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Kabarett: Erwin Pelzig: "Die Themen gehen mir nie aus"

Am kommenden Samstag kommt Erwin Pelzig mit seinem Kabarettprogramm „Weg von hier“ nach Rüsselsheim. Viele kennen ihn durch seine satirische Talksendung „Pelzig hält sich“ im ZDF. Unser Mitarbeiter Ralph Keim sprach mit dem Pelzig-Darsteller Frank-Markus Barwasser über die AfD, Donald Trump und den Wunsch, einmal einfach abzuhauen.
Um Sprüche nicht verlegen: Der Kabarettist Frank-Markus Barwasser als Erwin Pelzig. Um Sprüche nicht verlegen: Der Kabarettist Frank-Markus Barwasser als Erwin Pelzig.

Wie wollen Sie eigentlich angesprochen werden. Mit Barwasser oder Pelzig?

FRANK-MARKUS BARWASSER: Die Interviews führe ich, Frank-Markus Barwasser. Pelzig ist nur für die Bühne zuständig.

Also, Herr Barwasser, was wissen Sie über Rüsselsheim?

BARWASSER: Ich denke natürlich an Opel. Und dass für die Stadt viel davon abhängt, was mit Opel wird. Seit einiger Zeit lebe ich ja in Mainz. Dadurch bin ich näher an Rüsselsheim herangerückt.

Werden Sie sich für Ihren Auftritt einen Rüsselsheim-Gag ausdenken? Vielleicht über Opel oder den Hessentag? Böte sich ja an.

BARWASSER: Mein Programm ist ein ziemlich geschlossenes Stück. Da bleibt nicht so viel Raum, um jeden Abend einen lokalen Bezug herzustellen.

Ihr neues Programm heißt „Weg von hier“. Angesichts der Bundestagswahl hat das mit Sicherheit eine zusätzliche Bedeutung gewonnen.

BARWASSER: Ja, durchaus. Mein Titel bezieht sich auf das Bedürfnis mancher Menschen, der Realität zu entfliehen. Das führt dann zu diversen Rückzügen. Zum Beispiel in die „gefühlte Wirklichkeit“. Das hat sich auch an den Wahlresultaten gezeigt.

Was denkt eigentlich Frank-Markus Barwasser über die AfD?

BARWASSER: Dass diese Partei nicht die Ursache eines Problems ist, sondern nur seine Wirkung. Und dass sie keinesfalls die Partei der kleinen Leute ist oder des sogenannten Volkes, als die sie sich ausgibt. Die wirtschaftspolitische Ausrichtung ist neoliberal, darüber wurde viel zu wenig gesprochen. Aber das war ja schon in den USA so, dass die sogenannten kleinen oder abgehängten Leute irrtümlich der Meinung waren, Trump sei ihr Verbündeter. Das Gegenteil ist der Fall. Er ist ihr Gegner. Und das ist hier bei uns nicht anders.

Und Erwin Pelzig?

BARWASSER: Wir sind uns meistens einig. In dieser Frage ganz bestimmt!

Würden Sie manchmal am liebsten abhauen? Weg von Deutschland?

BARWASSER: Ich bin schon ganz gut herumgekommen in der Welt und habe viel gesehen. Wenn jemand wie ich aus Deutschland abhauen wollte, hätte er wohl nicht mehr alle Latten im Zaun. Aus welchem Grund denn? Und diejenigen, die es nicht so gut getroffen haben wie ich, die sind erst recht ein Grund, zu bleiben. Außerdem gibt es noch zu viele, denen ich als Kabarettist diesen Gefallen nicht erweisen möchte.

In welchem Land würden Sie am liebsten wohnen?

BARWASSER: In keinem Land ausschließlich. Mein Traum wäre maßlos: drei oder vier Wohnsitze, gut verteilt über die Welt. Die französische Atlantikküste wäre dann ganz sicher dabei.

Welches Land würden Sie auf keinen Fall betreten?

BARWASSER: Ich würde jedes Land betreten wollen, schon aus Neugierde und Interesse an den Menschen. Ich wäre mir nur gerne vorher sicher, auch wieder ausreisen zu dürfen.

Zurück zu Ihrem neuen Programm: Sie thematisieren dabei die Zeitalter der Aufklärung und der Romantik. In welchem Zeitalter hätten Sie ebenfalls gerne gelebt?

BARWASSER: Keinesfalls im Mittelalter. Aber die Zeit zwischen den Weltkriegen interessierte mich schon während meines Geschichtsstudiums sehr. Da gab es eine politische und kulturelle Aufbruchstimmung in Deutschland, die ich gerne miterlebt hätte, auch wenn es in der Katastrophe geendet hat.

Ein weiteres Thema ist die Flut an Informationen. Sind Sie auf Facebook, Twitter und Instagram aktiv?

BARWASSER: Nein. Mir fehlt schlicht die Zeit, denn das kostet ja Zeit. Und mein Mitteilungsbedürfnis kann ich ganz gut auf der Bühne ausleben, das reicht.

Haben Sie als Kabarettist eigentlich Albträume, dass Ihnen die Themen ausgehen könnten?

BARWASSER: Nein, diese Sorge habe ich nicht. Mich plagt eher die Angst, der Komplexität der Themen in dieser Kunstform irgendwann nicht mehr gerecht werden zu können. Die Themen werden ja weder mehr noch weniger, sondern immer anspruchsvoller. Das ist eine Herausforderung fürs Kabarett.

Am Samstag im Stadttheater

„Weg von hier“ – unter diesem Titel schickt Frank-Markus Barwasser sein Alter Ego Erwin Pelzig mit einem neuen Soloprogramm auf die Kabarettbühnen. Am 7.

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