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Das lange Warten auf die Wohnung

Weil der Druck auf dem Rüsselsheimer Wohnungsmarkt immer weiter wächst, dauert der Einzug in eine Wohnung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau derzeit nicht selten bis zu einem Jahr. Wenn es eine Sozialwohnung sein muss, verlängert sich die Wartezeit mitunter noch einmal drastisch.
Christian Kugler und seine Mitarbeiterinnen müssen die Erwartungen der Wohnungssuchenden regelmäßig dämpfen. Christian Kugler und seine Mitarbeiterinnen müssen die Erwartungen der Wohnungssuchenden regelmäßig dämpfen.
Rüsselsheim. 

Am liebsten wäre es den meisten Mietinteressenten in etwa so: Anklopfen beim Mietberater, Darstellung der Wünsche für eine Wohnung, Wohnung angucken, Schlüsselübergabe, Möbel packen, einziehen. Gewobau-Mietberater Christian Kugler lacht und sagt: „Wenn das doch mal so einfach wäre.“ Weil der Druck auf dem Wohnungsmarkt in Rüsselsheim wie in der gesamten Rhein-Main-Region stetig steigt, dauert es derzeit auch in Rüsselsheim bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau vom Wohnungsgesuch bis zum Einzug mehr als nur ein paar Monate. Wartezeiten von einem Jahr sind nicht selten und wer nicht einfach nur irgendeine, sondern eine spezielle Wohnung braucht, für den kann es sogar Jahre dauern, bis etwas Passendes frei wird. Ein spontaner Umzug in die Opel-Stadt ist also in den meisten Fällen nicht drin.

Pro Jahr verzeichnet die Gewobau in ihren Bestandswohnungen lediglich rund 400 Mietwechsel, wobei derzeit allerdings 2114 Mietinteressenten verzeichnet sind. 6324 Wohnungen hat die Gewobau im Bestand, 32,3 Prozent oder 2043 Wohnungen sind öffentlich gefördert. Am längsten warten momentan Interessenten für Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen. Besonders solche geförderten, familiengerechten Wohnungen sind rar gesät, so dass die Wartezeit in solchen Fällen auch von zweieinhalb bis zu sieben Jahren reichen kann. Der Druck auf den Wohnungsmarkt ebbt nicht ab, er nimmt eher zu.

Das Rhein-Main-Gebiet ist eine stetig wachsende Region. Allein Frankfurt vergrößert sich im Schnitt um rund 40 Einwohner pro Tag. Entsprechend teuer ist das Wohnen in der Region: Der Mietspiegel in der gesamten Region ist hoch – bis zu 15 Euro pro Quadratmeter werden mittlerweile mancherorts für eine Mietwohnung verlangt. In Rüsselsheim liegt die Durchschnittsmiete im Moment bei rund 9 Euro.

Kugler, der für die Gewobau als Wohnungsvermittler arbeitet, sagt: „Der Weg zu uns ist unterschiedlich.“ Viele Wohnungssuchende werden im Internet nicht fündig, brauchen einen direkten Ansprechpartner vor Ort: Und so klopfen sie in der Gewobau-Zentrale in der Nähe des Bahnhofs an. „Die Menschen wissen über Freunde, Kollegen und Nachbarn von uns und kommen mit ihrem Anliegen zu uns.“ Meist werden konkrete Wünsche nach Wohnungsschnitt und Lage geäußert, doch können diese Vorstellungen nur selten erfüllt werden.

Frage nach Einkommen

Oft sei das erste Zusammentreffen auch sehr emotional: „Manche Menschen haben einen großen Druck, sie müssen unbedingt aus ihrer Wohnung raus, manche brauchen wegen eines Berufswechsels eine Wohnung in Rüsselsheim, andere haben eine Trennung hinter sich. Diese Gespräche mit den Menschen sind auch für uns nicht immer ganz einfach“, sagt Kugler.

Um ein Wohnungsgesuch bei der Gewobau abzugeben, müssen sich Mietinteressenten auf einer Online-Plattform registrieren und dort Angaben zum Beruf und zum Einkommen machen. „Das ist wichtig für uns, wir müssen schließlich wissen, mit wem wir es zu tun haben“, sagt Kugler. Anhand dieser Daten lasse sich auch konkret festmachen, ob die Vorstellungen der Wunschwohnungen realisierbar sind oder nicht.

Um den Druck auf dem Wohnungsmarkt abzubauen, würde die Gewobau gerne mehr bauen, doch sind die Flächen sehr begrenzt. Die Stadt Rüsselsheim hat zwar mehrere Projekte zur Schaffung von zusätzlichem Wohnbauland in den Schubladen, doch die Umsetzung lässt teilweise seit Jahren auf sich warten.

Das größte Projekt ist die an Bauschheim angrenzende „Eselswiese“, für die derzeit noch die Vergabe an einen Projektentwickler läuft. Auch Nachverdichtungen gestaltet sich meist nicht allzu einfach – schließlich werden auch mögliche Lückenschlüsse innerhalb der bestehenden Bebauung immer seltener.

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