Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

50-Jähriges Bestehen: Gemeinschaft Forelle: Als die Angler ihr Vereinshaus bauten

Vor 50 Jahren gründete sich die Angelgemeinschaft Forelle, um ihrem Hobby nachzugehen und den ehemaligen Baggersee am Alten Mainzer Weg wieder zu einem schönen Biotop zu machen. Am Samstag feierte der Verein sein Jubiläum.
Viel Arbeit steckt im Vereinsgebäude der Angelgemeinschaft Forelle. Anfang der 80er starteten die Bauarbeiten, wie unser Bild zeigt. Viel Arbeit steckt im Vereinsgebäude der Angelgemeinschaft Forelle. Anfang der 80er starteten die Bauarbeiten, wie unser Bild zeigt.
Bauschheim. 

Vier befreundete Angler taten sich 1967 zusammen und gründeten die Angelgemeinschaft Forelle Bauschheim. Es waren Fritz Sziel, Michael Herbert, Philip Schneider und Hermann Hoyer, „Jungs, die an Rhein und Main unterwegs waren, um dort zu angeln“, erinnert sich der heutige Vorsitzende Ralf Engeroff.

Der Baggersee, der dann zum Vereinssee wurde, sei damals nichts weiter als „ein graues Loch“ gewesen. Ein Betrieb hatte dort Kies für den Straßenbau gewonnen. Nach dem Abbau habe es weder Flora noch Fauna gegeben, und das Wasser sei Grundwasser ohne Leben gewesen. Der frisch gegründete Verein setzte sich zum Ziel, aus dem Kiesloch wieder etwas Schönes zu machen und die Natur zurückzugewinnen.

Grundstück gepachtet

Der Verein pachtete das Grundstück vom Forstamt Mörfelden und der Stadt Rüsselsheim. Zu den ersten Fischen, die bei der Besatzmaßnahme im See ein Zuhause fanden, gehörten Forellen. Dadurch entstand dann auch der Name des Vereins. Der See ist als Teufelssee in den Registern eingetragen. Doch wie dieser Name entstand, weiß heute niemand mehr.

Zu einem Verein gehört auch ein Vereinsheim. Nur ein Jahr nach Gründung konnte eine ehemalige Försterhütte aus Kelsterbach erstanden werden, die als erste Unterkunft diente. Erst 15 Jahre später entstand das heutige Vereinsheim an der gegenüberliegenden Seeseite. Ein Haus mit Steinwänden und Dach auf Basis der vormaligen Silos des Kiesabbau-Unternehmens. Mit Stolz in der Stimme erzählt Engeroff, dass der Verein alles selbst gebaut habe.

Zu den Vereinsgründern gesellten sich Freunde, Verwandte und Bekannte, so dass der Verein von Jahr zu Jahr wuchs. Derzeit zählt er rund 20 Mitglieder, wodurch alles sehr familiär zugehe, so der Vorsitzende. Bis zu 70 Mitglieder zählte der Verein in manchen Jahren.

Besonders ältere Mitglieder nutzten Teile des Geländes gern als Garten. Am anfangs kahlen Ufer des Sees begann es wieder zu grünen und zu wachsen. Erste Seerosen wurden gesetzt, die sich stark vermehrten und heute einen schönen Anblick bieten. Auch die Natur begann sich zu regenerieren. Gräser und Wildblumen wuchsen.

Regelmäßige Kontrolle

„Das Kapital eines Angelvereins ist immer sein Gewässer“, weiß der Vorsitzende und schweigt nicht über die immense Arbeit, die ein Biotop wie der Teufelssee fordert. Angelplätze müssen neu angelegt werden, Büsche und Bäume beschnitten, Fische gesetzt und die Wasserqualität regelmäßig kontrolliert werden.

Eigentlich ist Engeroff gebürtiger Büttelborner, verliebte sich aber in die Tochter des Vorsitzenden der Angelgemeinschaft Forelle, Fritz Sziel, und heiratete seine Irmgard schließlich, wodurch er zunächst als Gast und später im Vorstand aktiv wurde.

Heute hat er den Vorsitz inne und gesteht ein, dass seine Frau, die wie er auch aktiv im Verein mitarbeitet, diesen schon viel länger kennt. Eigentlich schon ihr ganzes Leben lang. Schon als Kind genoss sie es, mit der Familie viel Zeit am See zu verbringen. Die erste Feier im neuen Vereinsheim sei der Polterabend der beiden gewesen. Besser lässt sich die Verbundenheit zu einem Verein nicht zeigen.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund. Neben dem Vereinshaus entstanden auf dem Grundstück auch eine Grill- und eine Backfischhütte. Ideale Bedingungen zum Feiern also. Die vielen Besucher während des Fests zum 50-jährigen Vereinsbestehen bestätigen dies. Livemusik, der beruhigende Blick auf den See und nicht zuletzt der gute Backfisch lockten die Besucher an. Im Umfeld gibt es nur wenige Anwohner, die sich über laute Musik beschweren. „Es gibt nur die Camper – und die feiern mit“, erklärt Engeroff schmunzelnd.

Viel gefeiert

Neben verschiedenen Baumaßnahmen wurde in den vergangenen Jahrzehnten viel und gerne gefeiert. Zu den Fischen, die der See beherbergt, gehören Rotaugen, Brassen und verschiedene Karpfenarten. Auch Teichhühner und verschiedene Gänsesorten fühlen sich auf dem Gelände heimisch. Ein Wermutstropfen seien jedoch Kormorane, die Engeroff als „schwarze Pest“ bezeichnet. Die bedeuteten ernsthafte Probleme für den Fischbestand, dürfen aber, da sie zu den geschützten Vogelarten gehören, nicht getötet werden. Er habe schon erlebt, dass das ganze Seeufer voller Kormorane gewesen sei. „Für die ist so ein See voller Fische wie ein Schlaraffenland, wo sie sich nur bedienen müssen.“

Danach befragt, was das Besondere am Verein Forelle sei erklärt der Vorsitzende: „Es ist eine sehr starke und familiäre Gemeinschaft. Angeln ist für uns noch immer wichtig. Aber die Gemeinschaft steht ganz vorne.“ Engeroff erzählt von gemeinsamen Frühstücken am Sonntagmorgen und dem sich anschließenden Angeln. Von unvergesslichen Feiern und viel Spaß in der Gemeinschaft. „Man muss schon viel Herzblut reinstecken. Und das machen wir“, gibt er aber auch zu bedenken.

Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse