Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... 12°C

Einblicke eines angehenden Offiziers: Arbeit mit Flüchtlingen: „Vorurteile nicht bestätigt“

Wachsende Zuwanderung lässt interkulturelle Kompetenzen notwendig werden, auch bei der Bundeswehr. Tim Grieser schlug die Offizierslaufbahn ein und absolviert während seines Studiums bei Flüchtlingsbetreuer Jens Grode ein Praktikum.
Sammelt bei der Flüchtlingsarbeit Erfahrung in Sachen interkultureller Bildung: Tim Grieser (links) beim Sportfest mit Geflüchteten. Foto: Rüdiger Koslowski Sammelt bei der Flüchtlingsarbeit Erfahrung in Sachen interkultureller Bildung: Tim Grieser (links) beim Sportfest mit Geflüchteten.
RAUNHEIM. 

Tim Grieser möchte einen Einblick in interkulturelle Arbeitsfelder erlangen. Er arbeite gerne mit Menschen zusammen, sagt der 21-Jährige. Dabei fällt auch Schreibtischarbeit an. Grieser absolviert derzeit ein Praktikum beim Raunheimer Flüchtlingsbetreuer Jens Grode. Er soll den vom Runden Tisch Asyl zusammengestellten Leitfaden für Geflüchtete zu einem Flyer komprimieren.

Grode gibt immer mal wieder jungen Menschen die Möglichkeit, als Praktikant in seine Arbeit hineinzuschauen. Grieser ist inzwischen der vierte Praktikant, seit er vor anderthalb Jahren den Job des Flüchtlingsbetreuers antrat. Der Mommenheimer (Rheinland-Pfalz) kam über persönliche Kontakte zu Grode an die Praktikantenstelle.

Sieben Wochen Praktikum

In zwei Wochen endet das siebenwöchige Praktikum von Grieser. Dann geht es wieder zurück an die Bundeswehrhochschule in München. Denn Grieser schlug die Offizierslaufbahn ein. Er verpflichtete sich für 13 Jahre Dienst. Nach seinem Start im Juli 2015 mit der Grundausbildung und anschließenden Lehrgängen zog er die Uniform wieder aus und wechselte im Oktober vergangenen Jahres an die Uni. Sein Ziel ist der Master im Studienfach Bildungswissenschaften. Seine Schwerpunkte: Erwachsenenbildung, Medienbildung und eben interkulturelle Bildung.

„Interkulturelle Bildung wird immer wichtiger“, ist der aufgeschlossene junge Mann überzeugt. Der Grund seien Zuwanderung und Flüchtlingsthematik. Die Kompetenzen in der interkulturellen Bildung hätten an Bedeutung gewonnen, ist er deshalb überzeugt. Wegen der Auslandseinsätze sei der Umgang mit und die Kenntnis von der anderen Kultur auch bei der Bundeswehr notwendig. Teil des Studiums ist ein Pflichtpraktikum. In den bisherigen fünf Wochen habe er viele Erfahrungen sammeln können. „Das Praktikum ist sehr vielseitig“, berichtet Grieser. Unter anderem war er am Projekt der Geflüchteten mit Radio Rüsselsheim beteiligt und erfuhr von den Schwierigkeiten der Geflüchteten bei der Wohnungssuche.

Immer dabei

Grode betont, dass bisher auch die organisatorische Arbeit im Rathaus, Verwaltungsabläufe und Sitzungen von Arbeitskreisen einen großen Raum eingenommen haben. Grieser sollte auch die Koordination kennenlernen. „Er ist eigentlich immer dabei“, beschreibt er die Arbeit seines Praktikanten.

Der junge Mann mit dem Vollbart hatte zuvor noch keinen Kontakt mit Geflüchteten. Die Menschen, die er während seines Praktikums kennenlernte, behält er in positiver Erinnerung. „Es ist leider so, dass es viele Vorurteile gibt. Die haben sich aber nicht bestätigt“, stellt er fest. Die Geflüchteten seien alle sehr ordentliche Leute, die ihre Termine einhielten und immer hilfsbereit seien.

Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass er auch zuvor nicht negativ über Flüchtlinge gedacht habe und sich ohnehin erst ein eigenes Bild zu machen pflege, bevor er sich ein Urteil erlaube.

In der kurzen Zeit mit den Geflüchteten einen engeren Kontakt aufzubauen, sei schwierig gewesen. Hin und wieder sei mal das persönliche Schicksal zur Sprache gekommen. „Dann macht man sich schon Gedanken“, räumt er ein. Seine Erfahrungen bei der interkulturellen Bildung will Grieser in den nächsten Tagen noch mit einem Besuch bei einer Moschee abrunden.

Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse