Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
1 Kommentar

Flughafen Frankfurt: Autobahn statt Wald: Fraport will bauen

Fraport darf ab 8. Januar bei bestimmten Treburer Waldstücken das Instrument der sogenannten vorzeitigen Besitzeinweisung anwenden. Für den Flughafenbetreiber ein wichtiger Schritt zum Bau des neuen Terminals 3.
Wenn Fraport den Autobahnanschluss für das Terminal 3 baut, muss Wald weichen.  Symbolbild: dpa Foto: Maurizio Gambarini (dpa) Wenn Fraport den Autobahnanschluss für das Terminal 3 baut, muss Wald weichen. Symbolbild: dpa
TREBUR. 

Das Thema beschäftigt die Treburer Politik schon seit geraumer Zeit: Der Flughafenbetreiber Fraport muss für sein neues Terminal 3 bei Zeppelinheim einen neuen Autobahnanschluss bauen lassen. Die entsprechenden Grundstücke mit einer Gesamtgröße von 45 000 Quadratmetern gehören überwiegend in Form von Wald der Gemeinde Trebur. Zum Thema Verkauf gab es jedoch lange Zeit ein Gezerre zwischen beiden Seiten, die es sogar auf eine Enteignung ankommen ließen.

Inzwischen ist mit dem Beschluss der Gemeindevertretung vom November zugunsten eines Verkaufs der für den Autobahnanschluss benötigten Flächen zu einem Preis von 3,80 Euro pro Quadratmeter zwar Bewegung in die festgefahrenen Fronten gekommen.

Dennoch hat Fraport beim Regierungspräsidium in Darmstadt als zuständige Enteignungsbehörde vorsichtshalber den Antrag auf vorzeitige Besitzeinweisung gestellt. Enteignungsverfahren ziehen sich über einen längeren Zeitraum hin. Es gibt allerdings Maßnahmen, die aus Gründen des Allgemeinwohls derart dringlich sind, dass der Abschluss eines Enteignungsverfahrens nicht abgewartet werden kann.

Startschuss 8. Januar

Darauf kann Fraport jetzt setzen. Mit der vorzeitigen Besitzeinweisung beispielsweise kann der Flughafenbetreiber dann ab 8. Januar auf den Grundstücken tätig werden. Trebur bleibt damit zwar erst einmal Eigentümer der Waldareale. Die Fraport AG wird zur Besitzerin, in deren Einflussbereich sich die Waldareale befinden und auf die sie deshalb zugreifen kann. Was der Haupt- und Finanzausschuss in einer Sondersitzung zur Kenntnis nehmen musste: „Die Enteignungsbehörde des Regierungspräsidiums hat eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass sie die vorzeitige Besitzeinweisung zum 8. Januar anordnen wird“, teilte Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU) mit.

<span></span>
KOMMENTAR

Zeitspiel. So würde man die Taktik beim Fußball wohl nennen, die Trebur gegenüber Flughafen-Betreiber Fraport in Sachen Waldverkauf anwendet.

clearing

Was im Ausschuss eigentlich kein Thema war, aber dennoch diskutiert wurde: Fraport braucht Ausgleichsflächen, die sich zum Teil als Wald ebenfalls im Besitz von Trebur befinden. Darüber herrscht unter den Gemeindevertretern keinerlei Konsens. Grundsätzlich bietet Fraport 3,80 Euro pro Quadratmeter, was Trebur mehr als 600 000 Euro einbringen würde. Der Antrag der Freien Wähler, die Flächen freiwillig zu verkaufen, fand keine Mehrheit.

Der mit der Angelegenheit von Trebur beauftragte Rechtsanwalt Bernhard Schmitz rät der Gemeindevertretung, einem freiwilligen Verkauf aller Flächen zuzustimmen, die 3,9 Prozent des gesamten Treburer Waldbesitzes ausmachen. Die Kompensationsflächen sollten mit einer Wertabschöpfungsklausel versehen werden. Dann würde Trebur auch nachträglich finanziell profitieren, sollte Fraport die Flächen irgendwann wirtschaftlich nutzen, beispielsweise für Parkplätze.

Firma wird ungeduldig

Bei der Fraport wird man angesichts der Treburer Hängepartie langsam ungeduldig: „Wir haben mehrfach betont, dass wir an einer gütlichen Einigung interessiert sind. Den politisch Verantwortlichen wurde bereits ein Angebot über dem marktüblichen Preis unterbreitet“, teilte Dieter Hulik von der Fraport-Pressestelle auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Unser Bestreben, eine gütliche Einigung herbeizuführen, ist aber bislang leider gescheitert.“

Nach der vorzeitigen Besitzeinweisung will Fraport ökologische Voruntersuchungen vornehmen lassen, um beispielsweise darauf vorbereitet zu sein, seltene Tierarten umzusiedeln. Dies sei zum derzeitigen Zeitpunkt nicht gestattet. Zum Baubeginn des Autobahnanschlusses wollte Pressesprecher Hulik keine Angaben machen.

Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse