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Tradition: Äpfel werden zu Most und Schnaps

Am Sonntag feierte der Obst – und Gartenbauverein sein Erntedankfest. Dabei waren auch mehrere hundert Kilogramm Äpfel und zwei Bienenvölker.
Rolf Pflug schaufelt die Äpfel in den Häcksler. Aus den Früchten wird Most gemacht, der beim Erntedankfest frisch verkauft wird. Rolf Pflug schaufelt die Äpfel in den Häcksler. Aus den Früchten wird Most gemacht, der beim Erntedankfest frisch verkauft wird.
Rüsselsheim. 

Norbert Schad, Helmut Semantke und Rolf Pflug arbeiten schwer. Während Pflug mit einer Schippe Apfelfuhre um Apfelfuhre in den Häcksler kippt, leeren Schad und Semantke die zerkleinerten Äpfel in die handbetriebene Mostmaschine.

„Leider haben unsere Bäume in diesem Jahr keine Äpfel getragen“, informiert Vereinschefin Marion Ullmann. „Im April haben unsere Apfelbäume erst schön geblüht. Kinder aus dem Kindergarten waren sogar hier, um die Pracht zu bewundern. Doch dann kam Ende April der Frost und hat die Ernte zunichtegemacht.“ Der Verein habe alle Äpfel für die traditionelle Herstellung des Mosts während des Erntedankfests angekauft. In einem mittelgroßen Autoanhänger liegen die rotgrünen Äpfel und warten darauf, von den drei Männern verarbeitet zu werden.

„Sehr beliebt“

„Den Most verkaufen wir heute während unseres Festes. Und die Früchte, die wir nicht verwenden, verarbeiten wir zu unserem Vereinsschnaps“, erzählt Ullmann. An einem Stand auf dem Erntedankfest, am Eingang zum Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins (OGV), steht Paul Jung. Vor ihm liegt eine Auswahl verschiedener Obstschnäpse. Dabei ist nicht nur Hochprozentiges aus dem Apfel, sondern auch aus der Zwetschge oder der Birne. „Unsere Schnäpse sind beliebt“, meint Jung und strahlt schelmisch.

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Gleich neben dem Stand mit den Fruchtschnäpsen bietet Sabrina Brius Honig und Kerzen an, die sie vollständig aus Bienenwachs hergestellt hat. Die junge Frau ist seit rund einem Jahr Mitglied im OGV. Seit einiger Zeit kümmert sie sich um zwei Bienenvölker, die im hinteren Bereich des Lehrgartens ihr Zuhause gefunden haben. „Ich bin Jung-Imkerin. Ich habe mich schon immer dafür interessiert und freue mich, dass ich hier die Möglichkeit bekommen habe, die Bienen zu halten“, sagt Brius.

Etwa zweimal pro Woche sehe sie nach den Insekten. Zwischen 12 und 30 Kilo Honig produzieren die beiden Völker im Jahr. „Jetzt wird es bald kalt. Ab zehn Grad Celsius und darunter fliegen die Bienen nicht mehr, sondern bleiben in ihrem Stock und fressen die Vorräte.“ Sabrina Brius geht zu einem der beiden Völker. „Aufmachen kann ich die Stöcke leider nicht, da ich keinen Rauch mithabe.“

Keine Fracht geladen

Sie zeigt auf den Hintern einer der Bienen, die gerade zum Eingang des Bienenstocks fliegt. „Man kann am Popo erkennen, ob und welchen Nektar sie dabeihaben. Das Hinterteil färbt sich dann entweder orange oder gelb.“ Diese Biene habe jedoch keine Fracht geladen, bemerkt Brius lachend. Dann geht sie zurück zu ihrem Stand, wo sich schon einige Besucher des Erntedankfests interessiert die Kerzen der Jung-Imkerin ansehen.

Früh hat das Fest mit einem Zeltgottesdienst begonnen. Dafür wurde ein Altar mit Kürbissen und anderen Feldgewächsen geschmückt. Pfarrerin Ellen Schneider-Oelkers hat den Gottesdienst gestaltet. In ihrer Predigt betont sie vor allem die Wichtigkeit des Teilens. „Das Erntedankfest hat im Verein lange Tradition“, sagt Marion Ullmann. „Es ist der Höhepunkt des Vereinsjahres.“ Rund 200 Besucher kommen im Laufe des Tages vorbei und genießen Most, Reibekuchen, Grillgut und entspannte Stimmung.

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