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Drei Flaschen treffen Gelände: Anschlag: Molotow-Cocktails auf Türkischen Kulturverein

Auf die Räumlichkeiten des seit längerem in der Kritik stehenden "Türkischen Kulturvereins" wurde nach Polizeiangaben am gestrigen Morgen ein Brandanschlag verübt.
Sprünge in der Scheibe nach dem Anschlag auf den Kulturverein. Sprünge in der Scheibe nach dem Anschlag auf den Kulturverein.
Rüsselsheim. 

Bislang unbekannte Täter haben nach Angaben der Kripo „Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit“ auf das Gebäude des „Türkischen Kulturvereins“ an der Hans-Sachs-Straße geworfen. Laut einem Sprecher des Vereins schlugen drei gefüllte Glasflaschen gegen 3.15 Uhr ein. Sie trafen Dach, Fenster und Gehweg. Die Höhe des Schadens konnte die Polizei noch nicht beziffern.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hatten sich die Unbekannten auf einem Fußweg zwischen Rugbyring und dem Gelände des Vereins befunden. Das sollen auch Videobilder zeigen, die dem Verein nach eigenen Angaben vorliegen. Die Rüsselsheimer Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und schließt einen politischen Hintergrund der Tat nicht aus.

Ein Sprecher des Vereins sagte gegenüber dem ECHO, dass sich bis kurz vor der Tat noch Jugendliche in dem Gebäude befunden hätten. Als die Gemeinde sich um 11.30 Uhr zum Freitagsgebet traf, wurden die Schäden festgestellt. „Was heute passiert ist, ist die Quittung der Hetze gegen unseren Verein“, so der Sprecher. Er betont: „Wir sind Demokraten und vertrauen auf die Arbeit der Polizei. Und wir bleiben hier.“

Dem 1995 gegründeten Kulturverein wird seit geraumer Zeit vorgeworfen, der rechtsgerichteten und nationalistischen Ideologie der „Grauen Wölfe“ anzuhängen. Die „Grauen Wölfe“ finden immer wieder in zahlreichen Verfassungsschutzberichten Erwähnung. Der Rüsselsheimer Verein beteuerte in der Vergangenheit immer wieder, dass hinter seinen Türen nichts Unrechtes vor sich gehe.

Zu den Unterstützern des Vereins zählt auch der Stadtverordnete Erdal Koca, der aufgrund seiner Nähe zu dem umstrittenen Verein im vergangenen Sommer aus der CDU-Fraktion ausgeschlossen wurde und nun bei der Kommunalwahl am 6. März mit einer eigenen Liste antritt. Der Vorsitzende der CDU Rüsselsheim, Thorsten Weber, äußerte sich in einer Stellungnahme wie folgt zu dem Vorfall: „Der Anschlag auf den türkischen Kulturverein (Graue Wölfe) ist durch nichts zu rechtfertigen.“

Zeugen, denen verdächtige Personen in der Nähe der Hans-Sachs-Straße aufgefallen sind, werden gebeten, sich unter der Rufnummer (06142) 69 60 bei der Kripo Rüsselsheim zu melden. göc/ias

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