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Zuzug von vielen Familien verschärft Situation: Verzweifelte Suche nach Betreuungsplätzen

Von Eltern, die in Zeppelinheim einen Betreuungsplatz für ihre Kleinen suchen, müssen teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Das ruft die SPD auf den Plan. Fachbereichsleiter Bernd Pufahl erklärt, dass keine kurzfristige Lösung in Sicht ist.
Auf dem lauschigen Gelände der Kita hinter dem Zeppelin-Museum fühlen sich die Kinder sehr wohl. Doch nicht alle bekommen dort einen Betreuungsplatz. Auf dem lauschigen Gelände der Kita hinter dem Zeppelin-Museum fühlen sich die Kinder sehr wohl. Doch nicht alle bekommen dort einen Betreuungsplatz.
Neu-Isenburg. 

Im einst etwas verschlafenen Stadtteil Zeppelinheim wird es zunehmend lebendiger. Dies gilt besonders für den Zuzug junger Familien mit Kindern. Das bringt es mit sich, dass die Klassenstärke in der Selma-Lagerlöf-Schule kräftig angestiegen ist und es gleichzeitig zunehmend an vorschulischer Betreuung, insbesondere von Kindern unter drei Jahren, fehlt. Das hat jetzt den Ortsbeirat Zeppelinheim und die Isenburger SPD auf den Plan gerufen.

Die Sozialdemokraten berichten von zunehmend verunsicherten Müttern und Vätern. Im Laufe des Jahres sei es immer wieder zu Nachfragen von Eltern gekommen, die dringend auf eine U 3- oder Kita-Betreuung angewiesen seien, aber trotz rechtzeitiger Anmeldung keinen Platz bekämen. „Teilweise ist von Wartefristen von bis zu einem Jahr die Rede – und das, obwohl sich viele Eltern bald nach der Geburt ihres Kindes auf einer Warteliste haben eintragen lassen“, berichtet Ortsvorsteher Sebastian Stern (SPD). Seine Partei hat hierzu nun eine Anfrage an die Stadt formuliert.

Gründe für erhöhten Bedarf

Darin führen die Genossen aus, dass in den vergangenen Jahren viele Familien mit Kindern im Kita- und Grundschulalter nach Zeppelinheim gezogen seien. Zudem habe es im Stadtteil einen Generationenwechsel gegeben. Ferner habe sich in den vergangenen Jahren bundesweit die Anzahl der Geburten erhöht, immer mehr Eltern – derzeit werde von etwa 44 Prozent ausgegangen – wünschten sich eine U 3- Betreuung für ihre Kleinen. Hinzu komme der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz beziehungsweise auf Betreuung bei einer Tagesmutter.

„Aus all diesen Gründen gibt es einen erhöhten Bedarf an Plätzen im U 3-, Kita- und im Grundschulbereich auch in Zeppelinheim“, so die SPD, die sich gleichzeitig nach der aktuellen Situation erkundigt. „Wie sieht die Belegungssituation im Kita- und U 3-Bereich aktuell aus? Wie viele Kinder werden in den nächsten Wochen und Monaten aufgenommen? Wie viele Kinder werden in Zeppelinheim von Tagesmüttern betreut? Sind Notfallplätze vorhanden und wenn ja, wie viele und für welches Klientel?“, wollen die Genossen in ihrer Anfrage wissen.

Bernd Pufahl, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, nimmt auf Anfrage dieser Zeitung schon mal Stellung zur Situation in Zeppelinheim. „Wir haben, für uns alle ziemlich überraschend, einen wahren Schub an Zuzügen besonders von jungen Familien zu verzeichnen“, bestätigt Pufahl. Gab es in der Selma-Lagerlöf-Schule bisher Klassenstärken von zehn oder zwölf Kindern, so habe sich die Zahl in manchen Jahrgängen fast verdoppelt. „Diese Situation setzt sich auch in den jüngeren Jahrgängen fort, so dass wir tatsächlich einen Engpass in der vorschulischen Betreuung haben.“

Kapazitätsgrenze erreicht

Mit der Fachaufsicht im Dietzenbacher Kreishaus sei zwar eine Erhöhung der maximalen Kapazitätsgrenze erreicht worden, aber jetzt sei endgültig Schluss. „Wir können und dürfen über 50 Kita-Kinder und zehn Plätze in der U 3-Betreuung nicht hinaus“, verweist Pufahl auf gesetzliche Auflagen. Der Fachbereichsleiter bringt eine zusätzliche Alternative ins Spiel: „Mit den Tagesmüttern – in Zeppelinheim werden derzeit acht Kinder betreut – konnten wir bisher die angespannte Situation immer noch abfangen.“

In der Kita Zeppelinheim wurden in den Ferien Renovierungsarbeiten vorgenommen und Räume neu organisiert, doch größer ist die Einrichtung dadurch nicht geworden. Eine Erweiterung bedarf einer längeren Vorplanung. „Jetzt müssen sich die Gremien, wie Ortsbeirat, Magistrat und Parlament, damit beschäftigen, dann kann man auch über entsprechende Lösungen entscheiden“, skizziert Pufahl die nächsten Schritte.

Wer jetzt sein Kind für eine U 3- oder Kita-Betreuung in Zeppelinheim anmeldet, den muss Kita-Leiterin Heike Graf auf das nächste Jahr verweisen. „Wenn wieder Kinder eingeschult werden, dann können wir auch wieder neue aufnehmen“, erklärt sie. „Wir haben es hier wirklich wunderschön, nur etwas größer könnte alles sein“, beschreibt Graf den Idealzustand.

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