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Experten: Filmteam aus USA vor Ort: Klinikneubau weltweit attraktiv

Der Klinikneubau in Höchst lockt Energie- und Baufachleute aus aller Welt nach Frankfurt. Denn an der Windthorststraße entsteht aktuell das weltweit erste zertifizierte Krankenhausgebäude im Passivhaus-Standard. Vergangene Woche war eine Delegation einer Bostoner Projektentwicklungsgesellschaft vor Ort und hat sich auf der Baustelle umgeschaut.
Karsten Valentin, Geschäftsführer der Zentrale Errichtungs-Gesellschaft mbH für das Klinikum Frankfurt-Höchst führt eine kanadische Besuchergruppe, die sich für die Passivbauweise interessiert. Foto: Maik Reuß Karsten Valentin, Geschäftsführer der Zentrale Errichtungs-Gesellschaft mbH für das Klinikum Frankfurt-Höchst führt eine kanadische Besuchergruppe, die sich für die Passivbauweise interessiert.
Höchst. 

Das neue Klinikum in Höchst, das seit Sommer 2016 an der Windthorststraße im Passivhaus-Standard gebaut wird, gilt als internationaler Vorreiter. „Es ist das erste Krankenhaus weltweit, das als Passivhaus gebaut wird“, erklärt Karsten Valentin, Geschäftsführer der Zentralen Errichtungsgesellschaft (ZEG) und zuständig für den Klinikneubau. Um von den Erfahrungen der Frankfurter zu lernen, war am vergangenen Freitag eine sechsköpfige Delegation der Projektentwicklungsgesellschaft MP Boston aus der Stadt an der Ostküste der USA angereist. „Wir haben einen Rundgang über die Baustelle gemacht, haben uns die Verwaltungs- und die Technikräume und den Hubschrauberlandeplatz angeschaut“, erklärt Brad Mahoney von MP Boston. Er ist Projektleiter des „Winthrop Centers“, einem 60-geschossigen Hochhaus, das in den kommenden vier Jahren in Boston entstehen soll. In einen Großteil der Gebäudefläche sollen Büros im Passivhaus-Standard einziehen, der Rest wird als Eigentumswohnungen errichtet. „Es wird das weltweit größte Bürogebäude im Passivhaus-Standard“, erklärt Mahoney. Eine Woche lang waren er und seine Mitarbeiter in der Rhein-Main-Region unterwegs, haben sich unter anderem Heidelberg angesehen, die derzeit weltweit größte Passivhaus-Wohnsiedlung und das erste Passivhaus überhaupt in Kranichstein.

Passivhäuser-Ursprung

„Wir wollten uns ansehen, wie Passivhäuser in Deutschland gebaut werden“, erklärt Mahoney. „Denn hier ist der Ursprung der Passivhausbauweise.“ Auf der Baustelle in Höchst war seine Delegation besonders von den etwa 1000 dreifach verglasten Fenstern begeistert gewesen. „In Boston sind die Winter sehr kalt, da braucht man vor allem auch in Büros viel Energie zum Heizen“, sagt Nicole Yonke, Marketing-Chefin von MP Boston. Deshalb seien sie immer auf der Suche nach Ideen, energie- und stromsparend zu bauen. „Man muss ja immer auch die Umwelt im Fokus haben“, sagt Yonke.

Ihre Erfahrungen während des Besuchs in Frankfurt, Darmstadt und Heidelberg haben die MP-Boston-Mitarbeiter auch mit der Videokamera gefilmt. „Die meisten Menschen in Boston haben noch nie etwas von einem Passivhaus gehört“, sagt Yonke. Mit dem Film, der zum Spatenstich des „Winthrop-Centers“ in knapp drei Wochen auf der Internetseite von MP Boston veröffentlicht werden soll, wollen Yonke und ihre Kollegen zeigen, wie energiesparendes, umweltschonendes und wirtschaftliches Bauen funktionieren kann.

Die Gruppe aus den USA ist nicht die erste, die sich für einen Rundgang interessiert. „Es waren schon Delegationen von Energie-Experten aus ganz Europa bei uns zu Besuch“, so Petra Fleischer, Sprecherin des Klinikum Höchst. Zudem haben sich Spezialisten aus dem kanadischen Vancouver angekündigt. Der Klinikneubau ist ein Pilotprojekt, das vom Passivhaus-Institut in Darmstadt begleitet wird. Es entstehen insgesamt acht Geschosse mit einer Fläche von rund 78 900 Quadratmetern Fläche, die reine Nutzungsfläche hat 34 500 Quadratmeter. Mit dem Neubau verfolgt das Klinikum zwei Hauptziele: Zum einen sollen die Betriebskosten durch die energieeffiziente Bauweise drastisch sinken. „In der Entwurfsplanung wurde ermittelt, dass eine Gesamtkostenersparnis von über einer Million Euro pro Jahr möglich ist“, erklärt ZEG-Geschäftsführer Valentin. Allein bei der Wärmeversorgung könne eine halbe Million Euro eingespart werden. Zum anderen sollen die internen Betriebsabläufe optimiert werden, so sollen sich die Wege für das Personal innerhalb des Gebäudes verkürzen. „Es ist spannend zu sehen, was hier in Frankfurt geschafft wird. Zumal ein Krankenhausbetrieb ganz spezielle Voraussetzungen im Bezug auf die Energieversorgung hat“, sagt Mahoney von MP Boston. „Da können wir uns für unser ,Winthrop-Center’ noch einiges abschauen.“

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