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Familienführung: Auf Zeitreise mit Landsknecht Benedikt

Was trugen eigentlich die Menschen in der Eisenzeit? Diese und andere Fragen rund um die menschliche Bekleidung wurden bei einer Führung im Stadt- und Industriemuseum beantwortet.
Besucher mit eingebunden: Der kleine Vincent hilft Museumsführer Benedikt beim Wolle spinnen. Besucher mit eingebunden: Der kleine Vincent hilft Museumsführer Benedikt beim Wolle spinnen.
Rüsselsheim. 

Konzentriert hält Vincent die gekämmte graue Schafswolle in der Hand und zieht einen dünnen Strang heraus. Dieser wird von Museumsführer Benedikt Hanf mit einer hölzernen Spindel zu einem Faden gezwirbelt. Es ist gar nicht so einfach, die passende Menge Wolle bereitzustellen und den Faden richtig um die Spindel herumzuführen. „Ich will auch mal Dornröschen spielen“, sagt eine Besucherin und darf es ebenfalls versuchen.

„So fing es an mit der menschlichen Bekleidung“, erklärt Hanf. Man habe Schafe geschoren und daraus Wolle gemacht. „Schon Ötzi trug eine Nadel aus einem Stück Hirschgeweih und einen gesponnenen Faden bei sich“, erklärt er. Das Spinnen ist nicht die einzige Möglichkeit für die Teilnehmer, sich aktiv in die Führung einzubringen. An mehreren Stationen können sich die Besucher zur jeweiligen Zeit einkleiden lassen.

Los geht es damit in der Bronze- und Eisenzeit. Leuchtend gelbe und orange Tücher liegen auf einem Tisch. „Wir wollen mit dem Klischee aufräumen, dass früher alles grau war“, sagt Hanf und bittet zwei Freiwillige vor. Einige Momente später stehen Mutter und Vater Jakob Jourdan als ein Paar aus der Eisenzeit vor der Gruppe. Sie in knalligen Farben und mit Schmuck, er in einer Hose und einem blauen Hemd. „Die zwei sehen voll witzig aus“, freuen sich ihre Söhne Vincent und Patrick.

Der Student Hanf ist bekennender Mittelalter-Fan und aufgrund dieses Hobbys und auch seines Studienfachs Geschichte auf Lehramt der richtige Mann für das Thema. „Hier kann ich mich komplett einbringen“, sagt er fröhlich. Denn dem gebürtigen Kölner und Freund des Karnevals ist das Verkleiden eine Freude und so stammt seine Führungskluft auch aus dem privaten Kleiderschrank.

Hanf trägt die Kluft eines Landsknechts aus dem Mittelalter. Dass er zu den besser gestellten Mitgliedern seiner Zunft gehört, verrät die Feder am Barett. Die Landsknechte seien damals in Gruppen zusammen mit ihren Familien durchs Land gezogen, immer auf der Suche nach einem Herren, für den sie in den Kampf ziehen konnten, sagt Hanf. „Die Landsknechte wollten bunt und auffallend gekleidet sein und verwegen und ein wenig geheimnisvoll wirken“, verrät er.

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