E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige 24°C

Gericht: 15-fach Vorbestrafter soll fünf Jahre und neun Monate ins Gefängnis

Von Das Landgericht Limburg hat einen inzwischen 57-jährigen Bad Camberger zu fünf Jahren und neun Monaten Freiheitstrafe verurteilt. Die 5. große Strafkammer sah den 15-fach Vorbestraften als überführt an, acht besonders schwere Diebstähle und Sachbeschädigungen begangen zu haben. In fünf weiteren Fällen misslang der Diebstahl.
Foto: Peter Steffen (dpa)
Bad Camberg. 

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Marco Schneider ging über die von Staatsanwältin Selina Pawlick geforderte Strafe sogar noch zwei Monate hinaus. Verteidiger Dr. Hans-Jürgen Kost-Stenger hatte sieben Monate weniger gefordert.

Der Angeklagte hatte gestanden, vom 17. Februar bis 18. Mai in 13 öffentliche Gebäude im des Landkreises Limburg-Weilburg eingedrungen zu sein, um dort ausschließlich Bargeld zu erbeuten. Wenig mehr als 1000 Euro waren es schließlich, die er in Rathäusern, Feuerwehrgerätehäusern, einer Kindertagesstätte und einer Grundschule erbeutete. Ein geplanter Beutezug in der Volksbank-Filiale in Obertiefenbach schlug fehl. Die Beute steht in keinem Verhältnis zum angerichteten Sachschaden, der auf rund 20 000 Euro geschätzt wurde.

Am Verhandlungstag am Montag ging es vor allem um die kriminelle Vergangenheit des 57-Jährigen. Seit 1977 ist der unscheinbare, groß gewachsene Mann als Berufsverbrecher unterwegs und hat fast 25 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht. Als Einzelgänger war er auch zwischen 2003 und 2005 unterwegs, als er 20 Bankfilialen im Raum Frankfurt und Gießen überfiel und insgesamt 141 000 Euro erbeutete. Das Geld verbrauchte er für sich, seine von ihm heiß geliebte Mutter, seine thailändische Frau, die in Südostasien lebt, und den gemeinsamen Sohn. Für diese Überfälle kassierte er damals eine Haftstrafe von zwölf Jahren.

Staatsanwältin Selina Pawlick wertete das umfängliche Geständnis der jüngsten Taten und die Tatsache, dass es in allen Fällen keine Personenschäden gegeben habe unter anderem als strafmildernd. Nachteilig zu werten seien jedoch das umfangreiche Strafregister als auch die Tatbegehung während der Bewährungszeit.

Verteidiger Dr. Hans-Jürgen Kost-Stenger sagte, „auch ein Verbrecher hat das Recht, in Ruhestand gehen zu dürfen“, und unterstellte, dass sein Mandant, nach der nun zu verbüßenden Haft nicht mehr straffällig werden werde. Er verwies darauf, dass sein „Schützling“ bei seinen Taten niemals Gewalt angewendet habe und dass dieser in seinem Leben wahrscheinlich nie mehr die geliebte Mutter oder seine Frau und Kind werde sehen können. „Das Leben meines Mandanten ist ohne irgendwelche Perspektiven und daher plädiere ich für eine Strafe, die nicht mehr als fünf Jahre und zwei Monate betragen darf“, sagte der Verteidiger.

Die Kammer schloss sich indessen weitgehend der Auffassung der Staatsanwältin an.

Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen