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Machbarkeitsstudie: Gremien beraten über Bauhof-Fusion von Trebur und Nauheim

Bringt es etwas, die Bauhöfe von Trebur und Nauheim zusammenzulegen? Eine Machbarkeits- und Potenzialstudie sagt eindeutig: Ja, es ergibt Sinn. Die Studie bekamen die Gemeindevertreter beider Kommunen bei einer gemeinsamen Sondersitzung vorgestellt.
Den Bauhof von Trebur wird es in einigen Jahren nicht mehr geben, sollten beide Bauhöfe zusammengelegt werden. Foto: (RALPH KEIM) Den Bauhof von Trebur wird es in einigen Jahren nicht mehr geben, sollten beide Bauhöfe zusammengelegt werden.
TREBUR/NAUHEIM. 

Aus zwei mach eins – ganz so einfach wird die Zusammenlegung der Bauhöfe von Trebur und Nauheim nicht werden. Es ist ein ambitioniertes Projekt, das beide Kommunen noch in vielen Gremiensitzungen beschäftigen wird. Ein konkretes Ergebnis wird frühestens ab der zweiten Hälfte 2019 sichtbar.

Die Zusammenlegung von kommunalen Bauhöfen ist für Erik Schmidtmann von der mit der Studie beauftragten Consultingfirma Dr. Knaf und Partner nichts Neues. „Ich habe das bereits 20-mal gemacht. Aber es war jedes Mal eine andere Situation“, leitete er seine Vorstellung vor den Fraktionen beider Gemeindevertretungen ein. Es folgte eine 45-minütige Präsentation mit knapp 60 Folien.

Ein Bagger reicht

Der Hintergrund: Trebur und Nauheim liegen nur wenige Kilometer entfernt. Nimmt man beispielhaft und vereinfacht den für einen Bauhof notwendigen Bagger, womit beide Kommunen ausgerüstet sind, stellt sich schon die Frage, warum es nicht ein Bagger täte, der in beiden Kommunen eingesetzt wird. Da liegt schnell der Schluss nahe, bei einer Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) über die Möglichkeit der Zusammenlegung beider Bauhöfe nachzudenken. Dies zu überprüfen, haben die Gemeindevertretungen beider Kommunen mit breiter Mehrheit beschlossen. Das Ergebnis ist die vorliegende Machbarkeits- und Potenzialstudie.

Zahlen und Fakten zu den Betriebshöfen

clearing

Der Standort: Für einen gemeinsamen Bauhof der Gemeinden Nauheim und Trebur empfiehlt die Studie einen neuen Standort. „Die in Zukunft notwendige Funktionalität bietet keiner der bestehenden Standorte“, heißt es. Benötigt werden etwa 5600 Quadratmeter. Dazu böte sich das Areal des Überlandwerks an, das eine für beide Kommunen günstige Verkehrsanbindung vorweise. Dazu seien allerdings Investitionen von knapp fünf Millionen Euro notwendig. Zur Gegenfinanzierung könnten die freiwerdenden Grundstücke verkauft oder verpachtet werden.

Die Rechtsform: Wie Erik Schmidtmann erläuterte, sind eine GmbH und erst recht eine AG steuerlich nicht sinnvoll. Ein Eigenbetrieb sei im Fall Trebur/Nauheim schon gar nicht möglich. Bleibe der Zweckverband oder die Anstalt öffentlichen Rechts: Ein Zweckverband wäre ein viel zu umständliches Konstrukt. Bleibt also die Rechtsform Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) übrig. Eine AöR hat Vorstand und Verwaltungsrat. Der Vorstand darf innerhalb der vertraglich festgelegten Befugnisse und Budgets handeln und entscheiden und wird vom Verwaltungsrat kontrolliert.

Mitarbeiter bleiben

Die Mitarbeiter: Gegenüber den Mitarbeitern der heutigen Bauhöfe fungiert die AöR als neuer Arbeitgeber. Ansonsten ändert sich für sie nichts. „Eine IKZ beziehungsweise AöR darf nicht dazu dienen, an den Mitarbeitern zu sparen“, bekräftigte Schmidtmann. Dies hatten die beiden Bürgermeister, Carsten Sittmann (CDU) für Trebur und Jan Fischer (CDU) für Nauheim, in den vorausgegangenen Diskussionen ebenfalls unterstrichen.

Das Fazit: Die Consultingfirma geht davon aus, dass beide Kommunen mit Einsparungen rechnen können. Bei zu erwartenden jährlichen Kostenreduktionen von 7,5 bis 9,5 Prozent seien dies 280 000 bis 320 000 Euro. Die Synergien könnten binnen drei Jahren nach Bezug des gemeinsamen Betriebsstandorts realisiert werden. Die Empfehlung geht klar in Richtung Zusammenlegung.

Wie es weitergeht: Nach einem Grundsatzbeschluss beider Gemeindevertretungen pro IKZ müssen sich die Verwaltungen und Fraktionen tief in die Materie einarbeiten. Schon während der Sondersitzungen wurden für etliche Bereiche konkretere Zahlen angefordert. Der nächste Schritt wäre der Beschluss, die Bauhöfe auf Ebene einer IKZ zu vereinen. Dies könnte Anfang 2018 der Fall sein. Danach stünde die offizielle Gründung des gemeinsamen Bauhofs an, der im Juli 2019 seine Arbeit aufnehmen würde.

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