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Stehaufmännchen: Beim „Brettbewerb“ fliegen die Skater und ihre Boards durch die Luft

Fahren, gleiten, springen, auch mal stürzen, aber immer wieder aufstehen: Beim Brettbewerb geht es um Sport und Show. Das eigene Alter spielt eine untergeordnete Rolle.
Spektakuläre Sprünge: Für die Akrobaten beim „Brettbewerb“ ist das normal. Foto: RBEUTEL PRM Spektakuläre Sprünge: Für die Akrobaten beim „Brettbewerb“ ist das normal.
NAUHEIM. 

Die einen sind hyperdynamisch, andere betont lässig. Die Liebe zum Skateboard eint sie. Am Samstag trafen sich die Skater zum Wettstreit auf Rollen, der als „Brettbewerb“ weit über Nauheims Grenzen hinaus populär ist.

Lokalmatadoren und Wettstreiter aus dem Kreis waren in der Überzahl, einige kamen auch von weiter her. Stark vertreten unter den mehreren Dutzend Wettkämpfern war eine Gruppe aus Wiesbaden. Mit atemberaubenden Einlagen sorgten alle für ein sehenswertes Spektakel unter der Regie der Sport- und Jugendförderung. Die Freizeitanlage war Publikumsmagnet. Auch unter jenen, denen Skateboardfahren zu riskant ist, hat es sich herumgesprochen, dass sich beim „Brettbewerb“ spektakuläre Szenen abspielen. Mehrere Stunden bevölkerten einige Hundert Besucher den Parcours.

In der Überzahl war die Generation unter 30. Für Teenager und Twens gibt’s im Ort relativ wenig Action. Allenfalls wäre das privat organisierte Äpplerfest zu nennen, das die ältere Generation keineswegs ausschließt. Das macht der „Brettbewerb“ allerdings ebenfalls nicht.

Mit über 50 auf Rollen

Alex Simonov aus Wiesbaden wagte den Tanz mit der Tonne. Bild-Zoom Foto: RBEUTEL PRM
Alex Simonov aus Wiesbaden wagte den Tanz mit der Tonne.

Unter den Skateboard-Fahrern weilten mehrere Ältere, die sich von Kindesbeinen fit halten und immer noch irrwitzige Kunststücke zeigen. Zu dieser Show-Truppe gehörten Wirbelwind Yoyo Schulz aus Schwalbach, mehrfacher Deutscher Meister im Freestyle, der sanft dahin gleitende Stefan Albert, Preisträger des „Henry Candioti Skate-4-fun Award“. Ebenso Bernhard „Frankenblitz“ Kümpel, ein Old-School-Vertreter der ersten Generation und einige Male schon bayerischer Meister. Ihm blieb auf dem Parcours zwar ein wenig die Luft weg, aber er hat noch reihenweise reizvolle Tricks drauf – mit Mitte 50 wohlgemerkt.

Der mit Lautsprecheransagen und Hits aus den Charts per DJ aufgeheizte Nachmittag verlief reibungslos, auch wenn der eine oder andere Fahrer von seinem wackeligen Untergrund purzelte. Selbst nach heftigen Abschlägen standen die Fahrer wieder auf und bissen die Zähne aufeinander. Es gibt in der Szene grob unterteilt zwei Gruppen, die Free- und die Streetstyler. Erstere wirbeln sich und ihr Brett wild durcheinander und landen (fast) immer wieder auf den Rollen. Handstände auf dem fahrenden Skateboard oder auf dessen Kanten sind ihre Glanzstücke.

Szenenbeifall bei den anderen gab es für rasante Fahrten über Rampen und durch Halb- oder Viertelröhren (für alles gibt es englische Fachausdrücke). Was einem Normalmenschen als unüberwindbares Hindernis erscheint, dient den Freaks zum Schwung holen, Gleiten und Springen. Zu den Reiferen unter ihnen gehörte der halsbrecherisch fahrende Claudio „Vadder“ di Bella, seit einem Jahrzehnt Stammgast des Brettbewerbs.

Bei der Organisation war wie in den Vorjahren die vereinsungebundene Skateboardgruppe mit Lars Lorenz, Matthias und Stefan Wieschermann sowie Lars Rothenstein. Hinzu gesellten sich Sponsoren und ideelle Förderer.

Kommt der Pool?

Jugendpfleger Andreas Schmitt verwies auf einen Stand, an dem Rollen und Standflächen für Skateboards (sogenannte „Decks“) verkauft wurden, während die Gruppe „B-Skateboarding“ Kindern das Fahren beibrachte. Auch ein Skateboard-Verleih war dabei.

Erwartungsvoll blicken die Teilnehmer auf 2019. Sie hoffen, dass ihre Vision von einem Skatepool, eine einem Plantschbecken ähnelnde Fläche, die zu etwa zu einem Drittel in die Tiefe ragt, verwirklicht wird. Seit Jahren bittet das Kinder- und Jugendparlament um eine entsprechende Investition. Die Regionalparkgesellschaft hat Zuschüsse in Aussicht gestellt, und die Skateboarder versprechen, wie in der Vergangenheit beim Bau mit anzupacken und ein neues Beteiligungsprojekt zu realisieren. Eine Ausschreibung werde vorbereitet. Nach Eingang und Sichtung von Angeboten würden weitere Schritte besprochen, berichtete Schmitt.

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