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Flamenco wird gelebt: Das wird eine leidenschaftliche Fiesta

Der Flamencoverein Peña la Buleria, seit 2013 in der Opelstadt ansässig, wird zehn Jahre. Für Samstag lädt der Verein zur Fiesta internationaler Flamenco-Stars ins Stadttheater ein. Das ECHO sprach mit den Vorständen Frank und Maren Ihle.
Vorfreude auf das große Fest: Maren Ihle holt schon mal die Kleider mit den üppigen Volants hervor, Frank Ihle schlägt die ersten Töne auf der Gitarre an. Vorfreude auf das große Fest: Maren Ihle holt schon mal die Kleider mit den üppigen Volants hervor, Frank Ihle schlägt die ersten Töne auf der Gitarre an.
Rüsselsheim. 

Der in Freiburg geborene Frank Ihle erzählt, dass er bereits als Zwölfjähriger auf seiner Gitarre bevorzugt Flamenco spielte. „Flamenco, das ist ein Lebensgefühl, das ist Poesie und Leidenschaft, tiefster Schmerz und größtes Glück“, sagt der künstlerische Leiter von Peña la Buleria, dem seit drei Jahren in Rüsselsheim ansässigen Flamencoverein.

„Gegründet haben wir den Verein 2006 in Wiesbaden, doch Flamenco als künstlerischen Lebensausdruck von Gitarre, Gesang und Tanz pflegen wir seit Jahrzehnten“, erzählt Maren Ihle, die Vorstandsfrau für Finanzen. Zugleich ist sie leidenschaftliche Flamencotänzerin, die in weiten, mit Volant besetzten Kleidern von flammender Farbe und mit genagelten Schuhen bereits bei vielen internationalen Festivals dabei war. „Dennoch bin ich auch nach 20 Jahren noch Schülerin, verglichen mit den Flamenco-Meistern, bei denen ich und andere Vereinsmitglieder Unterricht nehmen.“

 

Fernando Galan inszeniert das Fest

 

Fernando Galan etwa, der bekannte spanische Flamenco-Meister, inszeniert auch die Fiesta zum zehnten Geburtstag des Vereins, die im Stadttheater gefeiert wird. „Fernando Galan zeichnet für die Inszenierung verantwortlich, bei der internationale Größen des Flamencos aus Andalusien anreisen – die Sänger Manu Soto und Luis Monje Vargas sowie Sängerin Isabel Alvarez gehören dazu“, freut sich Maren Ihle auf die Fiesta.

Steffi Keppler, die das Vorstandstrio von Peña la Buleria komplettiert, hat mit Flyern und Plakaten als Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit schon kräftig die Werbetrommel für die Fiesta gerührt – indes: „Es gibt noch genügend Karten im Vorverkauf“, so die Auskunft.

Flamenco habe in seiner ursprünglichen Form auf Straßen und Plätzen sowie in kleinen Bars seinen Platz. „Er wird in Andalusien gelebt, nicht inszeniert“, so Maren Ihle. „Arte Flamenco in Vivo“ nennt sie das, diesen leidenschaftlichen Reigen der musikalischen, gesanglichen und tänzerischen Ausdrucksform, den minutiös zu planen seinem Wesen widerspricht. Frank Ihle, auf der Gitarre melancholische Töne zupfend, ergänzt: „Der Gitarrist folgt dem Sänger, der entweder traditionelle oder moderne Lieder oder auch emotionsgeladene Improvisation singt.“

 

Intensive Mimik gehört dazu

 

Verse des Dichters Garcia Lorca gäben häufig Basis eines Liedes ab, wenn es dann etwa in grandioser Liebesverzweiflung heißt: „Niemand begriff den dunklen Magnolienduft deines Bauches, niemand wusste, dass du zwischen den Zähnen einen Kolibri der Liebe zu Tode quälst.“

Intensive Gestik und Mimik der Sänger gehören zum Vortrag, wie es auch im September 2015 die Besucher der Rüsselsheimer „Wasch-Bar“ beim Flamencosommer Rhein-Main erleben konnten. „Dort gab Luis Monje Vargas ein grandioses Gastspiel. Ihn zu begleiten, ist für mich eine außerordentliche Freude“, erinnert sich Frank Ihle, der Gitarrist jenes Abends, an die Leidenschaft des Maestro.

Ob diese Kunst im großen Saal des Stadttheaters das richtige Ambiente findet? Maren Ihle sagt: „Wir erwarten Besucher aus aller Welt. Das Netzwerk der Flamenco-Vereine ist international. So stehen etwa auch zwei große Flamenco-Tänzerinnen aus Berlin und Hamburg auf der Bühne – La Mona und Lea Fresenius. Aber auch Mitglieder unseres vierzigköpfigen Vereins werden aktiv dabei sein. Solistische Tänze, einstudiert mit Fernando Galan, gehören auch für mich dazu.“

Maren Ihle holt einige ihrer Flamenco-Kleider hervor, breitet die weiten Röcke aus, deren Volants sich reizend kräuseln, als seien sie poetisches Sinnbild für den Reigen der Gefühle, die das Leben prägen. Wie sagte Lorca? „Unten singt im Tal der Fluss, Kräuselsaum aus Laub und Himmel. Und es kränzt das neue Licht sich mit Blüten.“

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