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Biologische Vielfalt: Bei Bauschheim entwickelt sich die Natur selbstständig auf zwei Flächen

Von Im vergangenen Jahr hat die Stadt im alten Mainarm, der Erslache, zwei Feuchtbiotope geschaffen. Die Natur hat sich das Areal erobert und mit einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren ausgestattet.
Stadtrat Nils Kraft begutachtet den kleinen Tümpel in der Erslache, der mit drei Meter hohem Schilf umsäumt ist. Stadtrat Nils Kraft begutachtet den kleinen Tümpel in der Erslache, der mit drei Meter hohem Schilf umsäumt ist.
Bauschheim. 

Trockenheit bestimmt gerade das Landschaftsbild – doch nicht überall. In der Erslache, die etwas außerhalb von Bauschheim liegt, haben sich zwei Feuchtbiotope entwickelt. Keinen Kilometer liegen sie voneinander entfernt, könnten jedoch von der Atmosphäre und Pflanzenvielfalt unterschiedlicher nicht sein.

Durch hüfthohes Gras und Brennnessel geht es durch das erste der zwei Feuchtbiotope. Dort hat sich im Laufe der Zeit ein schmales Waldstück mit vielen Weidenbäumen entwickelt. Nach einigen weiteren Schritten ändert sich schon wieder das Pflanzenbild: Etwa drei Meter hohes Schilf ragt in die Luft. Nur noch wenig Sonne wird durch die Baumkronen durchgelassen, der Boden wird feucht – ein kleiner Urwald vor den Toren des Ortes.

Weiderich und Klee

An dem zweiten Tümpel, der sich auf einer rund ein Hektar großen Fläche erstreckt, liegt das zweite Feuchtbiotop. Dort ist es etwas trockener und sonniger. Viele verschiedene Pflanzen haben sich auf der Freifläche darum entwickelt. Schilf und Blutweiderich an den feuchteren Bereichen, vorne wo es trockener ist, befindet sich eine Glatthaferwiese mit Sauerampfer, Klee und vielem mehr – dazwischen eine große Fläche mit Brennesseln. Kaulquappen schwimmen im Tümpel umher und kleine Frösche hüpfen am Rand entlang. „Früher war das hier alles Sumpfgebiet aus alten Main-, Rhein- und Neckarläufen“, sagt Harald Lehmann, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde.

Schilf wächst in den Feuchtbiotopen direkt neben den Ackerflächen. Bild-Zoom
Schilf wächst in den Feuchtbiotopen direkt neben den Ackerflächen.

Nach einem Grundwasserhochstand im Jahr 2002, bei dem sich in den Senken Wasser sammelte, begann sich die Landschaft zu verändern. Verschiedene Pflanzenarten wuchsen, der Weidenwald entstand. „Daran sieht man, wie schnell sich die Natur verändern kann“, sagt Lehmann.

Tümpel ausgehoben

Etwas nachgeholfen habe die Stadt im Jahr 2017. Ein Bagger hob den Torf einen Meter tief aus und formte damit die Tümpel. Nur einen Tag habe das gedauert und 1500 Euro gekostet.

Seitdem haben sich die ehemaligen Ackerflächen frei zu den heutigen Feuchtbiotopen entwickelt. Nichts wurde von Menschen gesät: „Alles ist nur aus der Saat im Boden gewachsen oder wurde vom Wind oder von Vögel hergetragen“, sagt der Vorsitzende des Naturschutzbeirates, Hans-Joachim Sander. Die Samen, die im Torf eingelagert waren, hatten nun die richtige feuchte Umgebung und begannen zu wachsen. „Hier wurde mit wenig Aufwand ein großer Effekt für die biologische Vielfalt getan“, sind sich Lehmann und Stadtrat Nils Kraft (SPD) einig. Es sei die Aufgabe der Stadt, solche Landschaften zu pflegen und deren Verantwortung, so die Biodiversität voranzubringen, sagt Lehmann noch. Deshalb habe man diese Wasserstellen gebaut.

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