Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Schule mit Courage: Kampf gegen Vorurteile: Mittelpunktschule ausgezeichnet

Rassismus, Diskriminierung und Vorurteilen begegnet man heutzutage in nahezu allen Bereichen des Lebens. Die Mittelpunktschule in Trebur zeigt dem die Rote Karte und wurde dafür jetzt ausgezeichnet.
Die Trommelgruppe umrahmt die Feierstunde in der Mittelpunktschule. Die Trommelgruppe umrahmt die Feierstunde in der Mittelpunktschule.
TREBUR. 

„Eh, das ist ja voll schwul!“ Von männlichen Jugendlichen kommt dieser Satz, wenn sie der Meinung sind, das etwas nicht in das bei ihnen vorherrschende Bild des „typischen, des richtigen Mannes“ passt. „Hau ab, du Kameltreiber!“ Jetzt wird es nicht nur diskriminierend, sondern auch rassistisch und auf alle Fälle beleidigend.

Das sind nur zwei Beispiele für Sätze, die so oder so ähnlich auf dem Pausenhof fallen, auf dem Fußballplatz, an der Halfpipe, im Jugendzentrum. Doch zu solchen und ähnlichen rassistischen Diskriminierungen und Vorurteilen sagen die Schüler der Mittelpunktschule (MPS) in Trebur: Ohne uns!

Seit zwei Jahren dabei

Rassismus, Vorurteile und Diskriminierungen sollen an der MPS keine Chance haben. Daran arbeiten Schüler und Lehrer bereits seit gut zwei Jahren. Jetzt haben sie es offiziell: Von der in Frankfurt ansässigen Bildungsstätte Anne Frank wurde die MPS bei einer kleinen Feierstunde als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet.

Die MPS ist jetzt offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Bild-Zoom
Die MPS ist jetzt offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Landeskoordinator Oliver Fassing überreichte zusammen mit dem ZDF-Journalisten Tim Schreder als MPS-Pate die entsprechende Urkunde und das neue Schild an den stellvertretenden Schulleiter Jens Lang.

Schreder und Fassing appellierten an die Kinder und Jugendlichen, im täglichen Leben nicht nur genau hinzuschauen und gegen zu halten, wenn sie mit Rassismus, Diskriminierungen und Vorurteilen konfrontiert werden. „Hinterfragt auch kritisch, wenn ihr es mit scheinbaren Tatsachen zu tun habt“, unterstrich Tim Schreder, der 2015 mit dem Menschenrechtspreis „Goldene Taube“ ausgezeichnet wurde, mit Blick auf besonders über soziale Medien verbreitete Meinungen und vermeintliche Tatsachen.

Der stellvertretende MPS-Leiter erinnerte daran, dass vor zwei Jahren etliche jugendliche Flüchtlinge auch an die MPS kamen. „Damals traten bald Ängste, Befürchtungen und Vorurteile auf, und zwar auf beiden Seiten“, berichtete Lang. Schnell sei klar geworden, gewisse Tendenzen innerhalb der MPS nicht aufkommen zu lassen. „Längst sind die Flüchtlinge in den Schulalltag integriert“, zeigte sich Lang zufrieden.

Meinung hinterfragen

Das Thema Rassismus dürfe man allerdings nicht aus den Augen verlieren. Deshalb auch der Kontakt zur Bildungsstätte Anne Frank, die unter anderem Seminare und Workshops zum Thema anbietet. Einen solchen Workshop haben jetzt MPS-Achtklässler besucht. Dabei mussten sie beispielsweise in verschiedene Rollen schlüpfen sowie eigene Meinungen und Äußerungen hinterfragen, die auf den ersten Blick gar nichts oder nicht viel mit Rassismus zu tun haben. „Dazu zählt auch die Frage: Woher kommst Du eigentlich?“, ergänzte Oliver Fassing. Denn dahinter könne durchaus die negativ gemeinte Unterstellung stecken, der Gefragte habe einen Migrationshintergrund.

Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ muss die MPS einmal im Jahr ein Projekt zum Thema auf die Beine stellen. Ansprechpartner ist die Bildungsstätte Anne Frank, die zwei mal im Jahr Vertreter von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Einrichtungen zum Meinungsaustausch einlädt.

Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse