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Technologie: Kreative Tüftler wollen ganz nach oben

Für die drei Schüler der Robotic AG der Immanuel-Kant-Schule wird es im November spannend. Sie werden am Weltfinale der „World Robot Olympiad“ in Thailand teilnehmen. Im Moment feilen sie noch an den letzten Verbesserungen der SoftwareFormel ihrer Fußballroboter aus Lego.
Je zwei Roboter pro Mannschaft treten in der Kategorie Football gegeneinander an. Je zwei Roboter pro Mannschaft treten in der Kategorie Football gegeneinander an.
Rüsselsheim. 

Christian Duncker, Lehrer an der Immanuel-Kant-Schule und Leiter der AG „We, RoBITs“ ist gerade erst aus dem Urlaub zurückgekommen. Trotzdem bewegt ihn immer noch der Sieg seines AG Teams „Error 404“ beim Deutschlandfinale Mitte Juni in Passau. Damit hat sich „Error 404“ in der Kategorie Football für das Weltfinale qualifiziert, das vom 16. bis 18. November in Chiang Mai in Thailand stattfindet. „Das ist einfach toll. Es ist das erste Mal, dass ein Team aus der AG so weit gekommen ist. Das ist nicht nur ein tolles Ereignis für die Kant Schule, sondern für ganz Rüsselsheim“, meint der Lehrer aufgeregt.

Drei Schüler der Kant-Schule bilden das Team „Error 404“. „Die drei sind auch in den Ferien schon die ganze Zeit mit den Vorbereitungen auf das Weltfinale beschäftigt“, sagt Duncker und lacht. „Sie schicken mir die ganze Zeit WhatsApp-Nachrichten mit Verbesserungsvorschlägen für die Software der Roboter“, fügt der Lehrer hinzu. Wie schon beim Deutschlandfinale werde „Error 404“ in der Kategorie Football antreten.

Nur aus Legobauteilen

Dabei habe jedes Team zwei Roboter, die nur aus Lego-Bauteilen bestehen, auf dem Spielfeld. Die sogenannten Mindstorm-Roboter sind zudem mit Sensoren ausgestattet. Diese werden vorher detailliert von den Teams programmiert. „Die Sensoren sind sehr störanfällig. Dadurch kann der Ballfangmechanismus des Roboters beeinträchtigt sein, was natürlich beim Spiel nachteilig ist“, erklärt Duncker. „Error 404“ habe gemeinsam eine Formel entwickelt, mit der die Störungsanfälligkeit der Sensoren verbessert werden kann. „Darauf sind wir sehr stolz.“

Aktuell feilt das Team Error 404 mit seiner besonderen Software-Formel an der Störanfälligkeit der Roboter-Sensoren. Bild-Zoom
Aktuell feilt das Team Error 404 mit seiner besonderen Software-Formel an der Störanfälligkeit der Roboter-Sensoren.

Die drei Jungs – das sind Julian Nicolas Lücking (16), Julian Schellschmidt (15) und Luke Hohenleitner (15) – feilten allerdings nach wie vor an der Formel, damit in Thailand bloß nichts schief gehe. Christian Duncker wird die Schüler zum Weltfinale nach Thailand begleiten und weiß: „Die Jungs sind schon jetzt total nervös.“ „Error 404“ werde in Thailand mit den gleichen Robotern antreten wie in Passau. Zudem sind sie nicht die einzige deutsche Mannschaft unter den insgesamt mehr als 470 Teams aus 65 Ländern. Fünfzehn deutsche Mannschaften werden nach Asien fliegen und bilden so gemeinsam ein olympisches Team. Dabei komme es auch nicht nur auf das Ergebnis jedes einzelnen Teams, sondern auf die Resultate der gesamten deutschen Mannschaft an.

Vordere Platzierung

Duncker ist optimistisch: „Die Jungs werden das gut machen. Ich bin mir sicher, dass wir ein gutes Ergebnis mit nach Hause bringen werden.“ Tatsächlich ist der Lehrer sogar so optimistisch, dass er zugibt: „Ich hoffe, dass wir mindestens auf dem Treppchen stehen werden und Bronze oder Silber gewinnen.“

Ein wenig Probleme habe „Error 404“ jedoch immer noch mit der Finanzierung der Teilnahme am Weltfinale. Duncker zahle seine eigenen Reisekosten bisher komplett aus eigener Tasche, betont der Lehrer. „Für die Kinder suchen wir mithilfe von Crowdfunding und Sponsoren noch weitere finanzielle Unterstützung. Zum aktuellen Stand müssten die drei Jungs nämlich immer noch eine Eigenbeteiligung von 400 bis 600 Euro stemmen.

Das Team „Error 404“ nach dem Sieg beim Deutschlandfinale in Passau. Vom 16. bis 18. November treten die drei in Thailand im Weltfinale für Deutschland an. Bild-Zoom
Das Team „Error 404“ nach dem Sieg beim Deutschlandfinale in Passau. Vom 16. bis 18. November treten die drei in Thailand im Weltfinale für Deutschland an.

Dazu gehörten neben Kosten für Flug und Unterkunft auch Materialkosten. „Wir sind über jeden Zuschuss dankbar“, betont Duncker. „Die Jungs zeigen eine so tolle Leistung und ein unglaubliches Engagement.“ Die Jugendlichen träfen sich auch in den Ferien, um gemeinsam an den Vorbereitungen zu arbeiten. Wenn die Schule und damit die AG wieder beginne, säßen sie mindestens einmal pro Woche im AG-Raum, oft bis weit in den späten Abend und damit lange über die reguläre AG-Stunde hinaus, zusammen und programmierten die Roboter. „Das bisherige Ergebnis zeigt doch, dass die Schülers bereit sind, alles zu geben“, meint Christian Duncker. Das Team „Error 404“ werde auch von anderen Teilnehmern der AG tatkräftig unterstützt. „Wir haben alle gemeinsam darauf hingearbeitet, Deutschland beim Weltfinale zu vertreten“, sagt der AG-Leiter und: „An den Finanzen sollte es nicht scheitern.“

 

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