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Feuerwehr: Kein Brandschutz ohne Ehrenamt

Direkt im Anschluss an die Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rüsselsheim ging es weiter mit der Mitgliederversammlung des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr. Trotz einer guten Bilanz beider Dachorganisationen der ehrenamtlichen Brandbekämpfer haben sie einen dringenden Appell an die Bürger.
Das neue Löschfahrzeug hat einige Extras. Das neue Löschfahrzeug hat einige Extras.
Rüsselsheim. 

Für einen herzlichen Lacher sorgte Günther Vowinkel, der Vertreter der Ehren- und Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr, bei seinem Jahresbericht. „Wir haben keine Probleme mit dem Nachwuchs, ihr alle kommt früher oder später zu uns“, sagte er mit einem verschmitzten Blick in die Runde.

Indirekt sprach er damit aber auch das größte Problem an, das die Feuerwehr derzeit hat. „95 Prozent der Arbeit wird bei der Rüsselsheimer Feuerwehr von ehrenamtlichen Kräften geleistet“, erklärte Wehrführer Nikolai Schubert. Und die würden dringend gesucht.

„Die Ehrenamtlichen müssen immer mehr leisten, die Helfer werden weniger und die Aufgaben immer mehr“, fasste Schubert die Situation zusammen. Zwar gebe es in Rüsselsheim auch fünf hauptamtliche Brandschützer, aber die könnten nur einen Bruchteil der anfallenden Arbeiten erledigen.

Für die Dienstversammlung hatte der engagierte Wehrführer eine beeindruckende Rechnung aufgemacht: Mit etwas mehr als 50 Personen hätten die freiwilligen Brandschützer im vergangenen Jahr 13 560 Dienststunden erbracht. Das entspreche insgesamt 1695 Arbeitstagen. Ein einzelner Mensch bräuchte 7,4 Jahre, um auf diese Bilanz zu kommen. Anders ausgedrückt, würden die Ehrenamtler der Stadt im Jahr 350 000 Euro einsparen. „Und das machen wir sogar gerne“, versichert Schubert.

Aufklärung ist wichtig

Der zur Versammlung erschienene neue Brandschutzdezernent Nils Kraft (SPD) gestand zu Beginn seiner Rede ein, dass ihm nicht klar gewesen sei, dass das ehrenamtliche Engagement so groß sei und auch sein müsse. Er lobte den selbstlosen Einsatz, das technische Können und die große Flexibilität der Feuerwehrmänner und -frauen.

„Auch der Hessentag wäre ohne sie nicht machbar gewesen“, ergänzte er. In seiner sechsjährigen Amtszeit als Brandschutzdezernent wolle er die Aufklärung der Bevölkerung über die Arbeit der Feuerwehr in den Mittelpunkt seiner Bemühungen stellen, versprach er.

Nichtsdestotrotz gab es viel Positives aus dem vergangenen Jahr zu berichten. So habe der Hessentag nicht nur für viel Arbeit, sondern auch für viele schöne und unvergessliche Momente gesorgt, die Wehrführer Schubert seinen Kollegen noch einmal in Erinnerung rief.

Stolz sind die Floriansjünger auf ihr neues Staffellöschfahrzeug, das sie kurz nach dem Hessentag in Empfang nehmen konnten. Dieses Fahrzeug verfüge über eine leistungsfähigere Löschwasserpumpe und einen 3000 Liter fassenden Wassertank, berichtete Schubert. Auch einige Sonderwünsche der Rüsselsheimer seien mit berücksichtigt worden. So gehören nun sechs Pressluftatmer, zwei Belüftungsgeräte, eine Schiebleiter und eine Schlauchhaspel zur Ausrüstung.

Frischer Wind

Ausgesprochen positiv fiel auch die Bilanz des ersten Vorsitzenden des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr bei deren Zusammenkunft gleich im Anschluss aus. Jan Flemming Nees freue sich über die Verjüngung im Vorstand und den frischen Wind, den die Neuen mitgebracht hätten.

Er listete die vielen öffentlichen Einsätze des Vereins im Stadtleben und die mannigfaltigen Unternehmungen der Vereinsmitglieder auf. Bei der „Casino Royal“-Mottoparty habe sogar der damalige Bürgermeister Patrick Burghardt (CDU) bis in die frühen Morgenstunden mitgefeiert.

Dem Aufruf von Nikolai Schubert an alle Bürger schloss Jan Flemming Nees sich gerne an. Der betonte, dass Interessierte allen Alters bei der Feuerwehr jederzeit willkommen seien, denn: „Hier gibt es für jeden etwas zu tun.“

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