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Fischer verschafft sich Respekt: Gemeindevertreter gratulieren Bürgermeister zu deutlichem Ergebnis

Der Ausgang der Bürgermeisterwahl sei nicht überraschend gewesen, Sorgen bereite jedoch die geringe Wahlbeteiligung – das ist die übereinstimmende Botschaft führender Kommunalpolitiker nach der Direktwahl am Sonntag, die Bürgermeister Jan Fischer (CDU) seine zweite Amtszeit beschert hat.
Demnächst sind sie dran: Der Groß-Gerauer Bürgermeister Stefan Sauer (rechts) will in den Bundestag, der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt (Mitte) strebt seine zweite Amtszeit an. Bürgermeister Jan Fischer sicherte seinen Parteifreunden noch in der Wahlnacht seine Unterstützung zu. Bilder > Demnächst sind sie dran: Der Groß-Gerauer Bürgermeister Stefan Sauer (rechts) will in den Bundestag, der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt (Mitte) strebt seine zweite Amtszeit an. Bürgermeister Jan Fischer sicherte seinen Parteifreunden noch in der Wahlnacht seine Unterstützung zu.
Nauheim.. 

Fischers Gewinn von 74 Prozent der Stimmen flößte den Gemeindevertretern Respekt ein. Nicht wenige gehörten noch im Rathaus, wo die Ergebnisse bekannt gegeben wurden, zu den ersten Gratulanten. Darunter auch die Amtskollegen aus Rüsselsheim und Groß-Gerau, die sich mit Fischer bereits über künftige Aufgaben verständigten.

Für die beiden Christdemokraten aus den Nachbarstädten geht es in diesem Jahr ebenfalls um die Wurst. Gegenseitig sicherten sie sich im Nauheimer Rathaus ihre Unterstützung zu. Der Rüsselsheimer OB Patrick Burghardt strebt im September seine zweite Amtszeit an, der Groß-Gerauer Bürgermeister Stefan Sauer will für die Union und den hiesigen Wahlkreis in den Bundestag ziehen.

Veränderter Stil

Mit Nauheim beschäftigten sich die hiesigen Kommunalpolitiker. Das Resultat zeige, dass die Wähler zufrieden seien. „Dafür gibt es auch Anlass“, verwies der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Marco Müller, auf vier ausgeglichene Haushalte, deutlich verringerte Schulden und die finanzielle Handlungsfähigkeit, die sich Nauheim in Fischers erster Amtszeit erarbeitet habe. Es sei also „durchaus Positives“ passiert. Müller hob hervor, dass sich der politische Stil grundlegend geändert habe. Dies stimme ihn zuversichtlich, dass offene Kritikpunkte konstruktiv bearbeitet würden.

CDU-Fraktionschef Winfried Rehm bekundete seine Freude für Fischer. Er sorge sich aber, dass so wenig Bürger wählen gegangen seien. Es sei wohl nicht gelungen, zu kommunizieren, worum es bei der Wahl gehe. Viele hätten sich wohl gedacht: Das wird schon. Der frühere Parlamentschef Hubert Deckert (CDU) sagte: „Ich habe gehofft, dass wenigstens die Hälfte der Bürger wählt.“ Geradezu erschreckend sei die Nachricht zur Mittagszeit gewesen: Bis zu diesem Zeitpunkt sollen nur elf Prozent ihre Stimme abgegeben haben, erfuhr Deckert.

CDU-Vorsitzender Peter Ziemainz bemerkte nach seiner Gratulation für Fischer, dass immerhin noch mehr zu den Wahlurnen gegangen seien als bei der Landratswahl. Die Resonanz hätte in Nauheim aber noch besser sein können, wenn außer der CDU und den Grünen auch andere Parteien zur Wahl aufgerufen hätten. Er findet es „beschämend“, dass dies unterblieben sei.

Eine Erklärung für die seiner Meinung nach „grottenschlechte Wahlbeteiligung“ konnte in der Wahlnacht auch der neue SPD-Vorsitzende Frank Schmitz nicht geben. Es sei schwer zu deuten, wer seine Stimme abgegeben habe und wer nicht. Der Sozialdemokrat mahnte vor voreiligen Interpretationen. Die designierte SPD-Fraktionsvorsitzende Laura Altmeyer sendet Fischer ihre Gratulation (sie war bei der Bekanntgabe der Ergebnisse nicht im Rathaus), sieht aber Versäumnisse: „Fischer hat es nicht geschafft, viele Wähler zur Wahl zu motivieren.“ Jetzt sei sie gespannt, wie es in den nächsten sechs Jahren weiter gehe. Am Dienstagabend sei die Wahl der neuen SPD-Fraktionsspitze, für die sie kandidiert.

Gerd Petersen, Fraktionsvorsitzender der FDP, findet es gut, „dass Fischer nicht wegen der Grundsteuer abgestraft wurde“, denn nicht er, sondern die Gemeindevertretung habe diesen Beschluss gefasst. Jetzt müsse das Ziel sei, den bundesweit höchsten Wert in absehbarer Zeit zu senken und weitere Baustellen zu bearbeiten, etwa die Vermeidung eines Straßenbeitrags und Visionen vom Bau einer Musikhalle.

Wolfgang Schmall (FLN) bekundete, noch ein höheres Ergebnis pro Fischer erwartet zu haben, womöglich „mit einer Acht vorne“. Bedauerlich findet er, dass sich im Vorfeld mancher gegen den einzigen Kandidaten geäußert habe, dann aber niemand bereit gewesen sei, gegen Fischer zu kandidieren. Johann Siegl (CDU) meinte indes, dass die Wahlbeteiligung von knapp 35 Prozent bei nur einem Kandidaten „respektabel“ sei. „Nur 26 Prozent hätten mich auch nicht erstaunt“, sagte er.

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