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Treffpunkt für die Bewohner: Flohmarkt mit ganz eigenem Charme

Seit 25 Jahren lädt der Kinderschutzbund im Stadtteil Dicker Busch zu einem Herbstflohmarkt ein. Auch am Samstag war wieder viel los auf dem Parkplatz neben dem Einkaufszentrum.
Geschirr, Toaster und sogar Grünpflanzen werden beim Flohmarkt angeboten. Foto: Rapp Geschirr, Toaster und sogar Grünpflanzen werden beim Flohmarkt angeboten.
Rüsselsheim. 

Um den Menschen im Stadtteil, Zugezogenen und Einwanderern eine Möglichkeit zu bieten, mit der sie sich besser kennenlernen können, veranstaltete der Kinderschutzbund mit seiner Stadtteilarbeit 1990 zum ersten Mal einen Flohmarkt. Von Anfang an gab es auch eine Kooperation mit der Kirche Dicker Busch (KidiBu – heute evangelische Bonhoeffergemeinde), die mit einem „Brot-Shop“ mitmachte, um damit Spenden für die Aktion „Brot für die Welt“ zu sammeln.

Der Markt sei immer auch schon eine gute Gelegenheit gewesen, um die Arbeit des Kinderschutzbundes vorzustellen, sagt die Vorsitzende Claudia Heyse. Um die Sammelaktion der Kirche, die bereits seit 1969 für Brot für die Welt sammelt, zu unterstützen, sei der Flohmarkttermin immer vor Erntedank gelegt worden. Statt der Brote backen seit einigen Jahren Konfirmanden frische Waffeln, die am Samstag schnell verkauft waren.

Wegen der großen Nachfrage gibt es seit 1994 neben dem Flohmarkt im Herbst noch einen weiteren im Mai. 60 Stände seien es schon einmal gewesen, so Elke Ströher, die von Stand zu Stand geht, um die Standgebühren einzukassieren und sich dabei gerne mit den Standinhabern unterhält. Einige seien von Anfang an dabei. Monika Balzer kommt bereits seit 25 Jahren, gesteht jedoch, sie sei eine „Schönwetterflohmarkterin“. Denn wenn es regnet und die angebotenen Dinge nass werden, ließen sich manche nicht mehr verkaufen.

Gut kann sie sich noch an einen Flohmarkt erinnern, bei dem ein Gewitter alle durchnässt hatte. Da seien alle kurzerhand unter die Bedachung geflohen, was eigentlich nicht erlaubt sei. Da waren dann nur noch vier Stände mit dabei, aber die Einnahmen und die Stimmung seien sehr gut gewesen an diesem Tag.

Im Vergleich zu den Anfangsjahren stellt Balzer fest, der Markt sei früher belebter gewesen. „Ein richtiger Familienflohmarkt, wo auch Kinder ihre Sachen auf Decken ausgebreitet anboten.“ Heute fänden sich nur noch die eingeschworenen Anbieter. Der kleine, kompakte und überschaubare Markt für Second-Hand-Sachen habe seinen ganz eigenen Charme.

Für Balzer ist er mehr eine soziale Einrichtung, um sich zu treffen und weniger etwas, um Geld zu verdienen. Früher gab es noch die Buschfeste für Stadtteilbewohner aller Generationen. Nun sei nur noch der Flohmarkt geblieben, um das Gemeinsame der Leute im Stadtteil aufrecht zu erhalten. In den vergangenen 25 Jahren habe sich auch der Anteil an Migrantenfamilien erhöht, so dass der Flohmarkt, wie auch der Stadtteil selbst, internationaler geworden sei.

Ein wenig ärgerten sich die Standinhaber darüber, dass trotz Ankündigung des Flohmarktes noch immer Autos auf dem Parkplatz geparkt waren. Sogar während des Marktes fuhr eine Frau mit ihrem Auto mitten zwischen die Marktstände und argumentierte, sie wohne hier und habe daher hier auch einen Parkplatz, den sie nutzen werde. Da werden wahrscheinlich auch die Knöllchen, die verteilt wurden, nichts gegen die Dreistigkeit mancher Autofahrer ausrichten können. sura

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