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„Kultur auf Nord“: Inspirierende Musik vor dem Altar

Drei Bands machten besinnliche und experimentelle Musik. „Kultur auf Nord“ begeisterte.
Experimenteller Sound vorm Altar: Die Band „Coramali“ aus Griesheim inspiriert die Zuhörer in der Groß-Gerauer Nordkirche beim Musikabend des Jugenddekanats. Foto: Martin, Charlotte Experimenteller Sound vorm Altar: Die Band „Coramali“ aus Griesheim inspiriert die Zuhörer in der Groß-Gerauer Nordkirche beim Musikabend des Jugenddekanats.
Groß-Gerau. 

„Kultur auf Nord“ bezeugte, dass inspirierende Livemusik aller Couleur in einer Kirche durchaus Platz haben kann: Ob die Kulturveranstaltung des Jugenddekanats angesichts der Dekanatsfusion mit Rüsselsheim 2016 erneut veranstaltet wird, ist ungewiss. „Rock auf Nord“ präsentierte am Freitag Bands dreier Stilrichtungen in der Kirche der Versöhnungsgemeinde, bot zudem besinnliches Ambiente vorm Altar an kleinen Bistrotischen. Kerzenlicht, Brezeln, Wein und Limo vervollkommneten das Flair.

„Allerdings heißt der Abend nicht Rock auf Nord, wie es häufig kommuniziert wird, sondern Kultur auf Nord. Und das seit vielen Jahren“, merkte Jan Lehr heiter an. Der Informatiker gehört seit 2004 zur Jugendvertretung des Dekanats und ist Mitorganisator. Auf Nachfrage führte Dekanatsjugendreferent Bernd Altmann aus: „Wir haben 1993 mit Rock auf Nord im Gemeindehaus begonnen, sind dann, als die Räume nicht mehr zur Verfügung standen, in die Kirche umgezogen.“ Jan Lehr sagte: „Pure Rockmusik schien uns in der Kirche nicht passend, wir sind auf besinnlichen und experimentellen Sound umgestiegen. Seitdem heißt es Kultur auf Nord.“

Kaum zu glauben, dass der Herrgott gegen Rockmusik etwas einzuwenden hätte. Da mag manch schiefer Orgelton sich noch eher qualvoll aufs Gemüt legen. Der kleine, spaßige Diskurs am Rande, an dem eingedenk der Dekanatsfusion 2016 diesmal auch Rüsselsheimer Jugenddekanatsmitglieder heiter teilhatten, fand ein Ende, als Peter Hannemann im Namen der Veranstalter offiziell begrüßte. Indes: Nur wenige waren gekommen, und Jan Lehr, Sohn von Pfarrer Bernd Lehr, der bis Anfang des Jahres stets mit engagierter Jugend- und Kulturarbeit gewirkt hatte, berichtete, dass die Besucherzahl rückläufig sei. „Vormals haben sich junge Christen aus dem ganzen Kreis angesprochen gefühlt.“

Derweilen machte der rheinhessische Sänger und Gitarrist Eugen Krapp mit ebenso feuriger wie melancholischer, südamerikanischer Musik den Auftakt. An den Tischen lauschten die Besucher sichtlich bewegt, während hinter ihnen in den Kirchenbänken gähnende Leere herrschte. Schade, denn dass es nicht nur Gottesdienst oder Orgelkonzert sind, die beitragen, Andacht zu pflegen, machte Eugen Krapps sensibles Gitarrenspiel deutlich. Da flackerte das Kerzenlicht, die Lichtorgel warf buntes Farbspiel übers Altarkreuz, und die Gäste hörten entspannt zu. Freude löste bei den Organisatoren die Ankunft des 2013 verabschiedeten Dekans Tankred Bühler aus. Bernd Altmann: „Tankred Bühler hat als Besucher unseres Musikabends in keinem Jahr gefehlt.“

Nach einer Pause war es die hochkarätige Band „Coramali“ aus Griesheim, die mit experimentellem Sound inspirierte. Die dritte Band des Abends war schon mehrfach zu Gast, begeisterte erneut mit Folk und Pop: Viel Lob gab’s für „The Aesthetic Voyager“. Bernd Altmann sagte: „Möglich, dass dies die letzte Veranstaltung von Kultur auf Nord war. Die Fusion der Dekanate wird vieles verändern. Möglich ist auch, dass es einen Musikabend an einem neuem Veranstaltungsort geben wird.“

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