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Bauen: Die Stadtmitte von Hadamar soll nun doch erneuert werden

Von Im Frühjahr vergangenen Jahres sah es so aus, als habe die Fürstenstadt eine historische Chance vertan. Investor Klaus Rohletter zog sich aus dem Projekt „Neue Mitte“ zurück. Dann übernahm sein Sohn die Planung und konzipierte eine neue alte Mitte. Und die pulsiert, sagt er.
4 000 Quadratmeter Nutzfläche sind saniert. Bilder > Foto: onemorepicture / Alexandra Michel 4 000 Quadratmeter Nutzfläche sind saniert.
Hadamar. 

Vor eineinhalb Jahren platzte für die Bürger der Fürstenstadt ein Traum: Die von Bauunternehmer und Investor Klaus Rohletter präsentierten Pläne für eine neue Mitte scheiterten. Ein großer Teil der Stadtverordneten war skeptisch, denn für die Umgestaltung des Areals, auf dem unter anderem ein großer Supermarkt entstehen sollte, hätte die Verkehrsführung geändert werden müssen.

Chancen vertan

Ob sich diese Änderung im Parlament als mehrheitsfähig erweisen würde, war fraglich und für Klaus Rohletter so unwägbar, dass er sein Millionenprojekt stornierte und sich aus dem Vorhaben zurückzog. Ja, enttäuscht sei er gewesen, erinnert er sich. Auch Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) bedauerte, dass seine Stadt die Chance auf eine neue Mitte vertan hatte. Dennoch: „Viel Zeit, um sauer zu sein, hatten wir gar nicht“, sagt Rohletters Sohn Benedikt, der die Planung eines anderen Projekts übernahm und die Sanierung der Markthalle in die Wege leitete.

In der Faulbacher Straße gehen die Arbeiten für den Neubau eines Mehrfamilienhauses zügig voran. Foto: Heike Lachnit
Neubau und Kernsanierung 22 neue Sozialwohnungen entstehen in Hadamar

Die gemeinnützige Baugenossenschaft Hadamar schafft im Jahr 2018 durch Neubau und Kernsanierung eines Gebäudes 22 neue Sozialwohnungen. Realisiert werden diese Vorhaben mit Hilfe des Kommunalen Investitionsprogramms (KIP).

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Dem 22-jährigen Studenten der Betriebswirtschaftslehre gelang eine unternehmerische Volte, weil „wir bislang nicht mit vorhandenen Objekten gearbeitet haben, sondern immer neu gebaut haben“. Er analysierte die Situation und stellte fest: „Einerseits hatten wir etwas, das wir eigentlich gar nicht wollten. Andererseits musste es ja weitergehen.“

Keine Zeit für Ärger

Das Vorhaben in Hadamar war insofern eine Premiere. Anstatt der ursprünglich geplanten zehn Millionen, die für den Neubau investiert werden sollten, steckte Rohletter Junior rund 1,5 Millionen Euro in die Sanierung. Die Haustechnik wurde erneuert, das Dach repariert und der Innenausbau modernisiert. Dabei habe man ganz überwiegend mit Handwerksbetrieben aus der Region zusammengearbeitet, sagt der Juniorchef Benedikt Rohletter. „Das Projekt sollte gut werden – und wir wollten den Bezug zu Hadamar herstellen.“ Die Bürger sollten spüren, „hier entsteht was für uns“.

Ein echtes Schmuckstück wurde die Immobilie am Kreisel Gymnasium/ Hospitalstraße trotzdem nicht. Dennoch begann das Gebäude schon wenige Tage nach der Entscheidung, das Neubauprojekt fallen zu lassen, eine gewisse Anziehungskraft zu entfalten. Ein Steinbacher Makler stellte einen Kontakt zwischen dem Investor und dem Betreiber einer Fitness-Studio-Kette her. Dessen Franchisenehmer Fued Demni war von den Gegebenheiten begeistert und unterschrieb einen Mietvertrag für eine Fläche von 1 000 Quadratmetern. Ein Mode-Discounter mietete ebenfalls 1 000 Quadratmeter. Außerdem sind eine Metzgerei, eine Bäckerei, Arztpraxen und Privatwohnungen in dem Gebäude untergebracht.

95 Prozent sind vermietet

Über insgesamt 4 000 Quadratmeter Nutzfläche erstreckt sich die Immobilie am Verkehrskreisel schräg gegenüber des Hadamarer Schlosses. 95 Prozent davon sind inzwischen vermietet, sagt der Eigentümer des Hauses, Klaus Rohletter. Lediglich 277 Quadratmeter sind in dem Gebäude jetzt noch frei. Vor rund einem Jahr hatte die Vermietungsquote bei nur 30 Prozent gelegen.

Mieter Fued Demni, der Betreiber des Fitness-Studios im ersten Stock der Markthalle, ist zufrieden. Auf die Rückseite des Gebäudes hat er ein Graffito malen lassen: Zwei Sportler, die vor der Silhouette der Stadt trainieren. Das Geschäft sei seit Eröffnung im Januar gut angelaufen. Die Auslastung liege bei etwa 40 Prozent. Er ist zuversichtlich, dass sich die „Ansätze für die Bedeutung des Gesundheitsmanagements in Hadamar“ positiv entwickeln werden. Deshalb habe er beispielsweise ortsansässigen Unternehmen Gruppenmitgliedschaften angeboten. Auch dem Unternehmen von Klaus Rohletter und auch der Stadtverwaltung.

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