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Junge Oper Rhein-Main: Die Königin reißt alle mit

Ein Abend bezaubernder Stimmen begeisterte im Bürgersaal: Die Junge Oper Rhein-Main, die hier für die Mozart-Oper „Cosi fan tutte“ probt, die am Freitag (25.) Premiere im Stadttheater Rüsselsheim feiert, sang bewegende Arien zur Einstimmung.
Die Königin der Nacht: Manuela Strack, Vorsitzende der Jungen Oper Rhein-Main, Sopranistin und Regisseurin der neuesten Inszenierung, beeindruckte beim Opernabend im Bürgersaal. Die Königin der Nacht: Manuela Strack, Vorsitzende der Jungen Oper Rhein-Main, Sopranistin und Regisseurin der neuesten Inszenierung, beeindruckte beim Opernabend im Bürgersaal.
Raunheim. 

Manuela Strack ist nicht nur Vorsitzende des Vereins Junge Oper Rhein-Main, sie ist auch Sängerin und Regisseurin der neuesten Produktion des Ensembles. Am Samstagabend trat sie anlässlich eines Opernabends des Vereins im eleganten blauen Kleid vors Publikum im Bürgersaal und brillierte als „Königin der Nacht“ aus Mozarts „Zauberflöte“.

Mit farbigem Timbre sang sie die Arie „Der Hölle Rache“ – landläufig als „Rachearie“ bezeichnet. Grandios, wie die Sopranistin auch gestisch und mimisch die von Rachsucht getriebene Königin abgab, die Mordwaffe für den verabscheuten Priester Sarasto gnadenlos in die Hände der Tochter legend. „Fühlt nicht durch dich er Todesschmerzen, so bist du meine Tochter nimmermehr.“ Da wurde es still im Saal, da war das Publikum hingerissen von dieser Leidenschaft einer erstklassigen Stimme und einer bildschönen Diva zugleich. Der Beifall war groß.

Stimmliche Kraft und Ausdrucksvermögen

Die Sänger der Jungen Oper Rhein-Main, die sich größtenteils noch in Ausbildung befinden, sowie auch zukünftige Dirigenten, Orchestermusiker, Bühnen-und Maskenbildner, nutzen als Team jährlich die Plattform namhafter Bühnen der Region, um Eigenproduktionen vorzustellen. Seit Vereinsgründung 2002 empfahlen sich die Opernsänger, die zwischen 20 und 30 Jahren jung sind, mit vielen Aufführungen – die jüngste war 2014 „Orphée aux enfers“ von Jacques Offenbach, die auch im Stadttheater Rüsselsheim gastierte.

„Welch stimmliche Kraft, welches Ausdrucksvermögen diese jungen Leute haben. Wunderbar. Der Abend steht namhaften Aufführungen in großen Häusern nicht nach“, freute sich eine Besucherin des Arienabends und sprach aus, was viele empfanden. Das Können der zehn angehenden Sänger sowie die Brillanz der begleitenden Pianisten Lukas Ziesché und Julian Pontus Schirmer überzeugten rundum. Dirigent Clemens Mohr erhielt Extrabeifall.

Im kargen, hell ausgeleuchteten Saal, dessen einziger Schmuck eine grünende Birkenfeige seitlich des Pianos war, musste das Ensemble ohne schmeichlerische Kulisse auskommen, füllte Raum und Fantasie allein mit den Stimmen. Freilich gaben die Damen – allen voran Nadia Steinhardt und Katharina Nieß in einer Arie aus „Cosi fan tutte“, wahren Blickfang ab: Herrlich changierende Stoffe eleganter Kleider sowie funkelndes Geschmeide waren zusätzliche Augenweide.

Malte Schwarz, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Jungen Oper Rhein-Main, wies auf die Premiere im Rüsselsheimer Stadttheater (25.) hin, die wohl keiner der Besucher in Raunheim versäumen mag.

Moderatorin erklärt den Hintergrund

Ulrike Cieslik moderierte die Arien, gab jeweils Einblick in die „Hochzeit des Figaro“, in die „Schneekönigin“ oder auch in Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“. Entzückend war unter all den rühmenswerten Auftritten auch die Darbietung von Lea Kohnen (17), die die Arie der Despina aus Mozarts „Cosi fan tutte“ voller Anmut sang. „Sie ist unserem Verein verbunden, ist aber eigentlich noch Schülerin“, verriet Malte Schwarz.

Katharina Nieß, eine wahre Primadonna vom Scheitel bis zur Sohle, trat mehrfach auf, überzeugte mit ihrem kraftvollen Sopran auch in der Rolle der mitleidigen Fiordiligi aus „Cosi fan tutte“ – zu deutsch übrigens: „So machen’s alle“ oder auch unter dem Titel „Die Schule der Frauen“ bekannt. Hingebungsvoll war das Duett von Theresa Zänglein und Andreas Drescher (Susanna und Graf Almaviva) aus der Oper „Die Hochzeit des Figaro“: „So lang’ hab’ ich geschmachtet.“

Unerwähnt bleiben darf unter vielen unvergesslichen Eindrücken auf keinen Fall die umwerfend komische, stimmlich überzeugende Arie, die Andreas Drescher in der Rolle des eitlen Dieners Leporello – (Don Giovanni) sang: Da rief er als kecker Frauenkenner und stiller Beobachter viel Lob und Amüsement hervor.

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