Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 23°C

Protest: Friedensaktivisten demonstrieren gegen die Präsenz der Streitkräfte

Beim „Tag der Bundeswehr“ demonstrieren Aktivisten gegen die Anwesenheit der Bundeswehr auf dem Hessentag. Die Streitkräfte sehen den Protest gelassen.
Haben extra eine Brille gebastelt: Daniel Schöngart (rechts) und seine Freunde demonstrieren gegen die Bundeswehr. Bilder > Haben extra eine Brille gebastelt: Daniel Schöngart (rechts) und seine Freunde demonstrieren gegen die Bundeswehr.
Rüsselsheim. 

Schon am Frankfurter Hauptbahnhof gab es am Samstagmorgen die ersten Protest-Plakate zu bestaunen: „Kein Werben fürs Sterben“, stand da etwa drauf. Oder: „Keine Erhöhung des Rüstungsetats.“

Rund 30 Minuten später wurden diese Plakate dann auf dem Rüsselsheimer Bahnhofsplatz in die Höhe gehalten. Etwa 70 Personen hatten sich dort versammelt, um gegen den „Tag der Bundeswehr“ auf dem Hessentag zu demonstrieren. Lokalpolitiker nahmen an dem Protest teil, wie auch Friedensaktivisten aus Mainz, Wiesbaden und Frankfurt. „Wir fordern Schluss mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Schluss mit der Aufrüstung. Schluss mit dem Krieg“, wurde vor Ort skandiert.

Gegen diesen Protest wurde wiederum von Besuchern des Hessentags protestiert: Ein aufgebrachter Mann schlug einer Demonstrantin etwa Flyer aus der Hand. „Wenn wir die Bundeswehr nicht hätten, dann würdet ihr euch ganz schön umgucken“, rief er.

Vom Bahnhof aus marschierte der Tross unter Beobachtung der Polizei Richtung Mainvorland. „Die Stadt hat uns für unsere Demonstration einen an das Bundeswehrgelände angrenzenden Platz zugewiesen“, sagte Marcel Baymus (Die Linke / Liste Solidarität). „Dem Protest wurden von der Stadt aus keine Steine in den Weg gelegt.“ So zogen die Aktivisten gen Main, bezogen mit ihren Plakaten ihr Areal. Dort wurden nun Protestlieder gespielt, Reden gehalten, Flyer verteilt. „Die Bundeswehr auf dem Hessentag soll Kinder und Jugendliche begeistern. Sie sollen mit Karriereversprechen gelockt werden. Das ist nicht in Ordnung“, sagte ein Protestler.

„Auf dem Hessentag sollen die Auslandseinsätze und die massive Aufrüstung schmackhaft gemacht werden, ein Unding“, hieß es. Unverständnis äußerten sie auch darüber, dass die Demonstranten auf dem Gelände der Bundeswehr keine Flyer verteilen durfte: „Die Bundeswehr hat hier Hausrecht“, hieß es von der Polizei dazu.

Rosafarbene Brille

Auf einem weiteren Zugang zum Gelände der Soldaten hatten unterdessen Daniel Schöngart und einige Freunde Stellung bezogen. Die Demonstranten hatten eine rosafarbene Brille aus Pappmaché gebastelt, dazu hielten sie ein großes Plakat mit der Aufschrift „Nicht die Augen verdrehen lassen“ in die Höhe. Das brachte ihnen eine Polizeikontrolle ein.

Bei der Bundeswehr nahm man den Protest gelassen hin. Presseoffizier Wolf Teja von Rabenau sagte: „So lange niemand gegen geltendes Recht verstößt, ist gegen diese Demonstration nichts zu sagen.“ Inhaltlich allerdings würden ihm die Argumente der Protestler Kopfschmerzen bereiten. Ähnlich urteilten auch einige Besucher: „Mit solchen Parolen schadet ihr unserem Deutschland“, rief ein Passant den Demonstranten entgegen. Und während am Rande des Geländes einige Scharmützel ausgetragen wurden, ließen sich die meisten Besucher davon nicht irritieren: Zu Hunderten verfolgten sie die Hunde-Vorführungen auf einer Wiesenfläche. Kinder setzten sich in die Führerhäuser verschiedener Einsatzfahrzeuge, junge Männer informierten sich über eine Ausbildung bei der Fallschirmjägertruppe. Dazu schien die Sonne vom Himmel, der Geruch von Bratwurst mit Senf wehte über das Gelände. cp

Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse