie stehen im Mittelpunkt des Projekts. Mütter müssen in Bangladesch oft allein ums Überleben der Familie kämpfen. Sie stehen im Mittelpunkt des Projekts.
Kreis Offenbach. 

Die Selbsthilfe in Bangladesch wird in diesem Jahr im evangelischen Dekanat Dreieich besonders gefördert. Auf der sechsten Tagung der zwölften Synode wählten die Delegierten die Aktion „Ein Leben lang genug Reis“ des Wetzlarer Vereins Netz als neues sozial-ökumenisches Projekt aus, das damit im Jahr 2018 mit Kollekten und Spenden der Kirchengemeinden unterstützt wird.

„Das Projekt will die ökonomische und soziale Situation von mehr als 1000 der ärmsten Familien im Norden von Bangladesch, das oft von Überflutung betroffen ist, unmittelbar verbessern“, erläutert Christiane Musch. „Ihr Leben ist gekennzeichnet von Unterernährung, sie verfügen über keinerlei Landbesitz, Tiere, sonstiges Kapital, und sind darauf angewiesen, sich als Tagelöhner in der Landwirtschaft zu verdingen“, fährt die Beauftragte für Mission und Ökumene im Dekanat fort. Andere Erwerbsmöglichkeiten gebe es nicht, staatliche Hilfen erreichten die Menschen auf dem Land nicht. Ferner seien Rechtsverletzungen wie Kinderehen oder häusliche Gewalt an der Tagesordnung. „Frauen sind in Bangladesch traditionell benachteiligt, daher stehen sie im Mittelpunkt des Projekts“, so die Langener Pfarrerin.

Saatgut und Pacht

In den entlegenen Regionen des Landes müssen Mütter oft allein ums Überleben der Familie kämpfen, wenn der Mann gestorben oder wegen Krankheit nicht arbeitsfähig ist. Diesen Frauen bietet das Projekt „Ein Leben lang genug Reis“ die Chance auf eine dauerhafte Grundversorgung: Sie erhalten als Startkapital Saatgut und Pacht für ein Feld, eine Kuh oder Bambus zur Korbflechterei. Parallel dazu lernen sie Gemüseanbau, Tierhaltung und den Umgang mit Geld. Entwicklungsfachleute beraten sie.

Familien und Gemeinden sind von Anfang an in die Planung und Umsetzung einbezogen: Die Frauen gründen Selbsthilfeorganisationen, welche die Lebenssituation in den Dörfern mitgestalten. Jede Familie erstellt einen Entwicklungsplan. Ziel ist eine Verdreifachung des Einkommens der teilnehmenden Familien.

Aus tiefster Not befreien

Gleichzeitig erstellen die beteiligten Gemeinden einen Vorsorgeplan für künftige Flutkatastrophen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es 85 Prozent der Familien schaffen, sich innerhalb von drei Jahren aus tiefster Not zu befreien. Sie können dann selbst für Nahrung, Kleidung, die Wahrung ihrer Rechte und die Schulbildung der Kinder sorgen.

Der Verein Netz unterstützt seit über 25 Jahren die Ärmsten in Bangladesch und arbeitet ausschließlich mit lokalen Partnern. Das stärkt lokale Strukturen und gewährleistet die Implementierung von lokalem Wissen.

(red)

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