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Prozess: 31-Jähriger sticht seinen Ex-Kollegen und Nebenbuhler

Von Eifersucht trieb einen jungen Mann zur Bluttat gegen den Nebenbuhler. Gestern sprach das Gericht sein Urteil in dem Fall.
Das Gericht urteilte im Fall der Bluttat von Trebur. Foto: Volker Hartmann (dpa) Das Gericht urteilte im Fall der Bluttat von Trebur.
TREBUR. 

Ein 31-jähriger Fußballer ist für eine Bluttat vom 13. März dieses Jahres in Trebur zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Am Sportplatz neben der Grundschule stach er an diesem Tag einen Nebenbuhler um die Gunst seiner Ehefrau nieder. Deshalb muss er nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Angeklagt worden war er wegen versuchten Mordes. Das Schwurgericht folgte diesem Antrag der Staatsanwaltschaft aber nicht. Dafür gebe es nicht genügend Anhaltspunkte, sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner. Die 11. Strafkammer sah indes als erwiesen an, dass es der Angeklagte nicht verwinden konnte, wie sich seine Frau von ihm ab- und einem alten Freund wieder zuwandte.

Freundin ausgespannt

Beide Männer kennen sich, wie in dem Verfahren klar wurde, schon wesentlich länger. Demnach hatte der jetzige Ehemann einst seinem gleichaltrigen Kumpel die heute 30 Jahre alte Freundin ausgespannt und sie geheiratet. Doch zwischen den Eheleuten, die mittlerweile drei kleine Kinder haben, kam es immer wieder zu Problemen.

Unbestritten blieb in der Verhandlung, dass die lebenslustige Frau öfter mal nächtelang wegblieb und sich in Bars und Discos im Rhein-Main-Gebiet amüsierte. In der Wohnung in Rüsselsheim kümmerte sich derweilen ihr als Buchhalter arbeitender Mann um die Kinder. Immer häufiger kam es unter den Eheleuten zu lautstarken Eifersuchtsszenen. Schließlich trennte sich das Paar. Der 31-jährige zog zu seinen Eltern.

Trotz der Trennung traf sich das Paar immer wieder in der gemeinsamen Wohnung in Rüsselsheim. Schließlich kamen sie überein, es noch einmal miteinander zu versuchen. Doch die Liebe hielt nicht lange. Man trennte sich erneut.

„Der Angeklagte“, befand Kammervorsitzender Volker Wagner in der Urteilsbegründung, „konnte es nicht verkraften, dass seine Frau einen endgültigen Schlussstrich zog und ein neues Leben anfangen woll-te. Ohne ihn“. Dabei spielte auch der Ex-Liebhaber wieder eine Rolle.

In der Ehre gekränkt

Das kränkte den Ehemann maßlos in seiner Ehre. Die Beschimpfungen, mit denen er die Mutter seiner Kinder und seinen Fußballkumpel bedachte, füllten in dem Prozess einen ganzen Aktenordner. Gerichtsvorsitzender Wagner kommentierte: „Archaische Strukturen sind in diesem Verhalten prägend. Es kann nicht sein, dass diese Äußerungsweisen in Rüsselsheim zum guten Ton werden.“ Sowohl die Frau als auch den Konkurrenten habe der Angeklagte mit unflätigen Worten und sogar mit Mord bedroht. Vor Gericht sprach er von „normaler Umgangssprache unter uns im Internet“.

Besonders heftig getroffen, so der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer, habe den Angeklagten der Stolz seiner Frau. Sie habe entschieden, sich zu trennen. Sie habe entschieden, wen sie sich als Freund nehme – und das war ausgerechnet ihr ehemaliger Liebhaber, der Fußballkumpel des Ehemannes.

Richter verlässt den Saal

Zu Beginn der Verhandlung forderten die Verteidiger des 31-jährigen die Umsetzung des bereits mit dem Nebenkläger abgesprochenen Täter-Opfer-Ausgleichs ein. Dem müsse er zustimmen, erklärte der Vorsitzende Richter. Als dann aber am Tisch der Nebenklage die ausgehandelten 5000 Euro in großen Scheinen vorgezählt wurden, zog sich die Kammer zurück. „Das Geschachere im Gerichtssaal mache ich nicht mit“, sagte Richter Wagner.

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