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Schul-Neubau in Rüsselsheim: CDU will „die Notbremse ziehen“

Von Begleitet von scharfer Kritik an Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) und Baustadtrat Nils Kraft (SPD) schlagen die Rüsselsheimer Christdemokraten ein radikales Umdenken bei der Planung der Rüsselsheimer Schullandschaft vor.
Der Standort der Gerhart-Hauptmann-Schule in Königstädten spielt in den Überlegungen der CDU eine große Rolle. Foto: Maik Reuß Der Standort der Gerhart-Hauptmann-Schule in Königstädten spielt in den Überlegungen der CDU eine große Rolle.
Rüsselsheim. 

Geht es nach der Rüsselsheimer CDU, steht hinsichtlich der Neubaupläne für die neue kooperative Gesamtschule mit dem Arbeitstitel „Sophie-Opel-Schule“ ein konsequentes Umdenken an. Die Christdemokraten wollen dafür sorgen, dass die bestehenden Planungen verworfen werden. Stattdessen soll ein externer Projektentwickler beauftragt werden, neu in die Planungen einzusteigen. Und auch hinsichtlich des künftigen Standorts der neuen Schule will die CDU einen neuen Weg einschlagen.

Planung aus dem Ruder gelaufen

Notwendig wird der konsequente Schnitt, den die Christdemokraten vorschlagen, aus deren Sicht aufgrund des verfahrenen Ist-Zustands. Seit Monaten schleppen sich die Neubauplanungen mehr schlecht als recht dahin, wirkliche Fortschritte sind kaum zu erkennen. Eine Entwicklung ist derzeit vor allem hinsichtlich der prognostizierten Kosten zu sehen. Die haben sich vom Kostenrahmen über 30,5 Millionen Euro, welcher dem Projekt Anfang des Jahres von den Stadtverordneten verpasst wurde, auf inzwischen bis zu 50 Millionen Euro erhöht.

„Dieses Desaster können wir nicht mehr mit ansehen. Deswegen wollen wir jetzt die Notbremse ziehen“, sagt Michael Ohlert, Fraktionschef der CDU. Die Ausschreibung für einen externen Projektentwickler soll nach Möglichkeit als Ideenwettbewerb realisiert werden, fordert die CDU.

Als Rahmen für diesen Wettbewerb sehen die Christdemokraten mehrere Punkte vor. So soll erstens der Neubau eines Schulgebäudes mit Platz für acht Klassen pro Jahrgangsstufe am Standort der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) geprüft werden. Dieser Neubau soll entweder traditionell oder in Modulbauweise errichtet werden. Im Gegenzug soll die Verlagerung „des Schulstandortes der Haupt- und Realschule der GHS an die Friedrich-Ebert-Schule“ geprüft werden. Diese müsste dann für den drei- bis vierzügigen Betrieb der Haupt- und Realschule saniert werden. Und auch die Integration der Grundschule Königstädten in den Neubau am Standort der GHS mit eigenem Zugang und getrenntem Schulhof soll geprüft werden, so die CDU.

Kommentar

Das ist mal ein Paukenschlag. Die Christdemokraten haben einen komplett neuen Plan vorgelegt, um die Rüsselsheimer Schullandschaft in beträchtlichem Maße zu erneuern.

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Kosten soll dieses Konzept nach den Vorstellungen der Christdemokraten so viel, wie im Haushalt für das Projekt „Sophie-Opel-Schule“, die geplanten Arbeiten an der Gerhart-Hauptmann-Schule und an der Grundschule Königstädten vorgesehen ist. „Das müssten etwa 50 Millionen Euro sein“, meint CDU-Chef Thorsten Weber.

Mit ihren Überlegungen stellen die Christdemokraten die bisherigen Planungen ziemlich auf den Kopf. „Wir stehen zum Schulentwicklungsplan, aber wir sind mit der kooperativen Gesamtschule nicht an den Standort in der Ebert-Siedlung gebunden“, sagt Weber. Die neue „Sophie-Opel-Schule“ dürfe nicht länger losgelöst vom Rest der Schullandschaft betrachtet werden, stattdessen soll ein Gesamtkonzept her.

„Wir sind mehr als ein Arbeitstitel“

Die Elternvertreter der neuen „Sophie-Opel-Schule“ (Arbeitstitel) üben Kritik an den politisch Verantwortlichen. Und auch die Namensdebatte thematisieren sie.

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Den bisherigen Verlauf der Planungen kritisieren Ohlert und Weber scharf. Entweder werde zwischen Baustadtrat Nils Kraft (SPD) und Bildungsdezernent Dennis Grieser (Grüne) nicht kommuniziert, „oder es wurde bislang nicht einmal der Versuch unternommen, die Planungen anzupassen“. Anders ließe sich die neueste Vorlage zu dem Thema nicht deuten. „Kraft und Grieser tragen die Verantwortung gemeinsam.“

Offen für Änderungen

Die Christdemokraten wollen nun Werbung bei den anderen Fraktionen für ihren Antrag machen. Und sie seien durchaus auch zu Änderungen bereit. „Wenn uns jemand noch einen anderen Standort nennen kann, wo es funktioniert, dann gerne“, sagt Weber. Auch dies ist ein Punkt im Antrag der CDU. Als Fixpunkte seien allerdings der Schulentwicklungsplan und der finanzielle Rahmen gesetzt. „Und die Vergabe der Arbeiten an einen externen Entwickler. Es kann sein, dass die Verwaltung mit der Vielzahl der Projekte, die derzeit anstehen, schlicht überlastet ist“, heißt es von den beiden Christdemokraten Weber und Ohlert.

Allerdings fordern sie rasche Ergebnisse. Auch vor dem Hintergrund, dass der aktuell von Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) eingebrachte Haushalt noch einmal überarbeitet werden müsste, sollte der finanzielle Mehraufwand, den die bisherigen Neubauplanungen für die Schule nach sich ziehen würden, festgeschrieben werden.

Debatten wird der Vorschlag der CDU mit Sicherheit auslösen. Nicht zuletzt, weil er auch eine Neuplanung des Raumplans – und damit auch des pädagogischen Konzeptes der neuen Schule – notwendig machen würde. „Alle werden sich bewegen müssen. Auch die Schulen“, prognostiziert Weber.

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