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Luftfahrt: Flörsheimer attackiert Fraport: Billigflieger als Geschäftsmodell?

Die Verkehrsdezernentin greift den Flughafenbetreiber an, weil dieser gezielt Billigflieger anwerbe. Wegen des Fluglärms stellt sie klare Erwartungen an das Land.
Symbolbild Foto: Thomas Frey Symbolbild
Rüsselsheim. 

Immer unerträglicher werde er. Das zeigten die vergangenen Wochen überdeutlich, in denen sich die Beschwerden bei ihr gehäuft hätten. Verkehrsdezernentin Marianne Flörsheimer (Linke / Liste Solidarität) meint damit den Fluglärm über Rüsselsheim. Besonders Landungen nach dem Einsetzen des Nachtflugverbots um 23 Uhr sind ihr ein Dorn im Auge. „Ursache dieser Verstöße ist die Politik der Fraport, das ,erfolgreiche’ Anwerben der sogenannten Billigflieger“, kritisiert Flörsheimer den Flughafenbetreiber. Verstöße gegen Nachtflugbeschränkungen hätten eine „Eisbrecherfunktion“ zur Aufweichung des von der Fraport ungeliebten Nachtflugverbots.

Um das Verbot durchzusetzen, fordert Flörsheimer die Landesregierung zum Handeln auf. Sie erwarte diesbezüglich ein „schnelles und hartes Vorgehen“. Ein mögliches Mittel sind für Flörsheimer Strafen, die sich an den durch die Verstöße eingefahrenen Gewinnen orientieren. Diese würde die betroffene Fluggesellschaft Ryanair etwa dadurch einstreichen, dass sie mit den verspäteten Landungen Entschädigungszahlungen und Übernachtungskosten für Passagiere vermeiden. Als Vorbild sieht Flörsheimer den Hamburger Flughafen. Dort sei das Modell bereits in Planung. Dabei ginge es um Strafen in fünf- bis sechsstelliger Höhe. „Eine Sprache, die vielleicht verstanden wird“, hofft Flörsheimer.

„Wir nutzen alle rechtlichen Möglichkeiten“, heißt es aus dem hessischen Verkehrsministerium. Einer Aufforderung von Flörsheimer bedürfe es dazu nicht. Nachdem die Zahl der verspäteten Landungen mit der Umstellung auf den Sommerflugplan wieder deutlich zugenommen habe, habe das Ministerium die Überprüfung der Landungen auf den Weg gebracht. Dazu habe man die Flugdaten der beiden besonders häufig verspäteten Ryanair-Flüge aus Barcelona und London-Stansted ans Regierungspräsidium übergeben. Verstöße gegen das Nachtflugverbot können mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro geahndet werden.

Flughafenbetreiber Fraport lässt indes verlauten, man stehe in intensivem Austausch mit den Airlines, denen die Flugplanung ausschließlich obliege. Verspätungen könnten nicht ausgeschlossen werden und hätten vielfältige Ursachen. Auskunft über einzelne verspätete Landungen könne die jeweilige Airline geben.

Ryanair versichert indes, dass bei der Planung für alle Flüge nach Frankfurt das Nachtflugverbot beachtet werde. "Einige Flüge waren jedoch weiterhin von geringfügigen Verspätungen aufgrund der durch die Flugverkehrskontrolle verursachten Slot-Verspätungen betroffen“, so Konzernsprecher Robin Kiely.

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