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Gustav-Brunner-Schule: Ein halbes Jahrhundert Bildung und Integration

1968 wurde in Gustavsburg die Gustav-Brunner-Schule ihrer Bestimmung übergeben. Damit blickt die Grundschule auf ein halbes Jahrhundert ihres Bestehens zurück. Größte Hoffnung ist ein baldiger Ganztagsbetrieb.
Rita Barthel, Leiterin der Gustav-Brunner-Grundschule, freut sich auf die Feiern. Bilder > Rita Barthel, Leiterin der Gustav-Brunner-Grundschule, freut sich auf die Feiern.
GUSTAVSBURG. 

Gustavsburg am 21. September 1968: „Mit Freude nehme ich den Schlüssel der neuen Schule entgegen und weiß die Ehre zu schätzen“, sagt Karl Wagner zur Eröffnung der neuen Grundschule von Gustavsburg, die später nach dem Bürgermeister von Ginsheim-Gustavsburg benannt wird, der von 1954 bis 1970 amtierte: Gustav Brunner. Karl Wagner ist jedoch zu dieser Zeit noch Leiter der auslaufenden Georg-August-Zinn-Schule und übernimmt die Leitung der neuen Grundschule zunächst kommissarisch.

Integration in Klassen

Und auch das sagt Karl Wagner an diesem Samstag im Herbst 1968: „Mögen hier den Kindern unserer Gemeinde, die staatstragenden Bürger der Zukunft, die Schicksale der alten Schule, Krieg, Not, politische Wirren und Entbehrungen aller Art erspart bleiben.“ Was würde Wagner wohl denken, wenn er wüsste, dass ein halbes Jahrhundert später an der Gustav-Brunner-Schule Kinder unterrichtet werden, die Krieg, Not, politische Wirren und Entbehrungen aller Art am eigenen Leib erlebt haben?

Denn seit 2016 hat die Gustavsburger Grundschule eine Intensivklasse, in der Kinder ohne Deutschkenntnisse unterrichtet werden. „Es sind Flüchtlingskinder, die zum Teil erheblich traumatisiert sind“, erläutert Rita Barthel, die die Brunner-Schule seit November 2011 leitet. Die Integration der Flüchtlingskinder war die große Herausforderung, der sich auch die Grundschule in Gustavsburg in der jüngsten Vergangenheit stellen musste. „Nach maximal zwei Jahren in der Intensivklasse kommen die Kinder dann in eine Regelklasse“, so Barthel.

Wandelnde Aufgaben

Rückblickend auf ein halbes Jahrhundert hat sich die Schularbeit ständig gewandelt. Doch schon in den ersten Jahren war Integration ein wichtiges Thema. Denn wegen der großen Arbeitgeber der Region, MAN und Opel, besuchten zahlreiche Gastarbeiterkinder die Brunner-Schule. Die Eltern engagierten sich damals kaum. „Inzwischen ist das Engagement der Eltern, beispielsweise im Förderverein, ein wichtiger und nicht mehr wegzudenkender Faktor für den Schulalltag“, unterstreicht die Schulleiterin.

Auch die Nachmittagsbetreuung an ihrer Schule wird von einem Elternverein gestemmt. „Eine Nachmittagsbetreuung ist in der heutigen Zeit, in der meist beide Elternteile berufstätig sind, unverzichtbar.“ Nach Rita Barthels Auffassung bietet das Schulgeschehen zudem längst kein homogenes Bild mehr. „Unsere Lehrerinnen arbeiten mehr und mehr in multiprofessionellen Teams, unterstützt von Förderschullehrern.“ Die digitalen Medien beeinflussten zunehmend den Unterricht, was vor 20 Jahren noch kein Thema war.

Eine weitere Herausforderung war Mitte der 90er Jahre die Sanierung des Verwaltungsgebäudes. Der Trakt musste 1994 kurz vor den Sommerferien kurzfristig geräumt werden, da erhebliche Baumängel entdeckt worden waren. Im Januar 1996 wurden die Arbeiten abgeschlossen.

Nach den kurz- und mittelfristigen Erwartungen gefragt, gibt sich Schulleiterin Barthel durchaus optimistisch. „Im kommenden Schuljahr werden wir wahrscheinlich erstmals wieder vierzügig.“ Derzeit werden in der dreizügigen Gustav-Brunner-Grundschule rund 250 Schüler unterrichtet. Die Prognosen für die kommenden Jahre sehen einen Zuwachs auf mehr als 300 Schüler im Jahr 2020 vor. 2015 waren es nur 190 Schüler gewesen, im Jahr 2000 allerdings schon 360 Schüler. Der Antrag, ab 2021 Ganztagsschule zu werden, ist nach Angaben der Schulleiterin gestellt.

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