Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... 12°C

Nina Eisenhardt aus Darmstadt: Die Lösung aus der Nachbarschaft

Mit 26 in den Bundestag? Geht es nach Nina Eisenhardt: kein Problem. Die Darmstädterin tritt für den Kreis bei der Wahl an.
Aus Darmstadt für den Kreis Groß-Gerau: Nina Eisenhardt. Foto: Peter Mikolajczyk Aus Darmstadt für den Kreis Groß-Gerau: Nina Eisenhardt.
Groß-Gerau. 

Auch die Grünen sind auf der Suche nach einem Direktkandidaten für den Deutschen Bundestag fündig geworden: Nina Eisenhardt geht für den Kreis Groß-Gerau ins Rennen. Die 26-Jährige wohnt in Darmstadt und studiert Friedens- und Konfliktforschung.

Die Wahl fand im Saal des Groß-Gerauer Kulturcafés statt. Die Sprecherin des Kreisverbandes, Doro Hofmann, reagierte auf die Echo-Frage, ob man die Kandidatin vorab interviewen dürfe, gereizt: „Die muss doch erst gewählt werden – bei uns ist es doch nicht so wie bei der CDU.“

Keiner wollte antreten

War es dann aber irgendwie doch: Denn niemand wollte gegen Eisenhardt antreten, die mit einer engagierten Rede ihre Ziel umriss und mit jugendlichem Elan die Grünen in den harten Wahlkampf führen will. Fast 100 Prozent Zustimmung fand sie, nur zwei Anwesende votierten mit Nein.

Dennis Grieser, Bürgermeister in Rüsselsheim und Vorstandssprecher der Kreis-Grünen, sagte: „Wir haben uns im Bundesland umgesehen, nachdem niemand aus dem Kreis zur Kandidatur bereit gewesen ist.“

Suchen musste man nicht lange, die Lösung lag in der Nachbarschaft. Eisenhardt hat sich ihre Sporen bei der Grünen Jugend auf Landesebene erworben und ist deren Geschäftsführerin. Sie kam nur deshalb in ihrem Wohnort Darmstadt nicht zum Zug, weil es Daniela Wagners Revier ist. Sie nimmt auf der Landesliste zur Bundestagswahl Platz eins ein, Eisenhardt nur Rang neun.

Listenplatz hin oder her, Eisenhardt lieferte eine mitreißende Rede im Kulturcafé ab. Sie will die „Weltuntergangsstimmung“ mit Hoffnung bekämpfen. Setzt gegen Hass und Lüge die offene Gesellschaft, in der sich die Menschen am besten verwirklichen könnten. „Dieses Ziel ist mir jedes Wagnis wert, und dafür suche ich Mitstreiter“, so Eisenhardt.

Das grüne Gesicht als Umweltpartei müsse wieder geschärft werden. Um so mehr, da die große Koalition hier auf ganzer Linie versagt habe. Anschließend folgten grüne Schlagworte: Kohle-Ausstieg, Agrarpolitik ohne Pestizide, mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz und weniger Rüstung.

Ein Bekenntnis zu Europa und scharfe Angriffe gegen rechte Parolen rundeten die Vorstellungsrede ab, die mit viel Beifall aufgenommen wurde. Es gab nur eine Zusatzfrage, die die die aktuelle Situation bei Opel betraf. Eisenhardt ist – kaum überraschend – für den Erhalt aller Arbeitsplätze in Rüsselsheim, forderte aber auch, dass die Automobilindustrie bei der Umsetzung der Energiepolitik besser „mitgenommen“ werde.

Das bedeute auch stärkere Unterstützung für den Bau von Elektroautos, wo sich die Opel-Ingenieure laut Eisenhardt bereits „große Kompetenzen erworben haben“. Eisenhardt abschließend: „Ich kämpfe um jede Stimme – wenn ich etwas anfange, mache ich es richtig.“

Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse