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Ausstellung: Die Vogelzüchter machen ihre Vögel schön

Der Geflügel- und Vogelzuchtverein muss seine Vogelausstellung verlegen. Die vor allem bei Kindern beliebte Schau ist an diesem Wochenende nicht wie gewohnt in einem Gewächshaus der Baumschule Bärsch zu sehen, sondern im Vereinsheim am Seeweg. "Schade, aber nicht tragisch", sagen die Züchter.
Heiko Rumpeltesz mit seinen Gouldamadinen. Heiko Rumpeltesz mit seinen Gouldamadinen.

Seit rund drei Jahrzehnten hatten die Nauheimer Vogelzüchter zur ihrer Ausstellung einmal im Jahr in die Baumschule Bärsch eingeladen. Umgeben von vielen Grüngewächsen ergab sich stets ein passendes Ambiente. Der bevorstehende Baubeginn in einer benachbarten ehemaligen Gärtnerei, die direkt an die Baumschule grenzt, erfordert eine Neuorientierung.

Die gefiederten Tiere werden im Vereinsheim gezeigt, Kaffee, Kuchen und Deftiges gibt es auf einem überdachten, notfalls mit Heizstrahlern gewärmten Platz. Der Aufbau am Mittwoch und Donnerstag sei leichter gewesen als früher, berichtet Vorsitzender Matthias van de Loo.

„Immer schön dort“

Vom Kaffeelöffel bis zum Vogelfutter habe der Verein früher alles in die Baumschule geschleppt, nun könne der Club auf sein Equipment in der Zuchtanlage zurückgreifen. Das spare Arbeitskraft, dennoch sei es bedauerlich, dass die Baumschule nicht zur Verfügung stehe. „Es war immer schön dort und wir sind dankbar, dass wir die Räume bislang nutzen durften“, bilanziert Züchter Heiko Rumpeltesz.

Vorsitzender Matthias van den Loo beschäftigt sich erst seit drei Jahren mit Farbkanarien. Bild-Zoom
Vorsitzender Matthias van den Loo beschäftigt sich erst seit drei Jahren mit Farbkanarien.

Van de Loo und Rumpeltesz waren am Donnerstag mit ihren Tieren beschäftigt, die sie bei der Schau zeigen. Unterschiedlicher als bei den beiden könnten die Voraussetzungen kaum sein. Beide züchten schon seit vielen Jahren, doch ausgerechnet der Vorsitzende ist Neuling.

Der 66 Jahre alte van de Loo berichtet, dass er „erst seit drei Jahren“ Vögel heranziehe, um sie von unabhängigen Juroren bewerten zu lassen. Seit 1999 aber züchte er erfolgreich schon oft prämierte Hühner. Er weiß also, was zu tun ist.

Rumpeltesz hingegen kann auf eine 20-jährige Erfahrung in der Vogelzucht zurückblicken, hat 18 Jahre Tauben gehegt und gepflegt und davor schon Hühner. „Angefangen habe ich mit sieben Jahren“, weiß der 44-Jährige. Er kümmert sich um seine Tiere in Volieren und im Keller zu Hause, während van de Loo ein Gehege auf der Zuchtanlage nutzt. Rumpeltesz transportierte seine Vögel am Donnerstag mit dem Auto in speziellen Käfigen zum Vereinsgelände.

Novize van de Loo geht mit Farbkanarien ins Rennen. Bei voraussichtlich zehn Mitstreitern ums Vereins-Championat dürfte er den einen oder anderen Konkurrenten haben. Rumpeltesz bringt Gouldamadinen an den Start. Sie sind wesentlich rarer und wohl auch schwieriger zu züchten.

Anderer Biorhythmus

Die Prachtfinken aus Australien sind, obwohl sie in unseren Gefilden geschlüpft sind, an den Jahreszeitenrhythmus auf der Südhalbkugel gewöhnt. Für sie geht es jetzt auf den Sommer zu. Rumpeltesz kann seine Lieblinge daher nicht mehr im Freien halten. „Nicht weniger als 15 Grad Außentemperatur“, lautet seine Richtschnur.

Der andere Biorhythmus der Exoten führt zu einem weiteren Problem: Ausstellungsvogel ist nicht gleich Zuchtvogel. Da es – theoretisch – für die Tiere Sommer werde, geraten sie jetzt in Brutstimmung, erkennbar an schwarz gefärbten Schnäbeln der Hennen. Rumpeltesz reagiert mit mehr Licht rund um die Käfige, muss aber in Kauf nehmen, dass sich seine Ausstellungstiere im hiesigen Herbst den Preisrichtern nicht zwingend in Bestform offenbaren.

Van de Loo hat es einfacher. Obwohl seine Kanarien ebenfalls nicht zur heimischen Vogelart gehören, seien sie an den Jahreszeitenwechsel gewohnt. Langsam aber sicher entwickelten sich seine kleinen Prachtstücke so, wie idealtypische Beschreibungen es vorgeben. Wobei er betont, dass es sich um Farbkanarien handele, bei denen es um die Optik gehe, während bei Positurkanarien die Form maßgeblich sei.

Gemeinsam ist beiden Züchtern, dass sie sich genau auskennen müssen, welche Männchen sie mit welchen Weibchen paaren, um bei den Jungtieren die gewünschten Ergebnisse zu bekommen. Ausschlaggebend sei klassische Vererbungslehre nach Gregor Mendel. Für die meisten Ausstellungsbesucher dürfte diese Theorie keine Rolle spielen. Sie können an Banderolen erkennen, welche Vögel am besten bewertet wurden.

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