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Jörg-Dieter Häußer gibt den Vorstandsposten des Sportbunds ab: Denker in der Wir-Form

Jörg-Dieter Häußer, seit 15 Jahren Vorsitzender des Sportbunds Rüsselsheim, kandidiert für keine weitere Amtszeit mehr. Im Gespräch mit dem Rüsselsheimer Echo blickt er zurück.
Jörg-Dieter Häußer gibt den Vorstandsposten beim Sportbund ab. Foto: Dirk Winter Jörg-Dieter Häußer gibt den Vorstandsposten beim Sportbund ab.
Rüsselsheim. 

Als Jörg-Dieter Häußer im Jahr 1979 in den Vorstand des Sportbunds Rüsselsheim gewählt wurde, hieß dieser noch Stadtverband für Leibesübungen. Erst sechs Jahre später folgte die Umbenennung des Dachverbands der Rüsselsheimer Sportvereine, den es seit 1969 gibt.

Häußer kümmerte sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ehe er Geschäftsführer, Zweiter Vorsitzender und 2003 schließlich Vorsitzender wurde. In der Jahresversammlung am kommenden Freitag wird er, der sechste Vorsitzende in der Geschichte des Sportbunds, für keine weitere Amtszeit mehr kandidieren.

Dass er eineinhalb Jahrzehnte dem Vorstand vorstehen würde, war keinesfalls ausgemachte Sache. Der 73 Jahre alte Wahl-Rüsselsheimer erklärte sich damals bereit, wie er sagt, „erstmal vorübergehend“ die Nachfolge von Rolf Gerbig zu übernehmen. Denn geeignete Kandidaten seien rar gewesen: Sportbundvorsitzender „sollte keiner sein, der von dieser übergeordneten Arbeit für den Rüsselsheimer Sport keine Ahnung hat“, sagt Häußer. Ahnung als Sportfunktionär hat der Ruheständler, der bis 2008 das Archiv einer Darmstädter Tageszeitung leitete, eine Menge: 21 Jahre lang war er Vorsitzender des SV Disbu Rüsselsheim.

Der Sportbund (SB) ist einerseits Dienstleister für die hiesigen Sportklubs, aber auch deren Interessenvertretung gegenüber den Entscheidern in Stadtverwaltung und -politik. SB-Vorstandsarbeit bedeute viele Termine, bedeute, so oft wie möglich mit diesen Entscheidungsträgern zu reden.

Früher Tischtennis

Wobei ihm immer ein Anliegen gewesen sei, sachlich zu argumentieren – und wenn das Thema noch so unangenehm gewesen sei. Das scheint gelungen: Als er 2009 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet wurde, sagte der damalige Oberbürgermeister Stefan Gieltowski (SPD): Augenmaß, Besonnenheit und die Fähigkeit zum Ausgleich seien die Wesensmerkmale Häußers.

Die sportpolitischen Themen hätten sich über die Jahre zum Teil stark verändert, so Häußer. In der Satzung stehe beispielsweise, dass der Sportbund die Stadt beim Neubau von Sportanlagen beraten solle. Häußer erinnert sich an die Anfangszeit, nachdem er 1974 mit seiner Frau Uschi aus Nagold im Schwarzwald nach Rüsselsheim gezogen war – Studium und Beruf zuliebe. Damals, als die Stadt noch nicht die finanziellen Zwänge von heute hatte, sei beispielsweise über den Bau eines Eisstadions diskutiert worden.

JHV beginnt um 19 Uhr

Der Sportbund kommt am Freitag, 23. Juni, zur Jahresversammlung zusammen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr in der Steinmarktklause (SKG-Vereinsheim.

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„Heute sind wir froh, wenn wir Sportanlagen erhalten können, die für die Vereine und auch für den Schulsport gebraucht werden“, sagt Häußer. Nicht zuletzt auf das Engagement aus den Vereinen führt er es zurück, dass die Großsporthalle erhalten wurde. Und an der Bürgerinitiative, die sich erfolgreich für den Erhalt des Lachebads einsetzte, habe sich der Sportbund von Anfang an beteiligt.

Diese beiden Sportstätten seien in jüngerer Vergangenheit die größten Herausforderungen gewesen, mit denen der Sportbund konfrontiert gewesen sei. Nach besonderen Erlebnissen während seiner Amtszeit gefragt, mag Häußer sich nicht auf einzelne Momente festlegen: „Das Schönste ist, dass wir es doch immer wieder geschafft haben, Entscheider in der Stadt von der Wichtigkeit des Sports und der Sportvereine zu überzeugen.“

Die Ich-Form wählt Häußer kaum. Lieber spricht er von „wir“ und bezieht damit seine Vorstandskollegen ein, mit denen er in all den Jahren stets im Team gearbeitet habe („Das mag abgedroschen klingen, aber es war wirklich so“).

Der Sportler Jörg-Dieter Häußer spielte früher Tischtennis. Beim SV Disbu war er jahrelang Sportlicher Leiter der Abteilung, zudem baute er die Disbu-Tischtennisjugend auf. Mittlerweile ist Häußer vom Spiel mit dem Zelluloid - auf jenes mit dem Filzball umgestiegen: Beim TV Königstädten ist er Mannschaftsführer eines Tennis-Hobbyteams. Auch mit Seniorengymnastik und Wassergymnastik hält sich Häußer fit.

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