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Bedarfs- und Entwicklungsplan: Im Ausschuss wird die Zusammenlegung der Feuerwehren lebhaft diskutiert

Die Diskussionen um den überarbeiteten Feuerwehr-Bedarfs- und Entwicklungsplan prägten die letzte Ausschusssitzung. Der vorab gescholtene Gutachter Michael Krzyzniewski rechtfertigte sich mit deutlichen Worten.
Gutachter Michael Krzyzniewski ist mit seiner Überarbeitung des Feuerwehr-Bedarfs- und Entwicklungsplans ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Bilder > Gutachter Michael Krzyzniewski ist mit seiner Überarbeitung des Feuerwehr-Bedarfs- und Entwicklungsplans ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.
TREBUR. 

Es hat die zu erwartenden hohen Wellen geschlagen: Die Feuerwehrstandorte Astheim und Trebur-Kerngemeinde sollen laut dem überarbeiteten Feuerwehr-Bedarfs- und -Entwicklungsplan zusammengelegt werden. Dagegen waren die Astheimer bereits Sturm gelaufen (wir haben berichtet). In der Ausschusssitzung am Mittwoch hatte der im Vorfeld gescholtene Gutachter Michael Krzyzniewski als Verfasser des Plans Gelegenheit der Rechtfertigung.

Davon machte er vor mehr als 30 Feuerwehraktiven reichlich Gebrauch. „Die Forderung nach einer Zusammenlegung wird nicht ausgesprochen“, bekräftigte er und verwies auf seine Aussage, dass der Brandschutz mit drei Standorten abgedeckt werden könnte. Derzeit sind es vier. „Das ist allerdings nichts neues. Darüber diskutieren Sie in Trebur bereits seit zwei Jahrzehnten.“

Laut Krzyzniewski muss in die Feuerwehr der Kerngemeinde baulich massiv investiert werden. „Denn weder das Gerätehaus in Astheim noch das der Kerngemeinde entsprechen den gesetzlichen Anforderungen. Sie müssen sich mit einem Neubau befassen.“ Denn mit Eigenleistung können die Mängel seiner Meinung nach nicht behoben werden. Ein solcher Neubau könnte auf einem zwischen Astheim und der Kerngemeinde liegenden Areal gebaut werden.

Unangenehme Worte

Krzyzniewski sparte im Ausschuss auch nicht mit unangenehmen Aussagen. „Das Problem ist, dass man in Trebur nicht miteinander, sondern übereinander redet.“ Er appellierte an Politik und Feuerwehraktive gleichermaßen, sich vom Schubladendenken zu verabschieden. „Sie sind eine Feuerwehr, mit derzeit vier Standorten“, bekräftigte er.

57 Seiten umfasst der überarbeitete Entwicklungsplan, an dem Krzyzniewski gut ein Jahr gearbeitet hat. Am 30. Juli verfasste er seine vierte und endgültige Version, die die Gemeindevertreter jetzt vorliegen haben. Der Limburger Gutachter sieht den Plan als sachliche Vorlage, die keine Frage offen lassen sollte. „Für die Beurteilung und die Umsetzung ist die Politik zuständig.“

Und die ist vom überarbeiteten Papier und der Vorgehensweise von Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU) nicht angetan. SPD, GLT, Freie Wähler und FDP kritisierten, dass sie den endgültigen Entwurf erst so kurzfristig vorgelegt bekommen haben. „Ein Meinungsaustausch zwischen Politik und Feuerwehr, wie er in der Brandschutzkommission möglich und sinnvoll gewesen wäre, ist wohl vom Bürgermeister nicht gewollt“, mutmaßte Stephan Dehler (FDP). Die GLT attestierte vereinzelte handwerkliche Fehler, aber auch konkrete Handlungsempfehlungen mit transparenten Darstellungen. „Wichtig ist, dass der Plan mit allen Beteiligten weiter diskutiert wird. Wir sind jedoch etwas verwundert, dass es bereits vor der öffentlichen Vorstellung Kritik gab. Das ist ein Indiz für Schwächen im Prozess und muss aufgearbeitet werden“, so Fraktionsvorsitzende Sonja Mars.

Die FW vermisste die Stellungnahme des Kreisbrandinspektors. Die werde binnen der nächsten 14 Tage kommen, entgegnete Bürgermeister Sittmann. Die Freien Wähler erwarten vom Gemeindevorstand, dass die aktuelle Version zügig überarbeitet wird, in Abstimmung mit allen Ortsteilwehren.

Zustimmung bei CDU

Die CDU und ihr Bürgermeisterkandidat Constantin Mussel begrüßen dagegen den Plan, der weitgehend sachlich die notwendigen künftigen Investitionen und Aufgaben im Bereich Brandschutz darstelle und im Bereich Fahrzeuge, Gefahreneinschätzungen und Geräteausstattung schlüssige Handlungsempfehlungen aufzeige. „Dabei gilt für uns, dass gegen die Feuerwehr nichts beschlossen werden darf“, so Constantin Mussel. „Es geht nicht um die Schließung des Standortes Astheim, sondern um den Bau eines gemeinsamen Standortes, möglicherweise mit Trebur“, bekräftigte Bürgermeister Sittmann. Der Wechsel zu einem neuen Standort sollte nicht als „Wegnehmen“, sondern vielmehr als Perspektive verstanden werden, die der alte Standort nicht biete.

Mit breiter Mehrheit wurde der Feuerwehr-Bedarfs- und Entwicklungsplan in die Brandschutzkommission verwiesen.

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