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Ideen-Wettbewerb: Das Auto "Pixel" ist ein Werkzeug

Beim "existenZündungs-Preis 2017" des Kreises wurden innovative Ideen ausgezeichnet. Auch ein besonderes Fahrzeug aus Rüsselsheim machte das Rennen.
Ausgezeichnet: Remy Wedig (links) und Gregor Kraft posieren mit einem Pixel. Ausgezeichnet: Remy Wedig (links) und Gregor Kraft posieren mit einem Pixel.
Rüsselsheim. 

Als Remy Wedig und Gregor Kraft über den Parkplatz gefahren kommen, ist nichts zu hören. Für ein Elektrofahrzeug ist das nicht verwunderlich. Und doch haben beide für dieses einem Golfcaddy ähnliche Gefährt einen Preis bekommen. Mit ihrer Geschäftsidee, erstmals in Deutschland den Pixel – ein Elektroauto des französischen Herstellers XYT – zu montieren und um eigene Applikationen zu ergänzen, holten die Rüsselsheimer beim existenZündungs-Preis des Landkreises den zweiten Platz in der Kategorie Neugründungen.

Kein normales Fahrzeug

Aber ist ein Elektrofahrzeug tatsächlich noch so innovativ, dass es einen Preis bekommt? Ist es, sagen die Macher. Denn bei dem Pixel handele es sich keineswegs um ein Fahrzeug, das der Kunde vorher im Autohaus besichtigt, um es nach einer Probefahrt zu kaufen. Überhaupt habe der minimalistische Pixel nicht viel mit einem normalen Auto gemein. Er hat vier Räder, ein Lenkrad, immerhin zwei Sitze und Straßenzulassung. Aber für einen Sonntagsausflug ist er weniger geeignet.

„Wir sehen den Pixel weniger als Auto, sondern mehr als Werkzeug“, erläutert Gregor Kraft. Ein Werkzeug, das individuell auf die Ansprüche des Nutzers geschnitten werden kann. Würde man zehn Pixel nebeneinander stellen, hätte man zehn unterschiedlich aussehende Pixel vor sich, die auf ihre Einsätze warten, beispielsweise auf dem Areal eines großen Logistikers.

„Braucht der Nutzer einen Transportaufbau, bekommt er ihn. Braucht er einen Pick-up, bekommt er ihn. Braucht er einen kleinen Pixel, der auch als Energiequelle dienen muss, beispielsweise für das Schneiden von Hecken, bekommt er ihn“, so die Preisträger. Und wenn sich die Anforderung einmal änderten, könne der Pixel problemlos umgebaut werden. Die Software mache den Pixel zu einem „intelligenten Werkzeug“.

Auch das sei beim Pixel einzigartig: Ein Pixel wird in einigen hundert Einzelteilen geliefert und zusammengebaut – in Deutschland eben von Remy Wedig und Gregor Kraft. Als sich beide kennengelernt haben, suchte Gregor Kraft für sein Unternehmen, das in Bischofsheim Stroh- und Heupellets produziert, ein Nutzfahrzeug, fand aber nichts.

Wedig erzählte ihm vom Pixel. Damit war die Idee geboren, den Pixel auch in Deutschland an den Mann zu bringen. Bereits jetzt kann man ihn bei Remy Wedigs und Gregor Krafts Unternehmen edrive-Pixel.de bestellen, die Lieferzeit beträgt rund ein halbes Jahr.

Videos für Kunden

Ortswechsel zu einem von außen unscheinbaren Büro der Firma Viserto in der Kupferstraße. Hier haben Ralf Kettenbach und Daniel Russo zusammen mit Robert Ziegler und Mike Pfannmüller zwei Jahre lang getüftelt. Herausgekommen ist ein Video-Service-Tool, das vor allem die Kommunikation zwischen Autohändlern und Kunden optimieren soll. Dafür wurden sie mit dem dritten Platz belohnt.

Wer sein Auto zur Inspektion bringt, kennt das: Man unterschreibt den Auftrag und verabschiedet sich. Eventuell kommt jedoch ein Anruf von der Werkstatt: „Eigentlich müssten auch die Bremsscheiben erneuert werden.“ Was tun? Die Werkstatt aufsuchen und sich den unvorhergesehenen Mangel selbst anschauen? Viele geben wohl – mehr oder weniger zähneknirschend – am Telefon ihr Okay.

„In solch einem Fall kommt unser Video-Tool zum Einsatz“, erläutert Daniel Russo. Der Werkstatt-Mitarbeiter könne den Mangel filmen und das Video samt Erläuterungen dem Kunden aufs Smartphone oder den PC schicken. Der Kunde wiederum könne es sich anschauen und entscheiden, ob er den Zusatzauftrag annehmen oder ablehnen möchte. Beides erfolgt im Tool.

„Seit einem halben Jahr sind wir damit auf dem Markt“, so Daniel Russo, der noch weitere Einsatzgebiete sieht: in der Logistik, im Straßenbau, in der Wohnungswirtschaft. Eben überall, wo der Entscheider kurzfristig nicht erreichbar sei und sich kein eigentlich notwendiges Bild an Ort und Stelle machen könne.

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