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Wettbewerb: Beteiligung an Weilburger Klinik: St. Vincenz geht leer aus

Von Die Lahn-Dill-Kliniken Wetzlar bekommen eine Minderheitsbeteiligung (neun Prozent) am Kreiskrankenhaus Weilburg. Die St.-Vincenz-Klinik in Limburg, die sich ebenfalls um eine Beteiligung bemüht hatte, geht zunächst leer aus, die Tür für eine Kooperation sei damit aber nicht zugeschlagen, hieß es. In Limburg zeigte man sich enttäuscht.
Das St.-Vincenz-Krankenhaus in Limburg hat bekommt keine Minderheitsbeteiligung.. . Foto: Anette in Concas Das St.-Vincenz-Krankenhaus in Limburg hat bekommt keine Minderheitsbeteiligung.. .
Limburg. 

Die Lahn-Dill-Kliniken erhalten eine Minderheitsbeteiligung am Kreiskrankenhaus Weilburg. In einem von CDU und SPD beantragten Begleitbeschluss forderte der Kreistag die Krankenhäuser Weilburg, Lahn-Dill-Kliniken und St. Vincenz auf, Gespräche zur weiteren Fortentwicklung zu führen.

Dr. Klaus Valeske (FDP) betonte, das Kreiskrankenhaus Weilburg habe sich enorm positiv entwickelt. Eine Anbindung an einen Partner sei mit Risiken verbunden. Die FDP habe mit den Krankenhäusern Weilburg und Limburg Gespräche geführt. Ein abschließendes Meinungsbild sei nicht möglich gewesen. Eine Minderheitsbeteiligung von Lahn-Dill an Weilburg sei ein wichtiger Schritt, es gehe schließlich um die Versorgung aller Bürger. Eine von FDP und Freien Wählern gewünschte Verschiebung der Abstimmung, um weitere Beratungen zu ermöglichen, fand keine Mehrheit.

Albrecht Fritz (FWG) sagte, die Diskussion um die Beteiligung der Lahn-Dill-Kliniken die Gemüter erhitzt. Es sei viel Vertrauen zerstört worden. Er habe den Eindruck gewonnen, dass ein Keil in die bisher funktionierende Kooperation des Kreiskrankenhauses Weilburg mit dem Vincenz-Krankenhaus Limburg getrieben wurde. Für die Gesundheitsregion Limburg-Weilburg möglicherweise mit fatalen Folgen. Andreas Hofmeister (CDU) meinte, mit Limburg und Weilburg seien zwei große Krankenhäuser vorhanden, die gut kooperierten, und das sollte weiter vertieft werden. Mit der Minderheitsbeteiligung der Lahn-Dill-Kliniken an Weilburg werde die Tür zur weiteren Zusammenarbeit mit Limburg nicht zugeschlagen. Aber es biete sich ein Baustein für die Zukunft an, denn es gehe auch um Fördermittel des Landes Hessen und den Aufbau einer Radiologie im Krankenhaus Weilburg. Sabine Häuser-Eltgen von den Grünen sprach von einer emotional aufgeladenen Diskussion, die darin gipfelte, dass Kreistagsabgeordnete aus Weilburg unter Druck gesetzt worden seien.

In der Gesundheitsversorgung, so die Sprecherin der Grünen, könnten nur Verbünde überleben. Ihr sei bekannt, dass alle drei Krankenhäuser Gespräche führen wollten, um die Zukunft und Weiterentwicklung ihrer Häuser zu sichern.Dass alle die Krankenhäuser Limburg und Weilburg erhalten wollen, darüber bestehe doch Klarheit, meinte Jörg Zimmermann (Die Linke). Aber die Gespräche dazu seien nicht transparent gewesen. Dafür habe die jüngste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ein beschämendes Bild abgeben, als erst nach Kritik aus dem Gremium dem Vertreter des Vincenz-Krankenhauses ein Rederecht eingeräumt worden sei. Kämpferisch agierte SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Frank Schmidt. „Das Kreiskrankenhaus Weilburg ist unser Haus“, so Schmidt. Weilburg habe gute Verbindungen zu mehreren Krankenhäusern, auch zum St. Vincenz. Es gehe darum, Partner auf Augenhöhe zu sein. Wenn nun eine Radiologie in Weilburg eingerichtet werden könne, dann sei das ein riesiger Gewinn. Schmidt richtete an die Vertreter von St. Vincenz die Empfehlung, „Vertrauen zu schaffen“. Mancher Brief, wäre besser nicht geschrieben worden. Sich auf Augenhöhe untereinander zu unterhalten, empfahl auch Valeske. Deshalb tue es gut, sich noch etwas Zeit zu nehmen. Dr. Bernhard Herrmann (AfD) meinte, Verbünde zu schaffen sei wichtig, aber Konkurrenz aufzubauen sei falsch. Deshalb plädiere die AfD für weitere Beratungen. Der Antrag der Vertagung auf die nächste Kreistagssitzung erhielt nur 15 Ja-Stimmen. Die Mehrheit des Kreistages mit CDU, SPD und Grünen lehnte dies ab.

Zwei Gegenstimmen

Bei zwei Gegenstimmen der Linken und neun Enthaltungen stimmte der Kreistag mit großer Mehrheit (CDU, SPD, Freie Wähler und Grüne) einem Vertrag der Lahn-Dill-Kliniken mit dem Kreiskrankenhaus zu. In einem von CDU und SPD beantragten Begleitbeschluss forderte der Kreistag die drei Krankenhäuser auf, Gespräche zur weiteren Fortentwicklung zu führen. In Limburg wurde die Entscheidung mit Enttäuschung aufgenommen. „Wir hätten uns gerne als Partner gesehen, damit wir unsere Zusammenarbeit in unserem Kreis weiter intensivieren können“, teilte Guido Wernert, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz der Presse mit. Man stehe aber für ein enges Miteinander weiterhin zur Verfügung.

Für das St. Vincenz wäre die Beteiligung am Kreiskrankenhaus – oder einer anderen hessischen Klinik wichtig gewesen, um Landesfördertöpfe optimal ausschöpfen zu können. Da aber noch kein gesetzgeberisches Verfahren laufe, sei noch nicht absehbar, ob und wie viel Geld dem Klinikum entgehe, so Wernert.

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