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Umstrittenes Kirmes-Event bei Limburg: Sprengt diese Mallorca-Party den Rahmen?

Von Die erste Zeltkirmes dieses Jahr im Kreis hat zu Diskussionen geführt. Konkret geht es um die Mallorca-Party in Malmeneich. Ging das Programm zu weit für eine Kirchweih? Ein breites, vorwiegend junges Publikum wurde angesprochen und war begeistert.
Ist das noch akzeptabel bei einer Kirchweih: Sängerin Mia Julia legte in Malmeneich einen Striptease hin. Foto: Klaus-Dieter Häring Ist das noch akzeptabel bei einer Kirchweih: Sängerin Mia Julia legte in Malmeneich einen Striptease hin.
Elz-Malmeneich. 

Sie singen Lieder wie „Hackevoll durch die Nacht“, einer kommt mit gestrecktem „Stinkefinger“ auf die Bühne, und das Publikum im Zelt tobt, wenn der heimische Mallorca-Star Ikke Hüftgold „Dicke Titten Kartoffelsalat“ singt. Nein, das liegt nicht am Text. Und ja, manches sind bewusste Provokationen. Oft geht es um Ironie. 2000 vorwiegend junge Leute, die bei der Mallorca-Party in Malmeneich ausgelassen feierten, wussten das zu schätzen. Was noch? „Ja, die eine Sängerin, ich weiß nicht mehr wie sie heißt, hat sich wohl ausgezogen. Wir haben das nicht mitbekommen“, meinte ein Gast gegenüber der NNP. Doch es geht um die Kirchweih, Ursprung des Festes. Passt das alles in ein Konzept?

Die Diskussion schlägt Wellen. Dabei geht es um inhaltliche und organisatorische Kritik. Wir haben nachgefragt beim Vorsitzenden des Malmeneicher Kultur- und Freizeitvereins Meik Wagner. Zunächst einmal: Der Striptease der Sängerin Mia Julia sei nicht abgesprochen gewesen. Vorstandsmitglied Nico Riefert ergänzt: „Wir wussten, dass sie das früher gemacht hat. Wir haben nichts vorgeschrieben, sondern ihr die Entscheidung überlassen. Künstlerische Freiheit.“ Das Publikum habe die Aktion eingefordert, die Sängerin reagiert.

Über Geschmack lasse sich streiten. Die Begeisterung während der Kirmesfeierlichkeiten, die durchweg positiven Rückmeldungen der Besucher sowie die Stimmung im Zelt an beiden Abenden zeige, dass sehr viel richtig gemacht wurde. Und natürlich: Wie bei jeder Kirmesburschendisco sei auch diese Veranstaltung darauf ausgerichtet gewesen, einen Überschuss zu erwirtschaften. In den vergangenen Jahren seien diese Gewinne in großem Maße für das Gemeinwohl und gemeinnützige Projekte in Malmeneich eingesetzt worden.

50 freiwillige Helfer

Dies ganz bewusst ohne professionelle Security. „Das ist eine Grundeinstellung des Vereins und ein positives Signal an unsere Gäste“, sagt der Meik Wagner. Deshalb seien die freiwilligen Helfer so massiv im Einsatz gewesen. „Zwölf Leute sind wir im Vorstand, da sind alle eingespannt, außerdem waren wir mit allen Helfern 50 Leute, die die ganze Zeit mit angepackt haben.“ Mit dabei seine 81-jährige Mutter, über die Kirmestage beim Gläserspülen aktiv. „So etwas funktioniert nur, wenn alle etwas tun.“ Das Konzept ging auf: Unterm Strich habe es keine großen Vorkommnisse gegeben. Zur Toiletten-Frage: Neben dem Toilettenwagen der Gemeinde Elz hätten drei zusätzliche Dixi-Klos zur Verfügung gestanden. Ob ein weiterer Toilettenwagen das kritisierte „Wildpinkeln“ eindämme, sei fraglich, aber sicher ein Punkt, der für die Planungen kommender Veranstaltungen berücksichtigt werde.

Der Vereinsvorstand bedaure in diesem Zusammenhang, dass Mitglieder des Vereins sowie der Gemeindevertretung Elz und Malmeneich ihren Missmut über Leserbriefe zum Ausdruck gebracht haben: „Wir hatten und haben stets ein offenes Ohr für Kritik oder Verbesserungsvorschläge und hätten einen Austauschs- und Diskussionsabend zusammen mit Gemeindevertretern, dem Bürgermeister der Gemeinde Elz und uns, dem Vorstand des Kultur- und Freizeitvereins, begrüßt.“ Ein solches Gespräch soll noch geführt werden. Falsch sei zu behaupten, die christlichen Werte und der Sinn des Kirchweihfestes seien nicht bedacht oder missbraucht worden, verweist der Verein unter anderem auf die beiden Gottesdienste am Sonntag und Montag sowie das Engagement der Kirmesbuschen und -mädchen hierbei.

Wieder eine Mallorca-Party

Ob es wieder eine Mallorca-Party gibt? Der Verein habe es vor – allerdings in anderer Besetzung, sagt Meik Wagner. Man müsse bedenken: Während in anderen Orten die Kirmes entweder ausgestorben oder in einem für Malmeneich unmöglichen Rahmen (wechselnde Ausrichter) gefeiert werde, arbeite hier ein ganzes Dorf eine Woche Hand in Hand. Dies gelte vom Auf- bis Abbau des Zeltes über Dienste in jeglicher Form. Sogar Weggezogene kämen über die Kirmes wieder, um zu helfen.

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