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Aktion: Fair gehandelte Produkte sorgen für Zulauf auf dem Wochenmarkt

Fair gehandelte Produkte aus aller Welt gab es auf dem Wochenmarkt. Und reges Markttreiben herrschte am Samstag auch bei den regionalen Händlern.
Karola Grund bietet Kuchen an, der aus fair gehandelten Produkten besteht. Karola Grund bietet Kuchen an, der aus fair gehandelten Produkten besteht.
Rüsselsheim. 

Jörg Wilhelm, Umweltbeauftragter im Dekanat Groß-Gerau / Rüsselsheim, sagte: „Eigentlich könnte man jeden Monat einen Infostand zu fair gehandelten Produkten auf dem Wochenmarkt machen. Der Zulauf der Kunden, die gleich nebenan dann die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Region kaufen, ist groß.“

„Die Leute bleiben stehen, probieren Schokolade mit Rohrzucker aus biologischem Anbau oder unseren Kaffee aus Peru. War Fair Trade vor Jahren noch eine Nische, hat sich da eine Menge getan“, so Wilhelm.

Hilde Müller vom Fachbereich Umwelt bestätigte: „Ein Grundsortiment fair gehandelter Produkte finden Kunden heute fast überall im Einzelhandel und in Discountern.“ Wilhelm meinte nachdenklich: „Na ja, wir haben ja lang genug gekämpft, bewusstes Einkaufen anzuregen, damit auch Menschen, die in der Produktionskette ganz unten stehen – etwa Baumwollpflücker in Schwellen- und Entwicklungsländern – fair bezahlt werden.“

Mit 1.1 Milliarden Euro Umsatz im fairen Handel deutschlandweit sei zwar einiges erreicht, doch „wir sind keineswegs Weltmeister“, so Jörg Wilhelm. Um die sozialen und ökonomischen Probleme zu lösen, brauche es sowohl unter Kunden als auch unter Produzenten weitere, die an einem Strang ziehen. „Die positive Wirkung mit zertifizierten Produkten ist belegt, doch es muss im Sinn einer umfassenden Entwicklungshilfe weitergehen“, so Jörg Wilhelm.

Was brauche ich wirklich?

Derzeit gibt es 1240 Fair-Trade-Produzentenorganisationen in 75 Ländern. Für ihn als Umweltbeauftragten sei 2018 zumindest in beruflicher Hinsicht Schluss mit dem Thema, setzt Wilhelm mit Bedauern hinzu: „Ich gehe in die Männerarbeit, der Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit wird der Sparte gesellschaftliche Verantwortung zugeschlagen.“

Derweilen verdeutlichte auch Hilde Müller im Kundengespräch, dass es mit bewusstem Einkauf sehr vielen Menschen möglich wäre, auch die teureren Produkte zu kaufen. Sie sagt: „Im Discounter werde ich verführt, den Einkaufswagen vollzuladen. Aber was brauche ich wirklich? Und was tut mir und anderen gut? Bedenken wir, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden, wäre weniger sicher oft mehr.“

Karola Grund von der Verbraucherberatung bot Kuchen an, den sie mit Kakao, Banane und Rohrzucker aus fairem Anbau gebacken hatte: „Ich denke, es gibt auch in Deutschland Menschen, die so wenig haben, dass sie keine sechs Euro für ein Kilogramm Rohrzucker ausgeben können. Aber fairer Handel fängt mit Kleinigkeiten an – etwa mit der Tafel Schokolade, die ich zum Geburtstag verschenke.“

Kollegin Nicole Hensel erzählte, dass sie häufig in Schulen gehe, um schon die jüngsten Konsumenten auf Nachhaltigkeit hinzuweisen. „Nur 20 Prozent der Weltbevölkerung leben in den entwickelten Ländern und verbrauchen 80 Prozent der Ressourcen dieses Planeten“, verdeutlichte sie das Ungleichgewicht.

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