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Karl-Liebknecht-Straße: Flüchtlingsunterkunft wird nicht mehr gebraucht: Platz für Begegnungscafé?

Die Unterkunft für geflüchtete Menschen in der Karl-Liebknecht-Straße war ein Provisorium. Jetzt schließt die Stadt die Bleibe. Für erwartete neue Flüchtlinge wird eine neue Unterkunft gebraucht.
Steht bald leer: die provisorische Flüchtlingsunterkunft in der Karl-Liebknecht-Straße. Foto: Rüdiger Koslowski Steht bald leer: die provisorische Flüchtlingsunterkunft in der Karl-Liebknecht-Straße.
Raunheim.  Die Unterkunft für Geflüchtete in der Karl-Liebknecht-Straße wird Ende Mai, spätestens Ende Juni geschlossen, informierten Kerstin Mohr, die Fachbereichsleiterin für Soziales und Kultur, sowie Flüchtlingsbetreuer Jens Grode am Runden Tisch Asyl.

Die Schließung war von der Stadt bereits im Januar angekündigt worden. Einen Monat später zog sie sie wieder zurück, weil der Kreis für das Jahr 2017 weitere Flüchtlinge ankündigte. Damals war die Rede von 68 Menschen. Jetzt habe der Kreis die Zahl von 29 Personen genannt, so Kerstin Mohr.

Schon bei der Öffnung im November 2015 sei klar gewesen, dass die Unterkunft nur als Notlösung zur Verfügung gestellt wird. Der Kreis hatte damals bis zu 60 Flüchtlinge angekündigt. Die Stadt musste deshalb schnell eine Unterkunft zur Verfügung stellen und fand sie in dem ehemaligen Gebäude der Firma IDE. „Es war klar, dass die Unterkunft nicht auf Dauer betrieben wird“, sagte Kerstin Mohr.

Demnächst Umzug

Insgesamt haben dort in den vergangenen anderthalb Jahren rund 70 Personen gelebt. Im Februar wohnten in dem ehemaligen Firmengebäude 38 Geflüchtete. Aktuell halten sich dort noch etwa 15 Menschen auf. Sie werden in den nächsten Tagen und Wochen nach Rüsselsheim oder in andere Gemeinden umziehen.

Menschen ohne einen anerkannten Flüchtlingsstatus seien bereits nach Rüsselsheim umgezogen, informierte Grode. Anerkannte Geflüchtete seien dagegen in Raunheim geblieben. Sie zogen entweder in private Wohnungen oder in die Unterkunft in einer ehemaligen Pension in der Kelsterbacher Straße.

Familien mit schulpflichtigen Kindern seien in Raunheim geblieben, so Mohr. Sie betonte, dass sich Grode rechtzeitig um Wohnungen für die Menschen bemüht habe.

„Die Unterkunft ist sehr groß“, stellte Mohr fest und machte auf die hohen Unterhaltungskosten aufmerksam. Sie war für 60 bis 70 Personen ausgelegt.

Da sich die Flüchtlingssituation nun entspannt habe, sei es möglich, die Unterkunft in der Karl-Liebknecht-Straße zu schließen. Für die angekündigten neuen Geflüchteten wird die Stadt eine neue Unterkunft bereitstellen. Sie sei zurzeit in Verhandlung mit dem Besitzer eines Gebäudes an der Ecke Mainzer Straße/Schnelser Weg, gegenüber des Quartierparks.

Sie lobte die Menschen in dem Wohnquartier, die sich den Geflüchteten gegenüber hervorragend verhalten hätten. Sie seien sehr aufgeschlossen gewesen. Einige hätten sich sogar beim Runden Tisch Asyl engagiert.

Es sei möglich, das Begegnungscafé des Runden Tisches Asyl von der Karl-Liebknecht-Straße in die Unterkunft in der Kelsterbacher Straße zu verlegen, so Grode. Das Platzangebot sei dort zwar nicht ganz so großzügig. Aber es sei machbar, das Café dort einzurichten.

Ein ehrenamtlicher Deutschunterricht wird in der Kelsterbacher Straße bereits gehalten. Auch die Deutschkurse aus der Karl-Liebknecht-Straße könnten in die Kelsterbacher Straße umziehen.

Die ehrenamtlichen Helfer sollen noch Listen und Adressen erhalten, wo ihre Schützlinge aus der Karl-Liebknecht-Straße jetzt wohnen. Die Teilnehmer am Runden Tisch waren nicht ganz glücklich darüber, dass sie über die Umzüge ihrer Schützlinge nicht informiert wurden.

Bevor die Stadt das Gebäude für Flüchtlinge bereitstellte, hatte das Unternehmen August Fichter Interesse angemeldet. Die Firma wollte dort Wohneinheiten für ihre Mitarbeiter einrichten. Diese hat sie dann mit Containern auf dem Gewerbegebiet Airport Garden realisiert. Neben Fichter gibt es aber auch andere Interessenten für das Gebäude. rko

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