Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... 13°C

Jakob Gall: Verzaubert vom Lächeln der Madonna

Von Hans Jakob Gall hat einen historischen Roman mit dem Titel „Das Lächeln der Lisbet Naumerin“ geschrieben. Uns hat er verraten, woher er seine Inspiration hat.
„Das Lächeln der Lisbet Naumerin“ – so heißt Hans Jakob Galls historischer Roman. „Das Lächeln der Lisbet Naumerin“ – so heißt Hans Jakob Galls historischer Roman.
Flörsheim. 

Alles begann mit einem Lächeln. Der Flörsheimer Hans Jakob Gall hat sich vom Gesichtsausdruck einer Marienfigur zu einem historischen Roman inspirieren lassen. Die Madonna, die den 82-Jährigen verzauberte, befindet sich im Wiesbadener Landesmuseum – ursprünglich soll sie jedoch in Flörsheim gestanden haben. Vor zwei Jahren tat sich Gall mit Gleichgesinnten zusammen, um die Gottesmutter in die Mainstadt zurückzuholen. Er beauftragte einen Bildhauer mit der Anfertigung einer originalgetreuen Kopie. Die Madonna ließ Hans Jakob Gall trotzdem nicht los. „Ich habe mich sofort in diese Figur verliebt“, gesteht der Flörsheimer. In seinem neuen Buch erzählt er nun die fiktive Geschichte ihres lächelnden Gesichtes.

Die Winzerstochter

Der Roman, den Gall im Eigenverlag veröffentlicht, trägt den Titel „Das Lächeln der Lisbet Naumerin“. Auf 284 Seiten erdichtet er das Leben einer Flörsheimer Winzerstochter, die in eine Fischerfamilie einheiratet. Lisbet Naumer steht in der Geschichte Modell bei der Anfertigung einer neuen Marienfigur für die katholische Kirche Sankt Gallus. In Galls Welt ist es die junge Flörsheimerin, deren Gesichtsausdruck von einem Bildhauer in Eltville verewigt wird. Ob es tatsächlich üblich war, reale Personen als Vorlage für Heiligenfiguren zu nehmen, kann der Autor nur spekulieren: Wahrscheinlich habe es Vorbilder für die Flörsheimer Madonna gegeben. „Dieses geheimnisvolle Lächeln hat er sich bestimmt abgeguckt“, meint Hans Jakob Gall. Er weist darauf hin, dass es in Eltville noch eine zweite Marienfigur desselben Künstlers gebe, die viel strenger schaue.

Zwei Jahre Recherche

Zwei Jahre lang hat der Flörsheimer an dem Buch gearbeitet. Viel Recherche floss in die korrekte Wiedergabe des Fischerlebens im 15. Jahrhundert. Hans Jakob Gall verfolgte nämlich gleich zwei Ziele: Neben der Veröffentlichung eines historischen Romans wollte er die Existenz von Fischern in Flörsheim belegen. Die Aussage des Historiker Dr. Bernhard Thomas, dass es in Flörsheim keine Fischerei gab, habe ihn zu der Recherche motiviert. Herausgekommen sind ein mehrseitiges Quellenverzeichnis für sein Buch und ein eigenständiger Vortrag über die Fischerei. Gall hat im Hessischen Staatsarchiv und in den Broschüren mehrerer Fischerzünfte recherchiert. Er widerspricht der Position von Bernhard Thomas, dass es für Flörsheim kein Fischereirecht gegeben habe. Als Beleg führt der 82-Jährige Gerichtsurteile vom Beginn des 20. Jahrhunderts an, in denen Flörsheim dieses Recht zugesprochen wird.

Mord und Totschlag

Dass er seine Informationen über verschiedene Fischerzünfte als Grundlage für die Beschreibung einer Flörsheimer Familie in seinen Roman einfließen lässt, hält Gall für eine „zulässige Übertragung“. Neben dem Fischerleben am Main hat der aktive Senior auch noch historische Ereignisse wie den Bau der Flörsheimer Warte und der Landwehr in die Geschichte eingeflochten. Außerdem gebe es auch „etwas Mord und Totschlag“, verspricht Hans Jakob Gall. „Auf die Frage, ob er sich selbst als Hobbyhistoriker versteht, hat Gall eine ganz eigene Antwort: „Ich bin ein Sucher und Finder“, betont der 82-Jährige. Schließlich weist er darauf hin, dass die Veröffentlichung seines neuesten Werkes nur möglich gewesen sei, weil ihm seine Frau Lucia mit der Hausarbeit den Rücken frei gehalten habe.

Die Kopie der lächelnden Madonna liegt übrigens gut verstaut in einer Kiste in Galls Keller. Im kommenden Jahr solle die Figur öffentlich in der kleinen Kapelle an der Bahnhofstraße ausgestellt werden, erklärt der Flörsheimer.

Sein Buch „Das Lächeln der Lisbet Naumerin“ ist zum Preis von 14,80 Euro in der Buchhandlung in der Wickerer Straße erhältlich.

Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse